Portale im Test Nur drei Vermittler von Pauschalreisen bieten guten Service

Unerwünschte Zusatzkosten, schlechter Kundenservice: Bei der Urlaubsbuchung im Internet droht Verbrauchern viel Ärger. Die Stiftung Warentest verglich neun Online-Portale für Pauschalreisen, nur drei von ihnen schnitten mit der Note "gut" ab.

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dapd

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Berlin - Reiseportale bieten Verbrauchern Preis-Leistungs-Vergleiche im Internet an - ein Service, von dem viele Menschen Gebrauch machen, weil sich so Geld sparen lässt. Doch laut Stiftung Warentest gibt es zwischen den Webseiten enorme Qualitätsunterschiede. Vor allem beim Service sind die Differenzen groß, wie die Zeitschrift "Test" in ihrer November-Ausgabe berichtet.

Von neun untersuchten Portalen für die Urlaubsbuchung per Internet schnitten lediglich drei mit der Gesamtnote "gut" ab. Die drei besten Anbieter waren demnach Lastminute.de, Travelscout24.de und Travelchannel.de.

Für die Erhebung haben zwei Service-Experten der Stiftung Warentest fünf Reisevorhaben erfunden, vom Strandurlaub bis zur Eventreise. Sie gingen für jeden Fall nicht nur die üblichen Buchungsschritte durch, sondern stellten zusätzlich fünf verschiedene Beratungsfragen - unter anderem zur Bezahlung, der Datensicherheit und zu den Besonderheiten des Hotels. Hier kamen die Schwächen im Service ans Licht. "Fast alle versprechen eine schnelle und sachgerechte Beratung", schreibt Stiftung Warentest, doch nur Travelscout24 erfülle diese Zusage.

Unter den Konkurrenten war das Ergebnis sechsmal nur "ausreichend". Die Hotline von Ab-in-den-Urlaub.de musste einer der Tester 17-mal anrufen, um endlich durchzukommen. Daraufhin wartete er elf Minuten in der kostenpflichtigen Warteschleife, bis ein Mitarbeiter abnahm. Das Portal mit Sitz in Leipzig bot auch den schlechtesten E-Mail-Service. Auf die drei gestellten Fragen erhielt der Tester erst nach zweieinhalb Wochen Rückmeldung. Weniger kundenfreundlich war in diesem Punkt nur das Portal Expedia. Es beantwortete zwei E-Mails überhaupt nicht.

Portale nutzen die gleiche Software

Auch bei den Reiseinformationen fielen die Bewertungen sehr verschieden aus. Bei den Noten für Navigation und den Umgang mit Nutzerdaten lagen alle Anbieter im Mittelfeld. Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gab es nur wenige, erklärten die Tester.

Kritik dagegen gab es für die Verlässlichkeit der Preise: Müssen Reisende erst die Verfügbarkeit von aufgelisteten Angeboten prüfen, kann sich in der Zwischenzeit der Preis ändern. Als verbraucherunfreundlich bewerteten die Tester außerdem, wenn das Buchen einer Reiseversicherung voreingestellt war. Diese Praxis hat der Europäische Gerichtshof mittlerweile untersagt. Der Verbraucher muss nun selbst ein Häkchen setzen, wenn er die Versicherung wünscht.

Interessant war, dass alle untersuchten Portale ihre Buchungen über eine einzige Software abwickelten. Trotzdem können sich Preise von Anbieter zu Anbieter unterscheiden, weil der Großhändler verschiedene Module anbietet. Außerdem finden sich in manchen Buchungsportalen zusätzliche Angebote von kleineren Reiseveranstaltern. Fazit: Vergleichen lohnt sich.

Online-Reisevermittler im Test

Portal Note der Stiftung Warentest
Lastminute.de Gut (2,3)
Travelscout24.de Gut (2,3)
Travelchannel.de Gut (2,4)
Expedia.de Befriedigend (2,9)
Weg.de Befriedigend (3,0)
Holidaycheck.de Befriedigend (3,2)
Opodo.de Befriedigend (3,2)
Ab-in-den-Urlaub.de Befriedigend (3,6)
Ebookers.de Ausreichend (3,6)

jus/dapd/dpa



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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
spon-facebook-1389112783 25.10.2012
1. Unfair und irreführend
Die schlechten Ergebnisse wurden nur durch die nach meiner Meinung unzulässige ABWERTUNG von Portalen, die eine Reiseversicherung als Standard-Option eingestellt haben. Das ist fast schon böswillig. Der Verbraucher hat immer noch die Möglichkeit, die Option zu deaktivieren, und wird bei einer Buchung noch einmal darauf hingewiesen. Der Verbraucher wird nicht übervorteilt. Warum Stiftung Warentest diese Abwertung eingeführt hat? Einfach: sonst wären alle Reiseportale ähnlich gut gewesen, also der Bericht wäre uninteressant gewesen. Wäre ich ein abgewertete Reiseportal würde ich sofort vors Gericht ziehen und Warentest öffentlich der Manipulation durch Kriterienauswahl beschuldigen. PS: Ich bin Abonnent von Test und Finanztest ...
Aibo 25.10.2012
2.
Zitat von spon-facebook-1389112783Die schlechten Ergebnisse wurden nur durch die nach meiner Meinung unzulässige ABWERTUNG von Portalen, die eine Reiseversicherung als Standard-Option eingestellt haben. Das ist fast schon böswillig. Der Verbraucher hat immer noch die Möglichkeit, die Option zu deaktivieren, und wird bei einer Buchung noch einmal darauf hingewiesen. Der Verbraucher wird nicht übervorteilt. Warum Stiftung Warentest diese Abwertung eingeführt hat? Einfach: sonst wären alle Reiseportale ähnlich gut gewesen, also der Bericht wäre uninteressant gewesen. Wäre ich ein abgewertete Reiseportal würde ich sofort vors Gericht ziehen und Warentest öffentlich der Manipulation durch Kriterienauswahl beschuldigen. PS: Ich bin Abonnent von Test und Finanztest ...
Nun, dass Portale z.B. der Firma Unister (Ab-in-den-Urlaub.de) im Ruf zweifelhafter Geschäftspraktiken stehen, ist ja nicht neu. Und den Umstand, dass Sie sich extra für diesen Kommentar einen Account angelegt haben, mag jeder Leser selbst bewerten...
Nemetz 25.10.2012
3. ab-in-den-Urlaub
Zitat von sysopdapdUnerwünschte Zusatzkosten, schlechter Kundenservice: Bei der Urlaubsbuchung im Internet droht Verbrauchern viel Ärger. Die Stiftung Warentest verglich neun Online-Portale für Pauschalreisen, nur drei von ihnen schnitten mit der Note "gut" ab. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/stiftung-warentest-ermittelt-reiseportale-mit-gutem-service-a-863304.html
Machte mit ab-in-den-Urlaub im Juni 2012 dieselben Erfahrungen. Sauteuer und nicht kompetent. Endloses Warten am Telefon.
spon-facebook-10000348501 25.10.2012
4.
Die Abwertung ist nicht böswillig, sondern zwingend - meiner Meinung nach sollte es sogar ein mangelhaft sein.. Solche voreingestellten Optionen verstoßen nämlich gegen geltendes Recht (Opt-out ist unzulässig). Insofern wird niemand so blöd sein und die Stiftung Warentest verklagen.
felisconcolor 25.10.2012
5. Wenn man das so liest
Zitat von sysopdapdUnerwünschte Zusatzkosten, schlechter Kundenservice: Bei der Urlaubsbuchung im Internet droht Verbrauchern viel Ärger. Die Stiftung Warentest verglich neun Online-Portale für Pauschalreisen, nur drei von ihnen schnitten mit der Note "gut" ab. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/stiftung-warentest-ermittelt-reiseportale-mit-gutem-service-a-863304.html
es ist mir neulich schon bei Kreditangeboten für Fahrzeuge einer bekannten Suchseite im Internet aufgefallen. Und deckt sich hier mit den Bewertungen der Reiseportale. Welche am aggressivsten beworben wurden, waren entweder im Falle der Kredite die teuersten oder bei den Portalen die schlechtesten. Wo sich wieder zeigt was wirklich gut ist braucht nicht (oder nicht massiv) beworben werden, das spricht sich auch so herum
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