Extrem-Sparkurs: Spanien will fast 50 Bahnlinien streichen

Zugreisende in Spanien könnten schon bald ein stark dezimiertes Angebot vorfinden. Um Millionen zu sparen, sieht ein Gutachten des Verkehrsministeriums viele Streichungen vor - ein Drittel aller Bahn-Verbindungen des Landes könnten damit wegfallen.

Spanischer Schnellzug: Extreme Sparmaßnahmen geplant Zur Großansicht
AP

Spanischer Schnellzug: Extreme Sparmaßnahmen geplant

Madrid - Die spanische Regierung erwägt eine drastische Ausdünnung des Eisenbahnnetzes. Die staatliche Bahngesellschaft Renfe wolle 48 Linien stilllegen, die derzeit nicht rentabel sind, berichtete die Zeitung "El País" am Donnerstag unter Berufung auf ein Gutachten des Verkehrsministeriums.

Auf den übrigen Bahnstrecken solle die Zahl der Züge verringert werden. Insgesamt sei geplant, das Angebot um etwa ein Drittel zu reduzieren. Die Regierung des Euro-Krisenlandes erhoffe sich davon Einsparungen in Höhe von 86,5 Millionen Euro im Jahr.

Die Strecken, deren Stilllegung geplant wird, werden derzeit von 1,6 Millionen Fahrgästen im Jahr genutzt. Die Einnahmen decken nach Angaben der Zeitung aber nur 16 Prozent der Kosten. In der Gegend von Saragossa im Nordosten des Landes droht neun regionalen Bahnstrecken die Schließung, in der Region Madrid sollen sechs stillgelegt werden.

Am stärksten betroffen werden kleinere Städte sein, die durch die Stilllegungen den Bahnanschluss ganz verlieren. Das Verkehrsministerium nahm zu dem Zeitungsbericht zunächst nicht Stellung.

sto/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1.
Plasmabruzzler 16.05.2013
Zitat von sysopAPZugreisende in Spanien könnten schon bald ein stark dezimiertes Angebot vorfinden. Um Millionen zu sparen, sieht ein Gutachten des Verkehrsministeriums viele Streichungen vor - ein Drittel aller Bahn-Verbindungen des Landes könnten damit wegfallen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/spanien-will-fast-50-bahnlinien-stilllegen-a-900372.html
Wenn die Bevölkerung (bald) kein Geld mehr für Mobilität hat, wird dies wohl eine notwendige Option sein.
2. was will man denn da noch stilllegen und ausdünnen?
GoaSkin 16.05.2013
Auf dem ohnehin schon sehr weitmaschigen Eisenbahn-Netz in Spanien fahren die Nahverkehrszüge nicht wie hierzulande stündlich oder gar halbstündlich - nein, in der Regel fahren 2-3 Züge pro Richtung. Die Bahnen werden auch deshalb wenig benutzt, weil der dünne Fahrplan so unattraktiv ist, dass es eh nur selten dann überhaupt eine Verbindungsmöglichkeit gibt, wenn man sie bräuchte. Statt aber ein attraktives Angebot zu schaffen, investiert man das Geld in Spanien lieber dafür, Schienen und Bahnhöfe zu verbuddeln, um Stuttgart 21 in jeder Provinzhauptstadt umzusetzen. So wurde z.B. in Logrono (La Rioja) ein unterirdischer Durchgangsbahnhof gebaut, an dem nur etwa 10 Züge pro Tag halten. Und was die Verbuddelung von Eisenbahnstrecken in den Innenstädten betrifft, stehen noch so einige Projekte auf dem Plan, wobei hier der Rotstift Tabu ist.
3.
drhek 16.05.2013
Warum nicht? Ich bin jahrelang täglich mit den nagelneuen klimatisierten Zügen der RENFE zur Arbeit gefahren - und sass dabei mit wenigen anderen Fahrgästen oder gerne auch mal allein in einem Abteil. Natürlich haben v.a. auch kleinere Orte ein Recht auf eine Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel. Aber eben auch nur dann, wenn man es sich irgendwie noch leisten kann.
4.
agua 16.05.2013
Ja,der Staat spart,betroffen sind die Bürger.Da wurde erst das Geld investiert,um den Menschen in abgelegerenen Gegenden eine Möglichkeit zur Verbindung zu geben...Überall das gleiche Spiel im Süden.Meist betreffen diese Entscheidungen die älteren Menschen ohne Führerschein und Auto.
5.
jumbing 16.05.2013
Und gleichzeitig plant man den Bau einer (völlig unsinnigen) Schnellzugverbindung von Orense nach Valladolid für ca. 7 Milliarden Euro. Logik ole´!!
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