Trotz Mantas auf den Malediven oder Grauhaien vor Galapagos: Den Tauchexperten Linus Geschke zieht es immer wieder nach Malta, die kleine Insel im Mittelmeer. Eine Leidenschaft, die auch mit einer ausgeprägten Vorliebe für Altmetall verbunden ist.
Nach dem Abstieg vom Tauchboot sinkt man durch das Freiwasser, um einen herum das große Nichts: kein Riff, keine Wand, keine Erhebung. Nur Blau. Tauchbasenbesitzer Udo Türscherl taucht voran, dann zeigt sein ausgestreckter Arm nach unten: Da ist doch nichts - oder doch? Ein schlankes Gebilde zeichnet sich schemenhaft ab, rund 66 Meter lang und nur gut sieben Meter breit: die Silhouette eines U-Boots. Genauer gesagt, ein britisches aus dem Zweiten Weltkrieg, noch genauer: eines der "S-Klasse".
In ihm sollen einst 48 Menschen gelebt, gearbeitet und gelitten haben? Kaum vorstellbar. Der Turm ist noch wunderbar erhalten, eine kleine Luke führt ins Innere, viel zu schmal, viel zu gefährlich. Die "Stubborn" ist nur zu einem Zweck gebaut wurden, sie sollte gegnerische Schiffstonnage vernichten - an große Öffnungen für spätere Besuche von Sporttauchern hat dabei niemand gedacht.
Es geht vorbei am Wintergarten, wo die Geschütze standen, und an Öffnungen im Rumpf, mit denen das U-Boot für Tauchfahrten geflutet wurde. Ganz vorne, fast am Bug, dann das, was ein für den Kampf gebautes Unterseeboot ausmacht: die Öffnungen der Torpedorohre. Obwohl die "Stubborn" schon konstruktionsbedingt nicht die Fülle an Details bietet, mit denen manche Schiffe aufwarten können, hat sie etwas, was vielen der künstlich versenkten Wracks leider abgeht - eine Seele.
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