Kundenservice Stralsund und Steinheim zu Bahnhöfen des Jahres gekürt

Biergarten, Veggie-Bistro und E-Bike-Ladestation: Bahnhöfe bieten heute mehr als Gleise fürs Wegfahren. Besonders kundenfreundlich werden Reisende in Stralsund empfangen, findet die Allianz pro Schiene.

DPA

Die Auszeichnung "Bahnhof des Jahres" geht in diesem Jahr nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Nordrhein-Westfalen. Der Verein Allianz pro Schiene kürte den Hauptbahnhof von Stralsund sowie die S-Bahn-Station Steinheim zu den kundenfreundlichsten und schönsten Haltestellen Deutschlands.

In Stralsund habe die "typisch norddeutschen Lebensart" überzeugt, "für die das Solide mehr zählt als Prunk und Protz", erklärte der Bahnlobbyverein. Positiv aufgefallen war unter anderem die Architektur des Empfangsgebäudes, das zwischen 1903 und 1905 im neogotischen Stil erbaut wurde. In der Halle erwartet den Reisenden ein hölzernes Deckengebälk samt Wandgemälde von der Stadt.

Der Jury gefielen zudem die tageslichtdurchflutete Bahnsteighalle, die vegetarischen Gerichte und die Sanddornspezialitäten im Bistro sowie die freundliche Art des Sicherheitspersonals ("Sicherheitsleute stehen immer am Gleis, wenn ein Regionalexpress einfährt"). Das Highlight verbirgt sich laut der Bahnhof-Inspektoren im Reisezentrum: Hier "ziert ein echtes Signal den Raum: Details, die nicht nur den Kenner der Eisenbahn entzücken".

"Wie ein gastfreundlicher Gutshof"

Die Station Steinheim an der Strecke Hannover-Altenbeken ist nach Ansicht der Juroren der "König der S-Bahnhöfe". Statt eines Bahnsteigs mit Wartehäuschen finde der Reisende hier "ein voll ausgestattetes Prachtstück".

Im frisch renovierten Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1929 befinden sich ein Hotel mit Fahrradkeller, eine Ladestation für E-Bikes sowie ein Restaurant mit Biergarten. "Das geniale Konzept dieser Anlage sorgt dafür, dass immer Menschen da sind", erklärte die Jury. "Wie ein gastfreundlicher Gutshof öffnet Steinheim müden Wanderern und Radfahrern seine Pforten", heißt es in der Würdigung.

Die Auszeichnung "Bahnhof des Jahres" wird seit 2004 vergeben. Bahnfahrer können Vorschläge machen. Nach einer Kriterienliste werden zum Beispiel die Kundeninformation, Sauberkeit, Integration in die Stadt und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln bewertet. Die Jury berücksichtigt auch, wie wohl man sich ganz subjektiv in dem jeweiligen Bahnhof fühlt. In der Allianz pro Schiene sind 23 Organisationen zusammengeschlossen, darunter Naturschutz-, Umwelt-, Verkehrs- und Verbraucherverbände.

jus/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
koelneruwe 22.08.2016
1. Stralsund
Steigen Sie mal in Stralsund Hbf mit einem Rollator um: Sie wwerden staunen, wie freundlich und hilfsbereit Bahn-Mitarbeiter sein können.
reabirah 22.08.2016
2. Übertriebenster Bahnhof
Steinheim ist der übertriebenste Bahnhof, den ich kenne. Zugangswege für Fußgänger, Radfahrer, Autos aus allen Himmelsrichtungen, riesige Parkplätze auf beiden Seiten, hässliche graue Betonplatten, die einem den Weg zum Gleis leiten sollen und das für einen Zug um viertel nach und einen Zug um viertel vor
itajuba 22.08.2016
3.
Aha, typisch norddeutsch ist also, dass Punk und Protz mehr zählen. Soll das heissen, dass Punk und Protz typisch süddeutsch sind? Tolles Argument.
itajuba 22.08.2016
4. Berichtigung
Entschuldigung, es muss natürlich so heissen: Aha, typisch norddeutsch ist also, dass das Solide mehr zählt als Prunk und Protz. Soll das heissen, dass Prunk und Protz typisch süddeutsch sind? Tolles Argument.
aufmerksamer Leser 22.08.2016
5.
Ach ja, vor 40 Jahren - ich lebte in einer Kleinstadt, Bahnhof mit 2 Ticketschaltern, Gepäck- und Fahrradaufgabe, Zeitungskiosk, Mitropa mit ganztägigem warmen Essen, ordentlichen Bahnhofshalle. Nebenan der Güterbahnhof. Heute ist dort alles zugemauert und man darf draußen auf den Zug warten.
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