Shutdown-Folgen Vandalen verwüsten Joshua-Tree-Nationalpark

Mehr als eine Million Besucher bewundern alljährlich die Wüste des kalifornischen Joshua-Tree-Nationalparks. Während des Shutdowns richteten Vandalen Schäden an, von denen sich die Natur nur schwer erholen wird.

imago/Aurora Photos

Seit Freitag ist die Haushaltssperre in den USA für eine begrenzte Zeit wieder aufgehoben. Doch in einem der seit Dezember nur unzureichend bewachten Nationalparks sind schwere Schäden entstanden: im Joshua-Tree-Nationalpark im Südosten Kaliforniens. "Was in den letzten 34 Tagen in unserem Park passiert ist, wird für die nächsten 200 bis 300 Jahre irreparabel sein", sagte der frühere Leiter des Nationalparks, Curt Sauer, auf einer Protestveranstaltung am Samstag.

Während der Haushaltssperre in den USA wurden insgesamt rund 800.000 Staatsbeschäftigte entweder in Zwangsurlaub geschickt oder mussten ohne Bezahlung arbeiten. In den Nationalparks des Landes wurde der Service meist eingestellt - Toilettenanlagen, Campingplätze und Straßen wurden geschlossen, Abfall nicht abgefahren. Die Folge: Die Schutzgebiete vermüllten.

In der Zeit des Shutdowns blieben die Tore des Joshua-Tree-Nationalparks geöffnet, berichtet die Zeitung "Desert Sun". Vandalen fielen in die geschützte Wüstenlandschaft ein: Sie fuhren mit ihren Autos abseits der Straßen durch die Natur und hinterließen eine über 30 Kilometer lange Spur der Verwüstung. Sie bemalten Felsen, zündeten Lagerfeuer in dafür gesperrten Gebieten und fällten Wacholder, Akazien und auch Josua-Palmlilien. Diese bis zu 15 Meter hohen Bäume, die dem Park seinen Namen gaben, sind Wunder der Natur: Sie können bis zu 900 Jahre alt werden.

"Einige der Josua-Palmlilien sind 300 Jahre alt", sagte der jetzige Leiter des Nationalparks David Smith dem Onlineportal "SFGate". "Hier in der Wüste wächst alles sehr, sehr langsam." In einem fragilen Ökosystem wie der Mojave haben auch Reifenspuren im Boden Langzeitfolgen: "Ist die Oberfläche einmal aufgebrochen, ist der Boden nicht mehr fruchtbar genug für die Pflanzen. Und dieser benötigt eine sehr lange Zeit, um sich zu erholen." Die Ranger deckten die Spuren mit Mulch ab. Smith hofft, dass diese Maßnahmen und der kürzliche Regen helfen, damit der Wüstenboden keine 200 Jahre zur Regeneration benötige.

John Lauretig, Direktor der Vereinigung Friends of Joshua Tree, verurteilte auf der Demonstration am Samstag, dass die US-Regierung den Park nicht komplett gesperrt hat. "Die Gemeinde hat die Nase davon voll, dass unsere Parks als Geiseln genommen werden", sagte er der "Desert Sun". "Wenn die Regierung die Nationalparks nicht finanzieren oder mit Personal ausstatten kann, sollte sie sie schließen, um die Parks und die Menschen zu schützen."

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Wie in anderen Nationalparks übernahmen auch im Joshua-Tree-Nationalpark Freiwillige manche Leistungen. Laut Lauretig säuberten sie wochenlang 30 bis 50 Toiletten pro Tag und sorgten für Nachschub an Toilettenpapier. "Die Gemeinde hält zusammen", sagte Ethan Feltges, der einen Souvenirshop in der Nähe betreibt und eine Toilettenkabine davor aufgestellt hatte, der Nachrichtenagentur AP. "Jeder liebt den Park. Und es gibt viele Unternehmen, die von dem Nationalpark abhängig sind."

Schon während des Shutdowns gab es Warnungen: "Wir befürchten, dass die Natur ernsthaft Schaden nehmen kann und eventuell auch historische und andere Sehenswürdigkeiten", sagte John Garder von der nichtstaatlichen National Park Conservation Association Anfang Januar: "ein Albtraumszenario".

abl

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