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Skier, Schuhe, Helme, Brillen: Shoppingtipps für Skifahrer

Die Tourenski sind veraltet, der Helm auch, und die Brille ist angeknackst: Es wird höchste Zeit, die Skiausrüstung zu überprüfen. Was gibt es Neues auf dem Markt? Ein Überblick von der Sportartikelmesse Ispo.

Neues für Wintersportler von der Ispo: Skier, Helme, Brillen Fotos
Marmot/ Christian Weiermann/ TMN

Skier mit eingebautem Ortungschip, Skischuhe zum komfortableren Gehen, Polsterlamellen im Helm: Auf der Sportartikelmesse Ispo zeigen Hunderte Firmen ihre neuesten Entwicklungen. Ski-, Snowboardfahrer oder Freerider können sich bei einem Rundgang durch die Münchner Messehallen über die neusten Trends informieren - eine gute Gelegenheit, wenn die Ausrüstung eine Auffrischung benötigt.

Was gibt es Neues für Skitouren-Geher und Freerider?

Nur eine Minderheit unter den Wintersportlern lassen sich zwar bisher für die (wieder) in Mode gekommenen Ski-Variationen wie Freeride und Touring begeistern. Doch dies seien starke Wachstumsmärkte, sagt Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV). "Rund um dieses Thema geht es momentan ab" - und viele Hersteller springen auf den Zug auf. Auch Pistenabfahrer profitieren von den Entwicklungen, die durch sie angestoßen wurden.

Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) vergleicht den Einfluss von Freeride und Touring auf die Branche mit demjenigen, den das Snowboardfahren einst hatte. "Snowboard war Protestbewegung", sagt er. Snowboarder wollten anders sein. "Für die Entwicklung in der Ski-Industrie war das hervorragend." Heute gehen Entwicklungen vom Freeriding und Touring aus.

Einige Ispo-Neuheiten im Überblick:

  • Atomic bündelt alle Tourenprodukte unter dem Namen Backland. Beim neuen Ski Backland UL 85 soll mit einem leichten Holzkern und Karboneinlagen Gewicht gespart werden. Er ist vor allem für den Aufstieg konzipiert. Beim Backland FR 109 liegt der Fokus eher auf der Abfahrt. Für Frauen gibt es die neuen Modelle Backland 85 W und Backland 78 W.
  • Blizzard präsentiert eine neue Freeride-Linie für Frauen: Die Skier bestehen aus einem leichten Holzkern aus Buche und Pappel, vorn und hinten kommt Karbon zum Einsatz. Tecnicas Skischuh Zero G wiegt nur rund 1500 Gramm
  • Die Entwickler von K2 haben mit dem Allround-Ski Marksman und Poacher (eher für Park-Fahrer) neue Skimodelle für die Freeride-Linie entwickelt.
  • Dynastar hat einen neuen Ski für Tourengeher im Angebot, den Mythic 87. Eine neuartige Karbonfaser und ein leichter Zellkern sparen Gewicht, gleichzeitig soll der Ski sehr stabil sein.
  • Den neuen Freeride-Ski Confession hat Völkl entwickelt - "für die ganz steilen, krassen Hänge". Bei den Touring-Ski setzt Völkl auf eine strukturierte Oberfläche, auf der weniger Schnee haften bleiben soll, das Ice.Off Topsheet - das spart Gewicht.
  • Der rund 1700 Gramm leichte Lupo Carbon T.I. des italienischen Skischuhherstellers Dalbello hat eine herausnehmbare Zunge - um für mehr Flexibilität beim Aufstieg zu sorgen. Der steife Karbonschaft soll bei der Abfahrt genug Halt geben.
  • Lange zeigt auf der Ispo seinen ersten Freetouring-Schuh. Die XT-Freetour-Serie kommt mit drei Modellen daher, Aushängeschild sei der XT 130 Freetour. Beim Aufstieg sollen Grip-Sohlen das Gehen leichter machen. Für Frauen ist der XT 110 L.V. Freetour W konzipiert.
  • Haglöfs stellt eine neue Kollektion für Skitouren vor. Die minimalistischen Produkte mit geringem Gewicht und hoher Atmungsaktivität seien für kürzere Touren gedacht. Bestandteil der Kollektion ist etwa die Touring Flex Pant, eine Softshell-Hose, die unten mit Silikonbündchen, Reißverschluss und Schutzgewebe zur Verstärkung etwa für Steigeisen ausgestattet ist.
  • Marmot bringt mit dem Powertherm 1/2 Zip ein Midlayer für Frauen und Männer heraus, das innen mit schnell trocknender Wolle, außen mit Polyester ausgestattet ist. Speziell für den Aufstieg bei den Skitouren ist die Corsair Jacket gedacht, ebenfalls mit schnell trocknendem Innenfutter und wasserdichtem Außenmaterial.
  • Bei Mammut richtet sich die Alpine-Performance-Linie an Skitourenläufer. Die Aenergy SO Jacket für Männer und die Botnica SO Jacket für Frauen sind zum Beispiel leichte dreilagige Softshell-Jacken. Für Frauen gibt es mit dem Botnica IS Skirt auch einen isolierenden Rock. Neu überarbeitet hat der Hersteller außerdem das Airbag-System: Die Auslöseeinheit vereint nun Luftmengenverstärker und Auslösemechanik in einem Gehäuse und spart so Platz und Gewicht.
  • Vaude setzt bei seinen Lawinen-Airbag-Rucksäcken auf ein relativ neues System der Firma Alpride. Das System entfaltet nach der Auslösung ein halbkreisförmiges Luftkissen mit 150 Litern Volumen. In einer Lawine soll es Kopf und Oberkörper an der Oberfläche der gleitenden Schneemassen halten.

  Bequemer, leichter, sicherer Gehen: Skischuhe werden komfortabler  Zur Großansicht
Völkl/ georgios-photography/ TMN

Bequemer, leichter, sicherer Gehen: Skischuhe werden komfortabler

Was gibt es Neues bei Skischuhen?

Sie können den schönsten Tag auf der Piste vermiesen: Passen die Schuhe nicht, bekommt man Blasen an den Füßen, und die Abfahrt macht keinen Spaß mehr. Gleiches gilt, wenn die Schuhe so schwer sind, dass einen am nächsten Tag Muskelkater auf der Piste plagt. Oder wenn der Gang auf die Almhütte zur Rutschpartie wird. Die Hersteller versuchen, an diesen drei Stellschrauben zu drehen: Skischuhe sollen besser passen, leichter sein und sicheres Gehen ermöglichen.

An der Gewichtsreduzierung kommt kein Hersteller vorbei, die Schuhe sollen aber trotzdem stabil genug sein. Für diesen Zweck wird nun häufig Karbon eingesetzt, erklärt Skilehrer Dillig. Sicheres Gehen sollen etwa Gummisohlen ermöglichen. Dieser Aspekt sei schon länger ein Thema, werde im Zuge der wachsenden Beliebtheit von Pistensteigen und Touring aber noch einmal wichtiger, sagt Christoph Ebert vom Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit und Technologie.

Um die optimale Passform anbieten zu können, stellen die Hersteller mehr Auswahl zur Verfügung. So waren in der Vergangenheit schmalere Schuhe den Rennfahrern vorbehalten, erzählt Dillig. Mittlerweile gibt es auch für normale Skifahrer unterschiedliche Breiten bei den Schuhen. Außerdem wird laut Dillig nun häufiger versucht, den Innenschuh durch Wärmebehandlung anzupassen.

Einige Ispo-Neuheiten im Überblick:

  • Atomic hat mit dem neuen Hawx Ultra einen All-Mountain-Schuh entwickelt, der nach eigenen Angaben der leichteste Alpinschuh des Herstellers bislang ist.
  • Marker hat den Grip Walk entwickelt. Die profilierten Sohlen bestehen aus Gummi und gehärteten Zonen, um die Touren- und Alpinsohle in einem zu kombinieren. Diese kommen zum Beispiel als zusätzliche und austauschbare Sohlen in der "Built for Comfort"-Skischuhkollektion von K2 zum Einsatz, die in der nächsten Saison ebenfalls neu ist. Der Nachteil: "Die ist nicht mit jeder Bindung kompatibel", erklärt Lisa Kapuscinski von K2. Zu den Schuhen mit Grip Walk-Sohlen braucht es eine Marker-Bindung.
  • Salomon bringt mit dem QST-Pro-Schuh ein Modell heraus, das an einen normalen Laufschuh angelehnt ist. Er sei ein Hybrid für Freerider wie Pistenfahrer, so der Hersteller. Eine Extraspange auf der Rückseite zwischen Innenschuh und Schale soll die natürliche Vorwärtsbewegung beim Gehen erleichtern.
  • Der Hawx Ultra etwa ist ein Schuh für schmalere Füße - er hat 98 Millimeter breite Leisten. Und die neue Damenskischuh-Linie Pure von Rossignol enthält Modelle in gleich drei verschiedenen Leistenbreiten.
  • Bei der Speedmachine 130 von Nordica lässt sich der Innenschuh durch Einsätze aus thermoverformbarem Korkgranulat am Knöchel anpassen. Die Außenschale kann außerdem über Infrarotwellen punktuell verändert werden.
  • Dalbello bietet mit dem My-fit-System eine Anpassung an: Hierbei werde der Innenschuh einige Minuten erwärmt, dann schlüpft der Käufer hinein, und der Innenschuh passe sich dem Fuß an, erklärt Bert Lemmel, Marketing Manager Marker Völkl International. Auch der Außenschuh könne angepasst werden.

Skihelme: Vor allem leichter wird der Kopfschutz für die Piste Zur Großansicht
Atomic/ TMN

Skihelme: Vor allem leichter wird der Kopfschutz für die Piste

Was gibt es Neues bei Skihelmen?

Auch die Helme werden aus Komfortgründen immer leichter. "Gewicht, Gewicht, Gewicht", fasst Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) das große Thema zusammen. Gleichzeitig sollen sie maximalen Schutz bieten. Dafür werde etwa die In-mold-Technologie genutzt, bei der die Innenschale unter Druck fest mit der Außenschale verbunden wird - so sind In-Mold-Helme leichter als Hartschalen-Varianten. Neben dem Gewicht spielen die Passform und der Klimakomfort eine wichtige Rolle, sagt Ebert.

Einige Ispo-Neuheiten im Überblick:

  • Beim Atomic Automatic füllen Pads den gesamten Helm aus - sie sollen sich der Kopfform direkt anpassen. Belüftungskanäle gehen außerdem durch jede Schicht des Helms.
  • Auch der Phoenix Otis Carbon von Marker ist mit Pads ausgestattet. Die äußere Schale besteht aus leichtem Karbon.
  • Der Ranger 2 von Salomon kommt mit einem Innenfutter daher, das die Feuchtigkeit und Temperatur regulieren soll.
  • Uvex hat sein Octo+-System nun auf weitere Modelle ausgeweitet: Nun verfügt etwa auch der Jimm Octo+ über elastische Lamellen, die den Kopf von allen Seiten umschließen und sich nach dem Aufsetzen automatisch zusammenziehen. Einen anderen Fokus legt der Uvex p.8000 Tour: Er ist ein hybrider Helm. Und passt auch damit zu einem Trend - nämlich dem, dass ein Produkt möglichst viele Einsatzfelder abdecken kann. Der Uvex p.8000 Tour ist gleichzeitig Ski-, Kletter- und Radhelm. Er erfüllt die jeweiligen Normen in den Bereichen. Dabei unterscheiden diese sich sehr stark, sagt Ebert. "Diese Normen haben sie in diesem Helm vereint." Zusätzliche Gimmicks sind etwa eine Vorrichtung zum Befestigen einer Stirnlampe und eine Brillenhalterung.
  • Der Attelas und Attelas Visor von Alpina sind mit der sogenannten Ergo3-Technologie ausgestattet - der Helm soll sich dadurch besser an den Kopf anpassen. Die Schale besteht aus zwei Modulen: Durch Druck auf das innere Element bewegt sich dieses über einen Rastermechanismus nach innen - so erhalte man eine dreidimensionale Volumenanpassung, erklärt Steffen Kern von Alpina.

Skibrille: Größeres Sichtfeld, verschiedene Tönungen Zur Großansicht
DPA

Skibrille: Größeres Sichtfeld, verschiedene Tönungen

Was gibt es Neues bei Skibrillen?

Helme fangen die Wucht eines Sturzes ab, Brillen sorgen dafür, dass die blendende weiße Piste nicht die Sicht raubt. Dabei wollen die Hersteller vor allem das Sichtfeld vergrößern. "Weniger Kunststoff, mehr Glas", fasst Andreas König vom DSV die Entwicklung zusammen. Die Gläser dürfen außerdem nicht beschlagen und müssen sich den Lichtverhältnissen anpassen können.

Einige Ispo-Neuheiten im Überblick:

  • Marker präsentiert auf der Ispo mit der neuen 16:10+ Otis Goggle eine Brille mit minimalistischem Rahmen für ein größeres Sichtfeld.
  • Die Big 40 VFM oder Downhill 2000 VP X von Uvex wechseln je nach Lichtintensität automatisch die Tönung zwischen den Schutzstufen S1, einer leichten Tönung, und S3, einer dunklen Tönung. Das nächste Produkt sollen Gläser mit stufenloser Tönung sein.
  • Bei der Scene T und der Source T von K2 passen sich die Linsen dem UV-Licht entsprechend schon in mehreren Stufen an.
  • Austauschbare Gläser bietet etwa Atomic an: Revent Q ist eine neue Skibrille, bei der man die Scheibe bei ändernden Lichtverhältnissen aus- und eine andere einklicken kann.

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Lea Sibbel/dpa/abl

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