Bauarbeiten Leipziger Hauptbahnhof bis Sonntag für viele Fernzüge gesperrt

Fernzüge werden umgeleitet, Ersatzbusse sind im Einsatz: Bis Sonntagfrüh müssen Reisende und Pendler am Leipziger Hauptbahnhof mit Einschränkungen und längeren Fahrtwegen rechnen.

Bauarbeiten am Hauptbahnhof Leipzig (Archivbild)
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Bauarbeiten am Hauptbahnhof Leipzig (Archivbild)


In den kommenden vier Tagen müssen sich Bahnkunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf längere Reisezeiten einstellen: Seit dem Morgen ist der Betrieb an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs wegen umfassender Bau- und Prüfarbeiten komplett eingestellt. Seit voriger Woche war der Bahnknoten schon teilgesperrt.

Bis zum Sonntag um 8 Uhr umfahren viele Fernzüge den wichtigen Bahnhof. Ersatzhalt ist der kleinere Bahnhof Leipzig-Messe. Die Bahnunternehmen haben Ersatzbusse geordert. Viele Fernzüge werden weiträumig umgeleitet. Betroffen sind unter anderem folgende Verbindungen - hier entfällt jeweils der Halt am Leipziger Hauptbahnhof:

  • Berlin-Leipzig-Jena-München: Diese Züge werden umgeleitet und halten in Bitterfeld oder Halle (Saale) Hbf.
  • Dresden-Leipzig-Erfurt-Frankfurt am Main-Wiesbaden: Diese Züge werden über Leipzig-Messe (mit zusätzlichem Halt) umgeleitet.
  • Leipzig-Erfurt-Frankfurt am Main Flughafen: Diese Züge beginnen und enden abweichend in Leipzig-Messe.
  • Dresden-Leipzig-Köln: Diese Züge werden umgeleitet und halten in Leipzig-Messe.

Reisende werden gebeten, sich vor der Fahrt über Änderungen zu informieren. Laut der Bahn sind alle Fahrplanänderungen bereits im elektronischen Fahrplan hinterlegt. Sie werden im Internet, an den Fahrkartenautomaten und im Reisezentrum automatisch angezeigt.

Der Bahnhof ist 100 Jahre alt

Immer wieder hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren wichtige Knoten tagelang gesperrt - in Erfurt, in Halle und jedes Jahr in Leipzig. Hauptgrund dafür ist nach Angaben eines Bahnsprechers die Modernisierung der Bahnhöfe und die elektronische Stellwerkstechnik. Sie regelt die Fahrten - und braucht bei Änderungen an den Anlagen ein Update.

Beispiel Leipzig: Der Bahnhof ist 100 Jahre alt. Bis 2020 werden die Gleisanlagen laut Bahn in Etappen für 220 Millionen Euro modernisiert. Dieses Mal werden mehrere sanierte Eisenbahnbrücken und eine Platte mit einem Dutzend Weichen in das Netz integriert.

Das Prozedere der nächsten Tage beschreibt der Bahnsprecher so: Alle Rechner im elektronischen Stellwerk werden heruntergefahren, die neuen Pläne aufgespielt. Anschließend werden die neuen Weichen und Anlagen getestet, von Prüfern abgenommen, und alles kann wieder hochgefahren werden. So lange ist der Knoten vom Netz.

jus/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Newspeak 21.09.2016
1. ...
Max Maulwurf, oder wie das Tier heißt, wird die Reisenden sicher wieder mit einem flotten Spruch entzücken, warum alles so lang dauert, so unbequem ist und trotzdem ganz in Ordnung. Sicher, Infrastruktur muß ab und zu erneuert werden, nur sollte man vielleicht der Bahn auch nicht immer alles glauben und deren Meinung unhinterfragt wiedergeben. Man könnte ja solche Bauarbeiten auch mal vergleichen mit ähnlichen Arbeiten im europäischen Ausland, ob die auch so lange dauern?
SPONtani 22.09.2016
2. Gute Idee, aber
Ich empfehle auch andere Infoquellen als nur SPON zu Rate zu ziehen. Der Bahnhof als ehemals größter Kopfbahnhof bestand aus zwei völlig getrennten Verantwortungsbereichen, einschließlich Steuerungstechnik. Die Umrüstung kostet mehrere hundert Millionen und ist eine Meisterleistung der Planung. Zahlreiche Stellwerke, die teilweise immernoch per Hand betrieben werden, sind dann integriert und automatisiert. Bei Berücksichtigung, dass Planungen durch andere riesige Projekte (siehe Citytunnel) immer wieder angepasst werden mussten, geht das Mammutwerk nun endlich voran. Die notwendige Umrüstzeit sowie die offensichtlich starken Auswirkungen auf den gesamtdeutschen Reiseverkehr zeugen vom heutigen Stellenwert des Bahnhofes. Als solches sollten Leipziger und deren Umländer - bei allen Belastungen - froh oder aber auch stolz sein ...
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