Zwangsurlaub: Sparkurs sorgt für Hunderte Verspätungen an US-Flughäfen

Drei Stunden später als geplant landeten die Maschinen in Los Angeles, weil die US-Regierung Personalkosten spart. Die Luftfahrtbehörde hat Fluglotsen an mehreren Airports zu einem Tag Zwangsurlaub verdonnert - und damit den Flugplan massiv durcheinander gebracht.

USA: Zwangsurlaub an Flughäfen Fotos
AFP

Hamburg - Der Sparzwang der US-Regierung wirkt sich bereits seit einigen Wochen negativ auf den Flugverkehr aus. An unterschiedlichen US-Airports müssen Passagiere lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil weniger Personal im Einsatz ist. Am Montag erreichten diese Zustände ihren bisherigen Tiefpunkt: Es kam zu Hunderten Verspätungen und erstmals zu budgetbedingten Flugstreichungen.

Die US-Luftfahrtbehörde (FAA) musste Maschinen in New York, Washington und Boston am Boden behalten, weil Fluglotsen zu einem Tag unbezahltem Urlaub gezwungen worden waren. Dadurch war nicht ausreichend Personal vorhanden, um die Passagiere abzufertigen.

Mehr als 200 Annullierungen und über 4800 Verspätungen habe es in den USA nach Angaben der Internetseite FlightStats.com zwischen Sonntag und Montag gegeben. Allerdings seien dafür nicht nur die Sparmaßnahmen, sondern auch schlechte Wetterbedingungen verantwortlich gewesen. Die FAA spricht laut NBC News von 400 Verspätungen, die mit dem Zwangsurlaub der Arbeitnehmer zusammenhängen. Unklar ist, wie viele Flüge deswegen gestrichen wurden.

Die Behörde habe keine andere Wahl gehabt, als den Arbeitnehmern einen unbezahlten Urlaubstag aufzudrängen, sagten FAA-Verantwortliche. Das Budget gehe überwiegend für Gehälter drauf. Darum müsse von nun an jeder der 47.000 Angestellten alle paar Wochen einen Tag Arbeit abgeben.

Durchschnittlich mehr als drei Stunden Verspätung

Der temporäre Abzug von Arbeitskräften fand zwischen Sonntag und Montag zum ersten Mal statt. Die FAA verzichtete auf zehn Prozent der Belegschaft - das entspricht Tausenden Mitarbeitern. Die Maßnahme führte dazu, dass die normalen Flugpläne nicht eingehalten werden konnten. Zwischen West- und Ostküste kamen Flüge verspätet an und starteten entsprechend verzögert.

Reisende, die zwischen New York und Washington pendeln, waren teilweise schneller mit dem Zug unterwegs. Am New Yorker Flughafen John F. Kennedy lag die Verspätung der Ankünfte bei durchschnittlich 70 Minuten, auf dem Airport LaGuardia waren es 74 Minuten.

Auch in Philadelphia, Orlando, Newark, Washington und New Jersey waren 20 Prozent der Flüge unpünktlich. Besonders hart traf es die Passagiere in Los Angeles. Flüge kamen hier im Schnitt mehr als drei Stunden verspätet an. Laut Flughafensprecher Marshall Lowe waren es allein am Sonntag rund 70 Verbindungen, die nicht nach Plan starteten und landeten.

Die verordneten Kürzungen für Staatsbeamte verbieten Überstunden - und führen nun zur Reduktion von Arbeitszeit an US-Flughäfen. Reisenden könnte eine turbulente Saison bevorstehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, auch Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen seien in den Urlaub geschickt worden. Diese Information ist falsch. Die Maßnahme betraf nur die Fluglotsen. Wir haben die Stelle korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

jus/AP/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Bei uns stand die Route66 an, die sparen wir uns bessser :-(
iffel1 23.04.2013
Stress mit Ansage muss man sich im Urlaub nicht antun. Es gibt ja genügend Alternativen, aber ärgerlich ist das schon !
2. Ohne Steuern kein Staat
Gluehweintrinker 23.04.2013
Das kapieren aber die Republikaner nicht. Diese Ewiggestrigen können sich ja vielleicht als Volunteers bei der TSA und Hmeland Security melden, um an den Flughäfen die Prozeduren zu beschleunigen. Für "The best country in the world" ein Armutszeugnis. Kürzlich musste ich mit meiner Crew über eine Stunde bei der Einreise warten, vor uns die Crews zweier anderer Maschinen, und das nach 12 Stunden Dienst. Erbärmlich! Eine einzige Nase saß im Kabuff, der andere Platz war unbesetzt.
3. Ich
docinsantamonica 23.04.2013
moechte mich bei allen besuchern entschuldigen fuer diese unsaeglichen bedingungen bei der einreise in unser schoenes land Ich hoffe ,das sie einen angenehm und sicheren aufenthalt bei uns verleben werden,mit vielen positiven erinnerungen ,so ganz anders als die in D herrschenden meinungen ueber uns.
4. na ich bin begeistert
cdn 23.04.2013
hab das schon letzten Monat in Denver mitbekommen und meine Dienstreisen führen mich regelmässig an die Westküste.. das könnte in Zukunft lustig werden, 24 Stunden reise sind anscheinend noch nicht genug :-(
5. Fahr-Radius ausgedehnt
cscholz 24.04.2013
Wenn das Ziel in 12 Stunden Autofahrt zu erreichen ist, dann fahr' ich eben, Benzin ist noch immer billig hier.
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