Sparmaßnahme Ryanair erwägt Hocker für Passagiere

Stehplätze zum Sonderpreis: Die irische Billigfluglinie Ryanair will künftig ihre Passagiere noch platzsparender in der Kabine unterbringen. Vorbild ist das Angebot einer chinesischen Airline.


London/Dublin - Nach Klo-Gebühren und Dicken-Steuer bringt sich Billigflieger Ryanair mit einem neuen Vorschlag in die Schlagzeilen: Die irische Fluglinie erwägt, neben Sitzen nun auch Hocker in die Maschinen einzubauen. Durch diese Quasi-"Stehplätze" sollen mehr Passagiere ins Flugzeug passen.

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Ryanair führe derzeit mit dem US-Flugzeugbauer Boeing Gespräche über mögliche Anpassungen in Flugzeugen, "damit Leute in vertikaler Sitzposition reisen können", sagte ein Sprecher der Airline am Montag. "Wenn das die Preise drücken kann, machen wir es." Ryanair plane, vier Reihen mit zwölf herkömmlichen Sitzen aus seinen Maschinen zu entfernen, um Platz für den weniger komfortablen Bereich zu schaffen.

Dem Plan zufolge könnten die Fluggäste auf Barhocker-ähnlichen Stühlen angeschnallt werden - und dann weniger für das Ticket bezahlen oder sogar gratis fliegen. O'Leary sagte dem Sender Sky News, er habe die Idee von der chinesischen Airline Spring. Diese habe angegeben, durch die Hocker-Plätze bis zu 50 Prozent mehr Passagiere in die Flugzeuge quetschen und die Kosten um 20 Prozent senken zu können.

Ryanair, Europas größter Billigflieger, hatte in den vergangenen Monaten für Empörung gesorgt, weil man vorschlug, eine Toilettengebühr oder einen Aufpreis für Übergewichtige einzuführen. Den Check-in am Flughafen schafft die Fluglinie vollständig ab.

sto/dpa



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