Sicherheitsbedenken Regionalzüge müssen Neigetechnik abschalten

Wartungsbedarf bei Regionalbahnen: Die Deutsche Bahn muss die Neigetechnik von insgesamt 150 Zügen in ganz Deutschland abschalten. Fahrgäste müssen mit Verspätungen rechnen.


Nürnberg - Die Bahn hat Probleme mit 150 Neigetechnik-Zügen. Ab Samstag muss bei ihnen auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes diese Spezialtechnik für kurvenreiche Strecken abgeschaltet werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Nahverkehrstriebwagen der Baureihe VT 612 (am Erfurter Hauptbahnhof): Ab Samstag sind zahlreiche Verspätungen zu erwarten
DDP

Nahverkehrstriebwagen der Baureihe VT 612 (am Erfurter Hauptbahnhof): Ab Samstag sind zahlreiche Verspätungen zu erwarten

Die Bahn bestätigte damit einen Bericht der "Nürnberger Nachrichten". Die Triebwagenzüge der Baureihe VT 612, die im Regionalverkehr eingesetzt werden, dürften aus Sicherheitsgründen erst wieder mit Neigetechnik eingesetzt werden, wenn eine Spindel im Antriebssystem ausgetauscht sei. Wie lange die Reparatur dauern wird, war zunächst unklar.

Ohne Neigetechnik können die Züge auf kurvenreichen Strecken nur langsamer fahren. Laut Bahn ergeben sich dadurch je nach Verbindung Verspätungen von rund zehn Minuten, teilweise auch von einer Viertelstunde. Betroffen sind Strecken in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und auch Niedersachsen.

ICE-Züge mit Neigetechnik hatten im vergangenen Jahr für Sicherheitsbedenken gesorgt, nachdem im Sommer ein ICE in Köln wegen Achsbruchs entgleist war. Die Bahn wurde danach zu schärferen Kontrollen angehalten und musste Dutzende ICE-T-Züge zeitweise aus dem Verkehr nehmen.

sto/AP/dpa



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