Seoul Feuer vernichtet 600 Jahre altes Stadttor

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul hat in der Nacht eines ihrer ältesten Wahrzeichen verloren: Das Jahrhunderte alte Sungnyemun-Stadttor brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.


Seoul - Ein verheerender Brand hat in Seoul eines der wichtigsten nationalen Monumente zerstört. Die Feuerwehr konnte das 600 Jahre alte Sungnyemun-Tor trotz eines stundenlangen Großeinsatzes nicht retten. Zunächst glaubte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle, doch dann flammte er wieder auf, und die zweistöckige geschwungene Holzkonstruktion fiel in sich zusammen.

Die Polizei schloss Brandstiftung nicht aus. Drei Zeugen hätten von einem verdächtigen Mann berichtet, doch seien ihre Angaben sehr widersprüchlich gewesen, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Yonhap.

Das auch Namdaemun (Südtor) genannte ehemalige Stadttor aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den wenigen historischen Monumenten, die die japanische Besatzung und den Korea-Krieg überlebten. Es wurde 1398 errichtet, 1447 rekonstruiert und seitdem regelmäßig überholt. Während der Chosun-Dynastie 1392 bis 1910 war es das südliche Tor der Stadtmauern um Seoul. Nach Angaben des Denkmalschützers Shim Dong-Jun wird sein Wiederaufbau drei Jahre dauern und umgerechnet mindestens 15 Millionen Euro kosten.

reh/AFP



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