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Zugausfälle: Was Sie zum Bahnstreik wissen müssen

Ausgedünnt: Ersatzfahrplan für den Fernverkehr am Mittwoch Zur Großansicht
Deutsche Bahn

Ausgedünnt: Ersatzfahrplan für den Fernverkehr am Mittwoch

Bahnstreik, die neunte. Die Lokführer der GDL haben im Personenverkehr seit Mittwochfrüh erneut ihre Arbeit niedergelegt. Wie erfahren Sie, ob Ihr Zug ausfällt, und welche Rechte haben Sie?

Wo gibt die Bahn Meldungen zu Ausfällen und Verspätungen bekannt?

Die Bahn veröffentlicht auf ihrer Website Auskünfte zu aktuellen Fahrplanänderungen im Fernverkehr. Die Ersatzfahrpläne für Mittwoch und Donnerstag (bisher nur Fernverkehr) sind bereits in den Auskunftssystemen abrufbar. Verkehrsmeldungen aus den Regionen können Kunden hier abrufen. Eine kostenlose Servicenummer wird unter 08000-996633 eingerichtet.

Die Notfallfahrpläne für die folgenden Tage werden jeweils für den Fernverkehr zwei Tage zuvor und für den Nahverkehr ein Tag zuvor veröffentlicht. Die für Freitag geplanten Fernzüge zum Beispiel sind damit ab Mittwoch gegen 12 Uhr, die Regionalzüge ab Donnerstag am frühen Nachmittag im Internet abrufbar.

Kann ich noch stornieren - und bekomme ich das Geld zurück?

Kunden der Deutschen Bahn, "die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können", haben die Möglichkeit, sich ihre Fahrkarte und Reservierung in den DB Reisezentren oder DB Agenturen kostenlos erstatten lassen.

Sie können den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. Bei zuggebundenen Angeboten wird dann die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen sind laut Bahn regionale Angebote mit "erheblich ermäßigtem Fahrpreis" (Schönes-Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.

Ab welcher Verspätung bekommen Bahnpassagiere eine Entschädigung?

Kommt ein Fahrgast wegen des Streiks mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss das verantwortliche Bahnunternehmen 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung erstattet.

Wird im schlimmsten Fall eine Übernachtung nötig, muss die Bahn die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen - auch einen höherwertigen. Das Beschwerdeformular ist in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder im Internet erhältlich.

Die Deutsche Bahn kann sich bei einem Streik nicht auf höhere Gewalt berufen, wie der Europäische Gerichtshof im September 2013 entschied (Rechtssache C-509/11).

Wie entschädigt die Deutsche Bahn Pendler mit Zeitkarten?

Besitzer von Streckenzeitkarten erhalten bei Verspätungen von einer Stunde eine pauschale Entschädigung. Bei Zeitkarten im Nahverkehr gibt es in der zweiten Klasse 1,50 Euro. Im Fernverkehr werden pauschal fünf Euro gezahlt. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwerts erstattet.

Die Bahn zahlt Entschädigungen aber erst ab einer Bagatellgrenze von vier Euro. Bahnkunden mit Zeitkarten im Nahverkehr müssen also mindestens drei Verspätungen von mindestens 60 Minuten im Gültigkeitszeitraum der Fahrkarte einreichen, um eine Entschädigung zu erhalten.

Was passiert, wenn ich zu Streikbeginn noch im Zug sitze?

Vor allem Bahnreisende auf längeren Strecken sollten ihre Route vorher genau checken und Ausweichmöglichkeiten prüfen. Auch bei früheren Streiks stoppten die Züge nicht mitten auf der Strecke. Die Lokführer steuern den nächstgelegenen Bahnhof an. Die Bahn bemüht sich, Reisende von dort an ihr Ziel zu bringen.

Signal auf Rot: Auch bei Streik fährt die Bahn - doch seltener Zur Großansicht
DPA

Signal auf Rot: Auch bei Streik fährt die Bahn - doch seltener

Wie komme ich ohne Deutsche Bahn zum Ziel?

Betroffen von dem Streik sind nur Angebote der Deutschen Bahn, nicht jene anderer Eisenbahngesellschaften wie Veolia Verkehr oder Netinera mit der Tochter Metronom - diese können teils also eine Alternative sein.

Neben Inlandsflügen und dem eigenen Auto sind in vielen Fällen auch Fernbusse ein geeigneter Ersatz für Bahnreisen. Die Firmen hätten seit Längerem Erfahrung mit Streiks der Lokführergewerkschaft und stellten vor allem auf den Hauptstrecken nach Berlin, Frankfurt, München oder ins Ruhrgebiet umgehend zusätzliche Kapazitäten bereit, sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Matthias Schröter vor dem Streik Anfang Mai.

Die Busbranche kann zwar ohne Genehmigung keine zusätzliche Linie einrichten. Stattdessen setzen die Firmen laut dem Sprecher aber Doppeldecker oder mehrere Busse auf einmal ein. "Wir können die Kapazität auf einer Linie erhöhen." Erfahrungsgemäß steige die Nachfrage bei Streiks bis zum Sechsfachen.

Verbindungen mit Fernbussen finden sich unter anderem auf den Webseiten von MeinFernbus, Deutsche Bahn, ADAC-Postbus, Berlinlinienbus, FlixBusund Eurolines.

Wem das zu teuer ist, dem empfehlen sich Mitfahrzentralen im Internet: Die Preise sind oft günstig, Reisende können außerdem neue Leute kennenlernen. "Wir beobachten, dass die Leute sich solidarisch zeigen, viel mehr Fahrten angeboten werden", heißt es beim Portal Mitfahrgelegenheit.de. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter werden außerdem unter dem Hashtag "#twitfahrzentrale" Mitfahrangebote angezeigt.

Angebote zum Mitfahren gibt es auch auf den Seiten mitfahrzentrale.de, blablacar.de, fahrgemeinschaft.de oder bessermitfahren.de.

Mietwagen lassen sich in der Regel unkompliziert online buchen. Bei einer Buchung über Internetportale ist üblicherweise eine Stornierung bis 24 Stunden vor Mietbeginn möglich, falls das Auto am Ende doch nicht gebraucht wird. "Wer die Bestätigung über die Buchung bekommt, dem steht der Mietwagen auch zu", sagte Falk Murko von der Stiftung Warentest. Allerdings müssen Reisende während des Streiks mit Überlastung und Wartezeiten bei den Anbietern rechnen.

Wie komme ich trotz Stress gut durch einen Streikttag?

Egal ob in einem der Züge, unfreiwillig auf der Autobahn oder im Fernbus: Man kann sich die Fahrt mit einigen Dingen zumindest etwas angenehmer machen. Lesen Sie hier unsere Tipps für vom Streik betroffene Reisende - und im SPIEGEL-ONLINE-Gepäck-Check erfahren Sie, was Passagiere beim Streik im November zur Vorbereitung extra eingepackt haben.

abl/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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    Seite 1    
1. Wirtschaftsbremser
MartinBeck 18.05.2015
Wenn es stimmt, dass die GDL wieder streikt, und diesmal in eine der Hauptreisezeiten für Familien hinein, dann schafft dieser Herr W. aus D., was vor ihm lange keiner geschafft hat: Er bremst das Wirtschaftswachstum in Deutschland, er bringt Arbeitsplätze in Gefahr und er zerstört volkswirtschaftliche Werte. Respekt, Herr W. aus D.!
2. eigentlich ist alles gesagt
pevoraal 18.05.2015
aber eine Einigung ist politisch nicht gewollt. Es wird Seitens der Bahn versucht das Problem auszusitzen. Wann wacht der Bürger endlich auf und versteht dad die heutige Politik mit Demokrati nichts mehr zu tun hat.
3. Wirtschaftsbremser
MartinBeck 18.05.2015
Wenn es stimmt, dass die GDL wieder streikt, und diesmal in eine der Hauptreisezeiten für Familien hinein, dann schafft dieser Herr W. aus D., was vor ihm lange keiner geschafft hat: Er bremst das Wirtschaftswachstum in Deutschland, er bringt Arbeitsplätze in Gefahr und er zerstört volkswirtschaftliche Werte. Respekt, Herr W. aus D.!
4. Endlich mal eine Gewerkschaft.....
ap292 18.05.2015
Dir mir gefällt. Im Gegensatz zu verdi mit den habe ich "viel zu oft" sinnlos diskutiert! Und nix haben die hinbekommen. Gratuliere GDL wenn Lokführer dann Mitglied bei der GDL!
5. Ich wünschte
vau2 18.05.2015
es würde mehr Gewerkschaften geben die so Flagge zeigen, zumal es hier auch um Grundrechtbeschneidung seitens der SPD geht.
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Fotostrecke
Bahnstreik am Mittwoch: Leere Gleise, genervte Pendler

Verkehrslage in Deutschland
Bahn-Unternehmen
Die Deutsche Bahn informiert auf dieser Seite sowie unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 0180-6996633 über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Regional- und Fernverkehr. Die kostenlose Hotline mit der Nummer 08000-996633 ist nur in Sonderfällen geschaltet. Die Web-Seiten der sechs privaten Bahnunternehmen:

Abellio
Arriva
Benex
Hessische Landesbahn
Keolis
Veolia Verkehr
Straßenverkehr
Gezielt können Autofahrer Autobahnen, Strecken und Orte nach Staus und Baustellen abfragen unter:

ADAC
Verkehrsinformation.de
Flughäfen
Fluglinien
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Airlines auf diesen Websites bekannt:

Air Berlin Air France
British Airways
Condor
Germanwings
Iberia
Lufthansa
Ryanair
SAS Scandinavian Airlines
Southwest Airlines
Tuifly
United Airlines
Bahngewerkschaften
Welche Gewerkschaften spielen eine Rolle in der Bahnbranche?
Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es in der deutschen Bahnbranche zwei rivalisierende Gewerkschaften. Bis Ende 2010 waren es sogar drei - bis Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA zur EVG fusionierten.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Beschäftigten in der Bahnbranche. Sie ist Ende 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA hervorgegangen, die zuvor schon kooperiert hatten. Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Deutschen Bahn sowie von privaten Bahn- und Busgesellschaften.
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)
Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 75 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und ein Drittel der Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Beamtenbund an.

Deutsche Bahn
Der Konzern
dpa
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
REUTERS
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.
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Wissen Sie, was ein Bahn-Kuss ist? Wie pünktlich ein Shinkansen ist? Und ob die Deutsche Bundesbahn wirklich mit Mondstaub zu scherzen wagte? Allerhöchste Eisenbahn für das SPIEGEL-ONLINE-Quiz. Volldampf voraus!