Southwest Airlines Hollywood-Regisseur muss Flugzeug wegen Übergewicht verlassen

Zu dick zum Fliegen? Obwohl er schon an Bord war, wurde dem korpulenten US-Regisseur Kevin Smith die Reise in einer Southwest-Maschine verweigert. Die Fluggesellschaft bestand auf ihren Regularien für den Transport von übergewichtigen Passagieren - Smith wütet per Twitter dagegen.


Oakland/New York- Hollywood-Regisseur Kevin Smith musste in Kalifornien ein Flugzeug wieder verlassen, weil er der Fluggesellschaft zu dick war. "Liebe Southwest Air", schrieb der 39-Jährige am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter, "ich weiß, dass ich fett bin. Aber durfte mich Kapitän Leysath wirklich aus dem Flugzeug werfen, in dem ich schon gesessen hatte?" Er habe anschließend keine Probleme gehabt, mit einem anderen Flug ins 600 Kilometer entfernte Burbank bei Los Angeles zu kommen. Fans des Regisseurs reagierten empört - sein Twitter-Account hat immerhin 1,64 Millionen Followers.

Southwest Airlines hat wie andere Gesellschaften auch mit Regularien auf die immer dicker werdenden Amerikaner reagiert. Demnach müssen "füllige Passagiere", die "in den Nebensitz hineinreichen", einen Extraplatz bezahlen. Das Maß sind die Armlehnen: Ist der Passagier so dick, dass er nicht mindestens eine der Armstützen herunterklappen kann, muss er zahlen. Der Abstand zwischen den Lehnen beträgt laut Southwest 17 Zoll, also gut 43 Zentimeter.

Beide Seiten bestätigten, dass Smith für den Flug von Oakland nach Burbank in Kalifornien eigentlich zwei Sitzplätze gebucht hatte. Er entschied sich aber kurzfristig für einen früheren Flug, und auf der Standby-Liste war nur noch ein Platz frei. Smith betonte, dass er beide Armlehnen nach unten klappen und seinen Sicherheitsgurt schließen konnte.

Die Fluggesellschaft entschuldigte sich daraufhin zunächst auf ihrer eigenen Twitter-Seite und später in einer Erklärung auf ihrer Website. Die Bestimmungen seien aber nicht neu. Zwar bedaure das Unternehmen dieses Vorgehen, sie habe aber keine andere Wahl. "Wir können nicht länger die Beschwerden von Kunden ignorieren, die ihren Sitz nicht voll in Anspruch nehmen können, weil ihr Nachbar in ihren Sitz hineinreicht. Diese Kunden haben unangenehme (und manchmal schmerzhafte) Reiseerfahrungen." Southwest habe Smith auf einem späteren Flug untergebracht, ihm einen Gutschein über 100 Dollar (74 Euro) überreicht und sich telefonisch bei ihm entschuldigt, hieß es.

Smith, der mit Filmen wie "Chasing Amy", "Stirb Langsam 4.0" oder "Zack and Miri Make a Porno" bekannt wurde, räumte ein, dass er sehr dick sei, nannte aber keine Zahlen. Er habe aber sogar beide Armlehnen herunterklappen können. Vor zwei Jahren hatte der Regisseur, dessen neuer Film "Cop Out" mit Bruce Willis übernächste Woche in die amerikanischen Kinos kommt, nach eigenen Angaben eine Toilette abgerissen. "Es war so eine, die an der Wand hängt, statt auf dem Boden zu stehen. Herrje, diese Art von Toiletten sind kein Freund des fetten Mannes."

abl/dpa/apn



insgesamt 18 Beiträge
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DJ Doena 15.02.2010
1. Silent Bob
Ich glaube, Kevin Smith will als vieles bezeichnet werden, aber "Hollywood-Regisseur" gehört glaube ich nicht dazu. Was würde nur Silent Bob dazu sagen... Regisseur protestiert gegen seinen eigenen Film: http://www.youtube.com/watch?v=5UDoIBgiUAQ
Ylex 15.02.2010
2. Wie kann man überhaupt so dick werden?
Manche beleibte Amerikaner kommen erst gar nicht in ein Flugzeug hinein - ich erinnere mich an einen Vorfall beim Boarding in Spokane, wo ein sehr dicker Mensch den Gang mitten im Flugzeug regelrecht verstopfte, es ging nicht mehr und nicht mehr zurück, mit dem Ergebnis, dass die nachdrängenden Passagiere erstmal alle wieder aussteigen mussten. Bei aller Toleranz denke ich schon, dass bei anomal stark ausgeprägter Fettleibigkeit die Betroffenen auch die Konsequenzen tragen müssen, zumindest was ihre Mobilität angelangt. Solche Leute passen eben nur noch in einen Business-Class-Sitz und müssen den hohen Aufpreis bezahlen. Ich bin auch nicht gerade schlank, wie die Hälfte der Deutschen, aber ich habe mich schon manches Mal gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass es derartig viele enorm dicke Menschen in den USA gibt, die Ausmaße sind nicht selten geradezu ungeheuerlich - das kann doch nicht nur an den French Fries und den Doughnuts liegen. Da müssen irgendwelche inneren Bremsen total versagen, und das über Jahre.
yogibimbi 15.02.2010
3. relativ und absolut
Zitat von DJ DoenaIch glaube, Kevin Smith will als vieles bezeichnet werden, aber "Hollywood-Regisseur" gehört glaube ich nicht dazu. Was würde nur Silent Bob dazu sagen... Regisseur protestiert gegen seinen eigenen Film: http://www.youtube.com/watch?v=5UDoIBgiUAQ
Jau, Silent Bob, das war das Stichwort. Ich sah das Foto und dachte, den kenne ich, aber nicht als Regisseur. Und als SIlent Bob war er zwar schon ziemlich rund, aber nicht absolut vollfett. Naja, ich denke mal, er hat seinen Ehrgeiz nicht nur beim Filmemachen... Aber so, wie sich das liest, wurde es ja ziemlich einvernehmlich geregelt. Ich denke auch, die Massnahmen der Airlines sind gerechtfertigt, irgendwo muss man halt eine Grenze setzen. Ist ja im Prinzip ähnlich wie bei der Minderjährigkeit, es gibt "Kinder", die sind mit 15 so weit, wie andere im ganzen Leben nicht kommen, aber Gesetze und Regelungen können halt (noch) keine relativen, sondern nur absolute Vorgaben machen. Und die Vorgabe bei den Flugzeugsitzen ist halt die Breite.
dent42 15.02.2010
4. Re
Das er mit Filmen wie Stirb Langsam 4.0 bekannt wurde ist auch eine grenzwertige Behauptung
saul7 15.02.2010
5. ++
Zitat von sysopZu dick zum Fliegen? Obwohl er schon an Bord war, wurde dem korpulenten US-Regisseur Kevin Smith die Reise in einer Southwest-Maschine verweigert. Die Fluggesellschaft bestand auf ihren Regularien für den Transport von Übergewichtigen Passagieren. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,677909,00.html
Wo soll man den Mann denn sonst transportieren, in der Frachtabteilung unter den Koffern?? Grotesk!!
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