US-Airline Russische Passagiere dürfen nicht mitfliegen

Aus der Geburtstagsparty in Las Vegas wurde nichts. Kurz vor dem Start eines Spirit-Airline-Fluges komplimentierte ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft sechs Passagiere wieder aus der Maschine. Sie hatten sich auf Russisch unterhalten.

Spirit Airline: Wer zu laut auf Russisch spricht, fliegt nicht mit, sondern raus
AFP

Spirit Airline: Wer zu laut auf Russisch spricht, fliegt nicht mit, sondern raus


Las Vegas - Die sechs Passagiere aus Russland waren empört. Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft Spirit Airline hatte sie kurz vor dem Start in San Diego aus dem Flugzeug geworfen. Er habe einfach gesagt, diese Reihe müsse aufstehen und hinausgehen, sagte eine der Betroffenen, Sana Bitman, dem lokalen Fernsehsender KGTV. "Es war beschämend, so behandelt zu werden."

Sie, ihr Mann Dmitry und vier russische Freunde wollten nach Las Vegas zu einer Geburtstagsfeier. Der Mitarbeiter habe gesagt, ihre fremde Sprache schüchtere die Stewardessen ein. Für ihren Rechtsanwalt Daniel Petrov ein klarer Fall: "Sie wurden aus dem Flugzeug geworfen, weil sie Russisch sprachen. So einfach ist das. Es ist illegal, jemanden aufgrund seiner Nationalität oder Herkunft zu diskriminieren."

Die Fluggesellschaft sieht das ein bisschen anders. Die Crew hätte das Verhalten der Passagiere als laut und Unruhe stiftend empfunden und sie sogar über den Bordlautsprecher gebeten, ruhiger zu sprechen. Darauf seien die Passagiere aber nicht eingegangen.

Sana und Dmitry Bitman können sich nicht erinnern, eine solche Bitte gehört zu haben und erwägen, die Fluggesellschaft zu verklagen. Selbst mit dem Bewusstsein um das Attentat vom Boston-Marathon im Hinterkopf sei dieses Geschehen nicht nachvollziehbar. "Die USA gelten als Land der Freiheit. Ich möchte nicht, dass so etwas noch einmal jemandem passiert," sagte Bitman.

Die Fluggesellschaft hat eine vollständige Untersuchung des Vorfalls angekündigt und wollte nach Aussage eines Unternehmenssprechers auf die Geschädigten zugehen. Laut KGTV haben sie bereits eine Abfindung erhalten. Die geplante Geburtstagsparty aber haben sie verpasst.

mli



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