Sehnsuchtsziele der Tauchprofis: Jäger der kleinen Monster

2. Teil: Fontaine du Truffe: Mit der Nase durch den Kies

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Ralph Wilhelm ist einer der führenden Höhlentaucher Europas - weit im Gestein war er an Plätzen, an denen vor ihm erst weniger Menschen als auf dem Mond waren. Tief im südfranzösischen Department Lot hat er seine Lieblingshöhle gefunden, die Fontaine du Truffe.

Französische Höhle: Tief im Bauch der Erde Zur Großansicht
Ralph Wilhelm

Französische Höhle: Tief im Bauch der Erde

Schon in drei Meter Tiefe wird es dunkel, und man spürt den Fels um sich herum. Der Blindflug beginnt. Aus früheren Tauchgängen weiß man sich aber zurechtzufinden: Wenn der Kopf plötzlich anstößt, wird der Oberkörper im 90-Grad-Winkel nach unten geklappt, bis die Nase im Kies einschlägt. Jetzt wieder vorwärts durch eine Engstelle winden.

Die Nase bleibt im Kies, der Bauch wird leicht eingezogen und die Flossen sorgen für Vorschub, während die Hände im lockeren Kies versuchen, sich nach vorne zu arbeiten. So plötzlich wie sie anfing, hört die Engstelle auch wieder auf. Nur einen Meter ist sie lang. Die Nase kann man jetzt aus dem Kies nehmen.

An dieser Stelle stockt den meisten Tauchern der Atem in der Fontaine du Truffe. Nach der gefühlten Nullsicht in Quelltopf und Engstelle verliert sich der Schein der Gasentladungslampe plötzlich in der klaren Unendlichkeit der Höhle. Diese hat sich zu einem ovalen Gang von zwei Meter Breite und vier Meter Höhe geweitet. Eine Sünde, ausgerechnet jetzt noch einmal die Ausrüstung zu überprüfen. Eine Todsünde aber, dies nicht zu tun: Beim Durchquetschen der Engstelle könnten sich die Ventilhandräder der Tauchflaschen verdreht haben.

Mitten im Gang schwebend, die schier endlose Sichtweite genießend, hat man den Eindruck, als bewege man sich in Luft - so klar ist das Wasser. Aber die zur Decke steigenden Blasen der Ausatemluft, die im Schein der Lampe wilde Schattenspiele auf das helle Gestein der Wände zaubern, beweisen, dass man doch unter Wasser ist.

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