Skiurlaub: Welche Versicherungen Wintersportler wirklich brauchen

Auf Brettern über die Pisten rasen, mitten durch staubenden Schnee: Für Skifans beginnt die schönste Zeit des Jahres - sie kann aber auch teuer und gefährlich werden. Welcher Schutz ist für die Berge nötig? Brauchen Urlauber eine Wintersportgeräteversicherung? Eine Anleitung zum Geldsparen.

Wintersport: Der richtige Schutz für die Piste Fotos
dapd

Selbst die besten Skifahrer rasen Pisten mit einem treuen Begleiter hinunter: dem Risiko. Ein zu waghalsiger Schwung, zu viel Tempo oder ein unvorhergesehes Hindernis - und schnell sitzt man verletzt auf dem Hosenboden. Das kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch teuer: Der Transport ins Tal und zum Arzt, Privathonorare und eine eventuell notwendige Heimfahrt im Krankenwagen können sich schnell auf mehrere tausend Euro summieren. Zumindest den finanziellen Schaden kann vermeiden, wer sich richtig versichert hat.

Das Risiko von Skiverletzungen nimmt zwar nach allen Unfallstatistiken ab, Vorsorge schadet dennoch nicht. Das gilt vor allem für die Auslands-Krankenversicherung. Sie kostet nicht viel (ab 6 Euro pro Jahr), ist aber ungeheuer wertvoll, wenn Urlaubern im Ausland etwas zustößt.

Allein die hohen Kosten eines eventuell notwendigen Krankenrücktransports, die von keiner gesetzlichen Kasse gezahlt werden, sprechen für den Abschluss einer Versicherung für die Auslandsreise. Dazu kommt, dass gewisse Behandlungskosten auch innerhalb Europas nur teilweise oder gar nicht von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden.

Schutz gegen den finanziellen Ruin

Eine private Haftpflichtversicherung sollte eigentlich jedermann haben. Sie gehört zu den Versicherungen, die die Verbraucherverbände unbedingt empfehlen. Denn wer anderen durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn einen Schaden zufügt, der muss dafür in voller Höhe aufkommen.

Ohne Versicherungsschutz, so die Verbraucherzentralen, kann dies den finanziellen Ruin bedeuten. Die Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten, wenn man selbst einen Unfall verursacht, Personen, Sachen oder Vermögen beschädigt - zum Beispiel bei Kollisionen mit anderen Skifahrern auf der Piste. Sie gilt weltweit, außerdem sind Familienangehörige automatisch mitversichert.

Ebenfalls nicht nur für den Skiurlaub sinnvoll ist eine private Unfallversicherung. Das gilt vor allem für Kinder, die besonders gut gegen dauernde Invalidität abgesichert sein sollten. Die Versicherung zahlt dem Kunden Geld, falls er durch einen Unfall einen bleibenden Gesundheitsschaden erleidet. Wintersportler sollten darauf achten, dass Bergungskosten eingeschlossen sind. Bei einem Hubschraubereinsatz in Österreichs Bergen kommen ein paar tausend Euro und mehr zusammen. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt davon meistens keinen Cent.

Wertvoll - und zwar nicht nur für Autoreisende - ist der Autoschutzbrief. Er gilt auch bei Flugreisen. Am besten ist ein personenbezogener Schutzbrief. Er schließt alle Fahrzeuge ein, die man fährt. Bei einigen Anbietern gelten Leistungen wie der Krankenrücktransport und ein Heimholservice für Kinder sogar weltweit.

Komplettpakete für die ganze Familie

Eine Wintersportgerätversicherung ist dagegen in der Regel unnötig. Sie zahlt, wenn Ski oder Snowboards gestohlen oder beschädigt werden. Die Kritik der Verbraucherverbände: Ein Teil des Risikos deckt schon die Hausratversicherung ab. Sie zahlt, wenn Wintersportgeräte durch Raub oder Einbruchdiebstahl entwendet werden.

Interessant ist die Wintersportgerätversicherung also nur für Skier und Boards, die man unbeaufsichtigt vor der Hütte lagert. Gefährdet sind dann aber nur die neuesten und teuren Modelle, mit Durchschnittsware und Gebrauchtem geben sich die Diebe nicht ab. Wer trotzdem Bedenken hat, der sucht sich ein Plätzchen, wo er die guten Stücke im Auge behalten kann. Wenn das nicht möglich ist, stellt man die Ski getrennt an unterschiedlichen Plätzen ab. Noch wirkungsvoller ist es, mehrere Ski auf einen Haufen zu werfen. Das richtige Paar Ski zu finden, dauert dann für den Dieb zu lange.

All die Risiken kann man durch spezielle Wintersportversicherungen abdecken. Das sind Versicherungspakete, die Wintersportgerätversicherung, Unfallversicherung, Haftpflicht und je nach Anbieter auch die Krankenversicherung im Paket anbieten. Zusätzlich eingeschlossen ist noch eine Rechtschutzversicherung. Das kostet beim Deutschen Skiverband 30 Euro für eine Person, Familien zahlen 65,75 Euro für ein Jahr.

Etwas günstiger ist der ADAC mit 27 Euro für Einzelpersonen und 55 Euro für Familien. Beim ADAC ist aber keine Krankenversicherung eingeschlossen. Und der Preis gilt nur für Skifahrer. Snowboarder zahlen mit 55 Euro oder 112 Euro für Familien erheblich mehr.

Wer sich allerdings für den Alltag schon gut abgesichert hat, der ist mit den Paketen in vielen Bereichen doppelt versichert. Und das bringt ihm außer zusätzlichen Versicherungskosten gar nichts: Es bezahlt nämlich nur eine Versicherung, die andere freut sich über Einnahmen ohne Risiko.

Rainer Krause/srt/jus

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1. Immer diese Mär...
xees-s 27.11.2012
...dass die gesetzliche Krankenkasse im Ausland nicht zahlt. Die zahlt innerhalb der EU das gleiche wie in dem jeweiligem Land der gesetzlich versicherte auch bekommt! Nur mit der Auslandsversicherung ist man Privatpatient im Ausland, selbst als gesetzl. Versicherter in Deutschland. Nachzulesen bei der jeweiligen Krankenkasse sowie im Sozialgesetzbuch. Und die Ärzte z.B. in Österreich sind nicht so Bürokratisch wenn man die Gesundheitskarte vorlegt wie im Vergleich zum deutschem Arzt mit der bisherigen Praxisgebühr. Nur die Bergungskosten sollte man versichern und die sind bei vielen privaten Auslandsversicherungen nicht enthalten.
2. Ich kann aus eigener Erfahrung
remende 27.11.2012
zur ADAC plus Karte und Auslandskrankenversicherung raten .Am 2.11. Bein gebrochen auf Tenerife. 5.11. vom Adac im Rettungsflieger nach D bebracht in von mir vorgeschlagene Klinik. In der Klinik wurde ich schon erwartet und am nächsten Tag operiert. Meine Frau flog auch am 5.11. mit Airberlin. Alles vom ADAC organisiert. Einfach Top. Ich kann es mir besser nicht vorstellen.
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