Streik am Freitag Ryanair streicht laut Gewerkschaften zu wenige Flüge

Ryanair-Mitarbeiter treten am Freitag in sechs Ländern in den Streik. Das Unternehmen hat um die 200 Flüge abgesagt. Zu wenige, sagen die Gewerkschaften, sie befürchten Unruhe an den Flughäfen.

Anzug eines Mitarbeiters von Ryanair
REUTERS

Anzug eines Mitarbeiters von Ryanair


Auf Europas größten Billigflieger Ryanair und seine Fluggäste rollt die nächste Streikwelle zu. Crews aus sechs verschiedenen europäischen Ländern wollen am Freitag ganztägig die Arbeit niederlegen - das kündigten die zuständigen Gewerkschaften an. Auch die Vereinigung Cockpit (VC) hat die Piloten und Ver.di die Flugbegleiter an allen deutschen Standorten zu Streik aufgerufen.

Trotzdem strich Ryanair bis Donnerstagnachmittag nur um die 200 Flüge aus dem Programm mit mehr als 2400 Verbindungen. Die große Mehrheit der Beschäftigten werde ihren Dienst antreten, hieß es. Bereits am Mittwoch hatte Ryanair für Freitag 150 Europa-Flüge abgesagt. Diese Zahl erhöhe sich noch einmal um 35 bis 45 Streichungen, weil kurzfristig die VC ihre Teilnahme an dem Streik bekanntgegeben hatte. Das wären nur rund 10 Prozent des für Deutschland geplanten Programms mit rund 400 Verbindungen.

Später teilte Ryanair per Twitter mit, man habe wegen des VC-Streiks "unter 100" Flüge abgesagt. Eine Streichliste wurde erneut nicht veröffentlicht, dafür sollten betroffene Passagiere individuell informiert werden. Die Ryanair-Beteiligung Laudamotion sagte für Freitag acht Deutschland-Flüge ab.

Die Vereinigung Cockpit bezweifelte, dass es nur zu geringen Auswirkungen auf den Flugverkehr kommen werde: "Es werden deutlich mehr als 35 Flüge ausfallen", sagte VC-Sprecher Janis Schmitt. Beim letzten Streik der Piloten hatte Ryanair in Deutschland 150 von 400 Flügen abgesagt.

Ryanair riskiere mit der Absage nur weniger Flüge ein Luftverkehrschaos, warnte die belgische Gewerkschaft CNE in Brüssel. "Indem es angesichts des morgigen Streiks nicht genügend Flüge annulliert, verhält sich Ryanair unverantwortlich und riskiert Spannungen und Unsicherheiten für Flughafenmitarbeiter, eigene Beschäftigte und Passagiere." Am Flughafen Charleroi etwa drohe angesichts von bis zu 20.000 erwarteten Passagieren Unruhe.

Die größte Ryanair-Basis in Deutschland ist der Flughafen Frankfurt. Dort plant Ver.di - wie in Berlin-Schönefeld - am Freitag eine Kundgebung, zu der auch Kollegen anderer Standorte kommen sollen. In Frankfurt waren am Donnerstagnachmittag noch alle 22 geplanten Ryanair-Abflüge gültig.

abl/dpa



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