Singapur Flughafenmitarbeiter soll Hunderte Kofferschilder vertauscht haben

Scherzbold am Flughafen von Singapur? Ein Gepäckabfertiger soll monatelang absichtlich fast 300 Kofferschilder vertauscht haben. Nun muss er deswegen vor Gericht - und vielleicht ins Gefängnis.

Passagiere am Flughafen Changi
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Passagiere am Flughafen Changi


Die Klebeschilder, die beim Check-in an den Gepäckstücken befestigt werden, sollen sicherstellen, dass der Koffer auch am selben Flughafen landet wie der Passagier. Am internationalen Flughafen von Singapur soll ein Gepäckabfertiger jedoch Hunderte Kofferschilder vertauscht und so an falsche Zielorte geschickt haben.

Der 63-jährige Tay Boon Keh musste sich am Dienstag wegen "groben Unfugs" in 286 Fällen vor Gericht verantworten: Zwischen November 2016 und Februar 2017 soll er beinahe täglich die Schilder einzelner Koffer scheinbar willkürlich miteinander vertauscht haben.

Die 286 Gepäckstücke hätten vom Flughafen Changi in Singapur unter anderem nach Frankfurt am Main, London oder San Francisco geflogen werden sollen. In der Anklageschrift hieß es, Tay habe gewusst, dass er dem Flughafenbetreiber wahrscheinlich Schaden zufügen würde. Sein Motiv für den Koffertausch war zunächst unklar. Bei einem Schuldspruch könnte er dafür ins Gefängnis kommen.

Der Zeitung "Straits Times" sagte ein Flughafensprecher, zwar handle es sich um einen Einzelfall, trotzdem seien Überwachungsmaßnahmen und Zugangskontrollen verstärkt worden.

Der Changi-Flughafen in Singapur ist ein internationales Drehkreuz. Im vergangenen Jahr flogen fast 59 Millionen Passagiere dort ab oder landeten.

kry/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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sven2016 21.09.2017
1.
Ach, ich dachte, das sei an Flughäfen so üblich... Doch nicht? Das erstaunt mich jetzt. Gelegentlich wünscht man, man wäre im Koffer gereist statt im engen Sitz. Da hätte man wesentlich attraktivere Ziele besucht.
quark2@mailinator.com 21.09.2017
2.
Tja, man muß Menschen einfach einen harten Job mit wenig Lohn und ohne Aufstiegschancen geben, ihnen jahrelang keine Aufmerksamkeit schenken, solange sie "funktionieren" und ihnen am besten noch eine glitzernde Konsumwelt vor die Nase halten ... und hopp, fängt jemand an, in die Suppe zu spucken oder eben Label zu vertauschen. Wen wundert das eigentlich ? Psychologisch ist das aus meiner Sicht völlig normal. Man liefert sich selbst den Beweis, Kontrolle über irgendwas zu haben, die Macht zu haben, anderen zu schaden, wenn man sich selbst schon nicht nutzen kann. Das heißt nicht, daß ich es toll finde, nur das ich es verstehe. Mir ist eine Welt mit geringerer arm-reich Spanne wesentlich lieber. Weniger Elend, Kriminalität, Drogenkonsum, etc. Nur dumm, daß es nicht in die Richtung geht ...
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