Ausstand ab Mittwoch Lufthansa streicht wegen Pilotenstreik 3800 Flüge

Die Lufthansa stellt ihren Betrieb von Mittwoch bis einschließlich Freitag fast komplett ein. 3800 Flüge fallen aus, Grund ist ein umfangreicher Streik der Piloten. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Lufthansa-Maschinen in Düsseldorf: Streik ab Mittwoch
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Lufthansa-Maschinen in Düsseldorf: Streik ab Mittwoch


Frankfurt am Main - Die Lufthansa streicht wegen des Streiks der Piloten von Mittwoch bis Freitag 3800 Flüge. Das teilte die Fluggesellschaft mit. Davon seien voraussichtlich mehr als 425.000 Passagiere betroffen. Die Piloten wollen drei komplette Tage streiken, um ihrer Forderung nach mehr Geld und der Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck zu verleihen. Bisher konnten Gespräche zwischen der Airline und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Arbeitsniederlegung nicht abwenden.

Während des Ausstandes sollen insgesamt nur rund 500 Flüge auf kurzen und mittleren Strecken verkehren. Dafür werden Piloten eingesetzt, die nicht bei der VC organisiert sind. Es handelt sich laut der Lufthansa um einen der größten Ausstände in der Geschichte des Unternehmens. Auch die meisten Frachtflüge der Lufthansa Cargo seien bereits abgesagt.

Welche Flüge von dem Streik zwischen 0 Uhr am Mittwoch und 23.59 Uhr am Freitag betroffen sind, geht aus einer im Internet veröffentlichten Liste der Fluggesellschaft hervor. Der Streik betrifft auch die Tochtergesellschaft Germanwings. Die Absagen gelten für Verbindungen bis inklusive Samstag. Bereits für Dienstag sind 40 Flüge gestrichen. In der vergangenen Woche hatte Lufthansa beim weit kürzeren Warnstreik des Flughafenpersonals rund 600 Verbindungen gestrichen.


Hier finden Sie die wichtigsten Informationen:

Wo erhalte ich Auskunft zu meinem Flug?

Die Lufthansa listet hier die stornierten Flüge auf. Den eigenen gebuchten Flug können Kunden hier überprüfen.

Was soll ich mich verhalten?

Lufthansa-Kunden dürfen bei innerdeutschen Flügen, die aufgrund des Streiks ausfallen, die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür müssen sie ihr Ticket online oder mobil über "Meiner Buchungenoder an einem Check-in-Automaten der Lufthansa in eine Fahrkarte umwandeln.

Wer sein Ticket online unter Lufthansa.com gekauft hat und dessen Flug gestrichen wurde, kann den Flug kostenfrei stornieren. Wer ein Ticket für einen Flug im Zeitraum 2. bis 4. April besitzt, der nicht ausfällt, kann dieses einmalig kostenlos unter "Meine Buchungen" umbuchen. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann das Service-Center der Lufthansa anrufen: 0800-8506070.

Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Hotlines von Veranstaltern:


Der Streik trifft genau die Osterferien in Niedersachsen und Bremen, die am Donnerstag beginnen. Weitere Streiks bis zum Ende der Osterferien bundesweit sollen nach derzeitigem Stand ausgeschlossen sein. Die letzten Osterferien enden in diesem Jahr am 2. Mai in Thüringen und in Schleswig-Holstein.

Betroffen von dem Arbeitskampf sind die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Die Konzerntöchter Swiss und Austrian Airlines haben eigene Tarifverträge und sind vom Ausstand bei der Lufthansa nicht berührt.

Bei vorangegangenen Streiks hatte die Airline mit ihren Ersatzflugplänen das Ziel verfolgt, den Normalbetrieb möglichst schnell nach Streikende wieder zu erreichen. Dafür ist es wichtig, dass sich Maschinen und Crews zum Streikende an den Plätzen befinden, an denen sie auch planmäßig zu sein hätten. Das kann dazu führen, dass während der Streiktage die Flüge eher großzügiger gestrichen werden und einzelne Crews für mehrere Tage im Ausland bleiben müssen.

abl/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 156 Beiträge
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Seite 1
knowit 31.03.2014
1. Der Passagier
zahlt letztendlich die völlig überhöhten Pilotengehälte der Lufthansa, oder eben auch nicht. Letztendlich läuft die Lufthansa als Ganzes Gefahr, nicht mehr wettbewerbsfähig und vom Markt verdrängt zu werden. Insofern ist es für die LH überlebenswichtig, ihre Piloten und deren exorbitante Forderungen ein für alle Mal in den Griff zu bekommen.
purefrancis 31.03.2014
2. Jammern auf allerhöchstem Niveau....
...dafür habe ich 0,0 Verständnis. Die sägen an dem goldenen Ast, auf dem sie selbst sitzen!
Zorpheus 31.03.2014
3. Schadensersatz
Wenn die Lufthansa keinen Schadensersatz zahlen muss, kann man dann vielleicht die Gewerkschaften in Regress nehmen? Ob das schon mal jemand versucht hat?
sunrise560 31.03.2014
4. Interessiert mich nicht...
wenn die LH Piloten streiken und ihre eigene Firma massiv schädigen. Es ist schon traurig, was einzelne Interessensgruppen mit diese Airline veranstalten: Sicherheitspersonal, Totengräbergewerkschaft Verdi und jetzt die Piloten. Ich werde daraus die Konsequenzen ziehen und auf meiner Dienstreise am kommenden Wochenende mit Emirates fliegen. Weiter so, Gewerkschaften, dann liegt der Kranich am Boden.
Niederbayer 31.03.2014
5.
Das einzig vernünftige wäre es nun die nicht benötigten Mitarbeiter wie Bordcrews usw. während der Streikdauer auszusperren. Soll sich doch die Gewerkschaft Cockpit um die Leute kümmern.
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