Streiks an deutschen Flughäfen Was Passagiere wissen müssen

Am Dienstag legt das Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen die Arbeit nieder. Passagiere, die von dort abfliegen wollen, werden nicht an Bord gehen können. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Sicherheitsschleuse im Frankfurter Flughafen
DPA

Sicherheitsschleuse im Frankfurter Flughafen


Wann und wo wird gestreikt?

Am Dienstag, 15. Januar tritt Sicherheitspersonal an acht deutschen Flughäfen in den Streik: in Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Bremen, Dresden, München, Leipzig/Halle und Erfurt. Insgesamt haben die Airlines mehr als Tausend Flüge gestrichen. Mehr zu den aktuellen Ausfällen lesen Sie hier.

Wer ist betroffen?

Fluggäste, die von den Airports abreisen, werden während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen. "Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden nicht besetzt sein", teilte der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport mit. Die Kontrollstellen dürfen dem Luftsicherheitsgesetz gemäß nur von speziell ausgebildetem Personal betrieben werden - daher kann dort laut Fraport kein anderes Personal zur Verstärkung eingesetzt werden. Der Flughafenbetreiber bittet die betroffenen Passagiere, von einer Anreise zum Flughafen abzusehen.

Die Umsteigeprozesse im Transferbereich werden wohl weitgehend stattfinden können, teilte Fraport auf seiner Webseite mit. "Allerdings wird es hier zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen." Ab 20 Uhr werde der Flugbetrieb auch für Zusteiger in Frankfurt wieder anlaufen, es sei aber auch danach mit Beeinträchtigungen und Verzögerungen zu rechnen.

Wo gibt es Informationen für betroffene Passagiere?

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen ist es der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen - hier in Frankfurt - bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Können die Flüge storniert oder umgebucht werden?

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Ist ein Ersatzflug erst am kommenden Tag oder später möglich, muss die Airline Übernachtungen und Transfers zum Hotel bereitstellen. Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung sorgen.

Welche Leistungen stehen Passagieren bei Flugausfall und Verspätungen zu?

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen durch die Fluglinien - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

Und welche Entschädigungen?

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber ebenso wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht. Verbraucherschützer haben an dieser Sichtweise allerdings rechtliche Zweifel.

Was ist ansonsten zu beachten?

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

abl/AFP/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
trabiman 11.01.2019
1.
Was mir fehlt, ist die Auswertung der Umweltverbände, die Autofahrern das Leben schwer machen, um wieviel die Luft in Frankfurt durch die ausgefallenen Flüge besser geworden ist.
ted211 11.01.2019
2. Hoheitliche Aufgabe
Es wird höchste Zeit, dass die Sicherheitskontrollen als hoheitliche Aufgabe von der Bundespolizei durchgeführt wird.
lynx999 12.01.2019
3. Ergänzung für den Artikel
Liebe Spiegel Redaktion, Ihr könnt gerne mal das vorbildliche Verhalten im Sinne der Passagiere von Tuifly erwähnen. Anstelle die Flüge einfach und kostengünstig zu stornieren werden die Flüge am Dienstag an den Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden verlegt und ein Bustransfer organisiert. Info ist auch an die Passagiere raus gegangen. Die scheinen nach dem Chaos Sommer gelernt zu haben wie man mit den Kunden umgehen sollte.
ulrics 13.01.2019
4. Gut fürs Klima
wenn viele Flüge ausfallen und einige Flüge sind auch gar nicht nötig.
schulz.d 13.01.2019
5. Bundespolizei
Warum übernimmt nicht die BP diese Aufgabe? Abgesehen vom volkswirtschaftlichen Schaden sollten die Beamten einer Bereitschaftseinheit diese Aufgabe doch meistern können...!?
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