Sicherheitsbedenken Hunderte Züge der Bahn müssen langsamer fahren

Tempo drosseln im Herbst: Das Eisenbahnbundesamt hat angeordnet, dass mehr als 700 Elektrotriebzüge der Deutschen Bahn wegen Sicherheitsbedenken langsamer fahren müssen. Betroffen sind vor allem Regionalbahnen und S-Bahnen.


Bielefeld - Die Deutsche Bahn muss aus Sicherheitsgründen ab kommender Woche drei Monate lang das Tempo von mehr als 700 Regional- und S-Bahn-Zügen drosseln.

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) habe für die Zeit vom 15. September bis 15. Dezember eine Geschwindigkeitsbegrenzung für bundesweit 760 Elektrotriebzüge angeordnet. EBA-Sprecher Ralph Fischer bestätigte einen Bericht des in Bielefeld erscheinenden "Westfalen-Blattes". Die Anordnung sei bereits im dritten Jahr in Folge erfolgt, weil eine Umrüstung der Züge mit einer neuen Besandungsanlage noch nicht erfolgt sei.

Aufgrund der Wetterlage im Herbst mit Laub und Schmierfilm auf den Schienen dürften die betroffenen Züge statt 160 nur 125 km/h und bei Gefälle nur Tempo 100 fahren, um rechtzeitig bremsen zu können, sagte Fischer dem Blatt.

Um die neue Besandungsanlage genehmigen zu können, fehlten noch wichtige Unterlagen, sagte Fischer der Zeitung. So sei noch nicht geklärt, ob die Räder und Achsen das zusätzliche Gewicht von Sand und Sandbehälter aushielten. Zudem müsse geprüft werden, ob der auf die zwischen Schienen und Räder rieselnde Sand die übrige Sicherheitstechnik beeinflusse. Die betroffenen Elektrotriebzüge werden als Regionalbahnen, Regional-Express-Züge und S-Bahnen eingesetzt.

sto/AFP



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