Staatsanwaltschaft ICE-Notbremse wurde zweimal gezogen

Das Rätsel um die Notbremsung beim entgleisten ICE aus Köln scheint gelöst: Sowohl ein Bahnmitarbeiter als auch ein Passagier haben laut Staatsanwaltschaft den Zug zum Stehen gebracht.


Köln - Gleich zweimal ist am vergangenen Mittwoch die Notbremse im ICE kurz hinter dem Kölner Hauptbahnhof gezogen worden. Dies erklärte die Staatsanwaltschaft, die den Fall des entgleisten Zuges untersucht. Ein Bahnmitarbeiter und ein Reisender hätten die Notbremse nahezu zeitgleich betätigt, sagte ein Sprecher. "Für das Verfahren ist es aber völlig irrelevant, wer und wie viele Leute das waren", erklärte er.

Die Frage, wer die Notbremse zog, hatte in den vergangenen Tagen für Gesprächsstoff gesorgt. Die Bahn hatte erklärt, das Personal habe die Notbremsung eingeleitet. Reisende widersprachen der Darstellung.

Ursache für die Entgleisung des ICE auf der Kölner Hohenzollernbrücke war nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen eine defekte Radsatzwelle, wie das Eisenbahn-Bundesamt als zuständige Aufsichtsbehörde bestätigte. Der ICE 3 ist die modernste Baureihe der deutschen Hochgeschwindigkeitszüge. Die Radsatzwelle wird nun von einem unabhängigen Gutachter untersucht.

reh/dpa



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