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Fette Rechnung für Passagier: Einmal W-Lan über den Wolken - macht 960 Euro

Mails checken, eine Präsentation runterladen: Ein Passagier von Singapore Airlines nutzte an Bord das W-Lan und bekam nach der Landung eine Rechnung über 960 Euro - obwohl er ein Internet-Paket gebucht hatte.

Internet im Flieger von Singapore Airlines: Ein Passagier zahlte dafür 950 Euro. Zur Großansicht
DPA

Internet im Flieger von Singapore Airlines: Ein Passagier zahlte dafür 950 Euro.

Ein paar Mails verschicken für mehrere Hundert Euro - dieser Preis ist sogar für eine Internetnutzung im Flugzeug ziemlich abgehoben.

Der kanadische Unternehmer Jeremy Gutsche musste für die W-Lan-Nutzung auf seinem Flug von London nach Singapur mit Singapore Airlines knapp 960 Euro zahlen. Dabei hatte er ein Package von 23 Euro gebucht, um das Internet an Bord nutzen zu können.

Gutsche, der als CEO für Trend Hunter arbeitet, einer Internet-Community für Mode und Kunst, veröffentlichte daraufhin die Geschichte auf der Website seines Arbeitgebers.

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155 Seitenaufrufe für knapp 1000 Euro

Nur 155 Seitenaufrufe hätte er gehabt, die meisten, um Mails zu checken, schreibt er. Er wünschte, er hätte die Megabytes sinnvoller genutzt, etwa für eine intellektuelle Dokumentation.

Dabei sei das Internet an Bord "entsetzlich langsam" gewesen, für das Hochladen einer Powerpointpräsentation mit 4 Megabytes hätte er eine Stunde gebraucht. Allein die Mail an seine Kollegen, dass das Senden der Präsentation noch einige Zeit dauern wird, habe ihn acht Euro gekostet, schreibt Gutsche. Der Upload kostete ihn ganze 80 Euro. Die meiste Zeit des Fluges hätte er ohnehin geschlafen. Dass dabei eine Riesen-Rechnung anfällt - damit hätte er natürlich nicht gerechnet.

"Ich habe viele Dinge im Kopf, für die ich das Geld lieber ausgegeben hätte - etwa für einen Flug nach Singapur", schreibt Gutsche auf der Website von Trend Hunter. "Aber eigentlich habe ich das ja gerade getan. Und am Ende war der Flug viel teurer als erwartet."

Über das kostenlose W-Lan in seinem Hotel in Singapur habe er sich dann besonders gefreut, schreibt Gutsche ironisch - und offenbar immer noch sauer.

Singapore Airlines hat sich zu dem Fall noch nicht geäußert. Auf der Website der weltweit am häufigsten ausgezeichneten Fluglinie wird für die Internetnutzung an Bord geworben. "Surfen Sie, twittern Sie oder senden Sie eine Textnachricht während Ihres Fluges! Sie können jetzt die Welt mit an Bord nehmen, indem Sie einfach Ihr Mobiltelefon, Ihren Laptop oder Tablet-PC benutzen, wie Sie es auch am Boden tun", steht es auf der Website der Airline. Kunden können angeben, dass sich die Verbindung automatisch trennt, sobald das Limit erreicht ist. Gutsche hatte das nicht getan. So kam die horrende Summe zusammen - während er schlief.

jkö

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1. Bei meinen früheren Arbeitgeber ...
fridericus1 15.11.2014
... hat unsere jungdynamische Vorständlerin trotz aller Warnungen seitens unserer IT-Abteilung mal in der Schweiz ihren deutschen Stick zum Surfen benutzt. Die Roaming-Gebühren betrugen rd. 1.000,-- Euro, die Rechnung gelangte - so ein Ärger aber auch - in den Umlauf. Ab diesem Zeitpunkt nannten alle die Einheit "1.000 Euro" nur noch "ein Roaming". Das kommt davon, wenn man sich das Kleingedruckte in irgendwelchen Nutzungsbedingungen nicht durchliest und darüber hinaus noch beratungsresistent ist.
2. Wie bescheuert
u.loose 15.11.2014
muss jemand sein, eine 30 MB Kontingent für 23 € zu kaufen um dann per Webmailer seine ungemein wichtigen Präsentationen zu versenden? Die Preise werden beim Einloggen überdeutlich angezeigt - nämlich 15 Cent pro 0,1 MB... Lange Rede - der Kunde schwindelt sich da etwas zusammen. Hier die Rechnung: 25 MB = 29.95 $ 1142 $ Extracharge geteilt durch 1,5$ pro MB = 762 MB... Macht zusammen knapp 800 MB Datenkonsum. Vermutlich ist er wohl doch ein wenig bei youporn & Co. rumgesurft - mit ein paar Emails samt 4MB PPT Präsentation ist es schlicht unmöglich zu solchen Rechnungen zu kommen.
3. 1000 Euro das geht ja noch
hensslen 15.11.2014
Zitat von fridericus1... hat unsere jungdynamische Vorständlerin trotz aller Warnungen seitens unserer IT-Abteilung mal in der Schweiz ihren deutschen Stick zum Surfen benutzt. Die Roaming-Gebühren betrugen rd. 1.000,-- Euro, die Rechnung gelangte - so ein Ärger aber auch - in den Umlauf. Ab diesem Zeitpunkt nannten alle die Einheit "1.000 Euro" nur noch "ein Roaming". Das kommt davon, wenn man sich das Kleingedruckte in irgendwelchen Nutzungsbedingungen nicht durchliest und darüber hinaus noch beratungsresistent ist.
bei uns hat es sogar mal der IT-Leiter geschafft mehrere 1000 Euro fürs surfen im Urlaub auszugeben auf Firmenkosten - und der war weder jung noch wirklich dynamisch sondern schlicht inkompetent
4. Bei Emirates
spon-facebook-660138087 15.11.2014
Bei Emirates kosten 600MB 1$ und mehr geht nicht. 600MB ist das Limit pro Passagier. 10MB sind kostenfrei. Teilweise sehr schnell z.B. für Youtube..dann auch teilweise ehr Langsam. Funktionieren tut es aber und es ist quasi geschenkt.
5.
spiegelleser-wissen-wenig 15.11.2014
Bei Singapore Airlines kosten 100kB zusätzliche Daten 0,15 US$. Seine 4MB Mail hat ihn also 6 US$ gekostet, die Benachrichtigungsmail entsprechend weniger, wenn er sie kurz genug gehalten hat. Womit er die restlichen ca. 760 MB versurft hat, weiß er wohl nur selbst oder er ist nicht mehr Herr seines Rechners.
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