Sizilien Stadtplan zeigt Mafia-freie Geschäfte

Shoppen gegen die Mafia: Ein neuer Stadtplan von Palermo zeigt alle Geschäfte, die kein Schutzgeld an die Cosa Nostra von Sizilien zahlen. Unterstützt wird das Projekt von der Deutschen Botschaft.

Botschafter Michael Steiner und der Stadtplan: Pizzo-frei einkaufen
dpa

Botschafter Michael Steiner und der Stadtplan: Pizzo-frei einkaufen


Rom - Deutsche Touristen können im sizilianischen Palermo dank eines neuen Anti-Mafia-Stadtplans künftig guten Gewissens einkaufen gehen. Der am Donnerstag von der deutschen Botschaft in Rom vorgestellte Plan verzeichnet alle Geschäfte in Palermo, die sich verpflichtet haben, kein Schutzgeld an die Cosa Nostra zu bezahlen.

Für das Projekt arbeitete die Botschaft mit der italienischen Bürgerinitiative Addiopizzo (Tschüss Schutzgeld) zusammen, die sich dem Kampf gegen die Schutzgelderpressung und das organisierte Verbrechen verschrieben hat.

Laut Botschafter Michael Steiner finanziert die Bundesrepublik die deutsche Fassung des Stadtplans, damit deutsche Touristen "als die zahlenmäßig größte Touristengruppe in Italien und besonders in Sizilien ihren Beitrag zum 'pizzo-freien' Urlaub leisten" könnten. Die erste Auflage der Karte umfasst den Angaben zufolge 10.000 Exemplare, die in Italien und bei deutschen Reiseveranstaltern verteilt werden.

abl/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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Don Alfonso 22.01.2010
1. Klasse Idee
Na das ist doch mal eine tolle Idee. Man muss die Dinge öffentlich machen. Hoffentlich brauchen die bald eine Neuauflage, weil immer mehr Geschäfte das rein wollen. Und hoffentlich nicht, weil die Mafia Druck macht und immer mehr wieder raus müssen.
JensA 22.01.2010
2. Gibt es sowas auch für Berlin?
Fantastisch, wie sich die Deutsche Regierung, allen voran der Aussennminister mit seinen Botschaftern für das Wohlbefinden der Menschen im Ausland einsetzt. Gibt es solch eine Landkarte auch für Schutzgeldfreie Geschäfte und Restaurants in Berlin? Ein entsprechender Atlas für bestechungsfreie Parteien und Politiker wäre darüberhinaus ebenfalls hervorragend anzusehen.
nurmeinsenf 22.01.2010
3. Mutig - funktioniert das so?
Freiwillig Schutzgeld bezahlen wird wohl niemand, aber die Mafia hat ihre eigenen Methoden, die es einem kleinen Ladenbesitzer sehr schwer machen, nein zu sagen. Ich frage mich, wie die Mafia auf so eine öffentliche "nein danke, ich zahl nichts mehr"-Liste reagiert. Ist das so einfach?
don_tango 22.01.2010
4. Mafia
Echt praktisch so ein Plan. So haben die Mafiosis auch gleich mal einen Überblick wo sie noch vorbeischauen müssen.
frubi 22.01.2010
5. .
Zitat von sysopShoppen gegen die Mafia: Ein neuer Stadtplan von Palermo zeigt alle Geschäfte, die kein Schutzgeld an die Cosa Nostra von Sizilien zu zahlen. Unterstützt wird as Projekt von der Deutschen Botschaft. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,673288,00.html
Sehr gut. Dann weis die Mafia jetzt ganz genau, welche weißen Flecken Sie noch erobern muss. Mal schauen, ob es in den nächsten Wochen vermehrt Übergriffe auf die genannten Geschäfte gibt. Ich hoffe aber, dass es bei der Mafia-Bekämpfung hilft.
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