Rekord Steck schafft Eiger-Nordwand in zwei Stunden 22 Minuten

Bei einem Rekord in der Eiger-Nordwand geht es nur noch um Augenblicke: Der Schweizer Speed-Bergsteiger Ueli Steck brauchte auf der Heckmair-Route für eine Solotour sechs Minuten weniger als der bisherige Rekordhalter.

Ueli Steck

"Mordwand" wird die Nordwand des 3970 Meter hohen Eiger in den Berner Alpen auch genannt, und ihre Durchsteigung hat Geschichte geschrieben. Brauchten die Erstbegeher der über 1800 Meter hohen Wand noch drei Tage, benötigen die heutigen Bergsteiger bei Solo-Touren unter drei Stunden. Jetzt hat der Schweizer Ueli Steck neue Rekorde aufgestellt.

Der 39-jährige Extrembergsteiger aus dem Emmental hat die Nordwand alleine am vergangenen Montag innerhalb von zwei Stunden und 22 Minuten über die Heckmair-Route durchstiegen. Bei guten Wetter- und Kletterbedingungen war er sechs Minuten schneller als Daniel Arnold. Der 31-Jährige ist ebenfalls Schweizer, er hatte seinem Landsmann 2011 Rekord von 2008 abgejagt.

"Ich habe mich nicht so stark unter Druck gesetzt wie 2008 und habe mich sehr wohl gefühlt", sagt Steck laut seiner Webseite. "Das hat diesen Aufstieg zu einer wunderschönen Erfahrung und zu einem großartigen Tag gemacht."

Alter und neuer Rekordhalter: Daniel Arnold (l.) und Ueli Steck (r.) vor der Eiger-Nordwand (2013)
DPA

Alter und neuer Rekordhalter: Daniel Arnold (l.) und Ueli Steck (r.) vor der Eiger-Nordwand (2013)

Der neue Rekord sei die Folge der sehr guten Umstände: "Man kann Aufstiege am Eiger nie miteinander vergleichen, die Bedingungen und das Wetter sind immer anders." Dies mache den Alpinismus so interessant und einzigartig, sagt er. Allein die persönliche Herausforderung und das eigene Erlebnis sei wichtig.

Schon am 12. November hat Steck einen neuen Rekord an der Eiger-Nordwand für Teambegehungen aufgestellt. Er und Nicolas Hojac aus Bern benötigten drei Stunden und 46 Minuten, ebenfalls auf der Heckmair-Route. Die Bestzeit lag seit 2011 bei vier Stunden und 25 Minuten. Teams benötigen mehr Zeit, da sie sich gegenseitig sichern müssen.

Ueli Steck hat seine erste Eiger-Nordwand-Begehung als 18-Jähriger geschafft und seitdem immer wieder neue Rekorde an der legendären Wand aufgestellt.

abl



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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
ge1234 23.11.2015
1. Na ja...
... die Eiger-Nordwand zu klettern ist für sich schon eine großartige Leistung, allerdings finde ich diese ganzen Speedbesteigungen eher peinlich, da in der Intention zu zu durchsichtig und klettertechnisch nicht wirklich besonders.
rbwntr 23.11.2015
2. Mit dem Hubschrauber
ginge es noch schneller!
ruman 23.11.2015
3. schade, dass die nur das Leben spüren in der allergrößten Nähe des Todes
Aber er widerspricht sich. Wenn das Wetter eine so große Rolle spielt wozu dann der Ehrgeiz. Happy Todesnähe. Na ja, der Krug geht solange zum Brunnen bis er ...
Klaus Klammer 23.11.2015
4. Nicht der Eiger
sondern der Mönch ist auf dem Foto abgebildet. Wenigstens keine Jungfrau .-)
norgejenta 23.11.2015
5. mag alles sein.
Respekt habe ich vor diesen Leistungen nur bedingt. Wenn man diese Berge nur noch als verlängerte 400 Meter Bahn benutzt, fehlt es schon ein bisl an Respekt. Soweit ich auch weiss, der Herr Steck auch ohnehin ein etwas eigenwilliges Verhältnis zu Wahrheit hat. Siehe Annapurnabesteigung 2013...
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