Sri Lanka: Touristen nach Buddha-Kuss zu sechs Monaten Haft verurteilt
Küssen verboten: In Sri Lanka sind drei Franzosen zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil sie sich allzu nah an eine Buddha-Statue herangewagt hatten. Das Posen im Tempel flog auf, als die Touristen das Beweisfoto in einem Laden ausdrucken wollten.
Ein Leguan aus Ecuador, jahrtausendealte Scherben aus der Türkei, Korallen aus Ägypten: Es gibt Dinge, die haben im Gepäck von Reisenden einfach nichts zu suchen. Die Ausfuhr bestimmter Pflanzen, Tiere und Kulturgüter steht in vielen Ländern dieser Welt unter Strafe - und manchmal sind es gar die nicht gegenständlichen Souvenirs, die einen Touristen mit dem Gesetz in Konflikt bringen. In Sri Lanka haben es drei Franzosen mit der Polizei zu tun gekriegt, weil sie eine Buddha-Statue küssten - und diesen Moment als Foto mit nach Hause nehmen wollten.
Die zwischen 26 und 35 Jahre alten Franzosen - zwei Frauen und ein Mann - hatten in der Tempelanlage von Ambekke im zentralen Distrikt Kandy vor einer Buddha-Statue posiert, diese geküsst und das Ganze fotografiert. Die buddhistisch-nationalistische Partei JHU warf dem Trio am Mittwoch vor, "unzivilisiert" zu sein und die religiösen Gefühle der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung des Landes verletzt zu haben. Die Rede ist nun von der "Entweihung" eines buddhistischen Tempels.
Als sie die Aufnahmen zu einem Fotoshop in Galle brachten, weigerte sich der buddhistische Ladeninhaber, sie zu entwickeln, und rief stattdessen die Polizei. Ein Richter verurteilte das Trio zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 1500 Rupien (neun Euro). Er ordnete die Zerstörung der Fotos an, händigten den Franzosen aber Kamera und Pässe aus.
Laut Strafgesetzbuch werden Taten geahndet, die die religiösen Gefühle von Personen verletzen und die in der Nähe heiliger Objekte oder Kultstätten ausgeübt werden.
Sri Lanka ist überwiegend buddhistisch geprägt, die Polizei hat wenig Verständnis für Touristen, die der Religion keinen Respekt zollen. In Schreinen und Tempeln müssen Besucher angemessen angezogen sein, sonst werden sie rigoros herausgeworfen. Vor acht Jahren hatte die Polizei Bikinis konfisziert, auf denen Buddha abgebildet war - Mönche hatten sich beschwert. 2010 wurde dem US-Musiker Akon die Einreise nach Sri Lanka verweigert, weil er ein Video gedreht hatte, in dem spärlich bekleidete Frauen vor einer Buddha-Statue tanzten.
jus/AFP
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- Donnerstag, 23.08.2012 – 15:38 Uhr
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