Streik bei El Al und Co.: Israelische Fluglinien protestieren gegen EU-Abkommen

Angestellte von israelischen Fluglinien sind in einen unbefristeten Streik getreten. El Al, Arkia und Israir protestieren damit gegen das Open-Skies-Abkommen mit der Europäischen Union. Weltweit sind Tausende Passagiere betroffen.

Ben-Gurion-Flughafen: Seit Sonntag streiken drei israelische Fluglinien Zur Großansicht
AP/dpa

Ben-Gurion-Flughafen: Seit Sonntag streiken drei israelische Fluglinien

Tel Aviv - Aus Protest gegen ein Flugabkommen mit der EU setzen die Beschäftigten der israelischen Fluggesellschaften ihren Streik fort. Tausende von Reisenden in Israel und aller Welt seien davon betroffen, meldeten israelische Medien am Montag. In Jerusalem demonstrierten am Sonntag wütende Angestellte der Fluggesellschaften und setzten Reifen in Brand. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Die israelische Regierung hatte am Sonntag das sogenannte Open-Skies-Abkommen gebilligt. Es soll den Markt binnen fünf Jahren für mehr Wettbewerb öffnen und eine deutliche Ausweitung der Linienflüge von und nach Israel ermöglichen. Eine Mehrheit von 16 Ministern stimmte dafür, nur drei Minister stimmten dagegen. Transportminister Israel Katz sprach von einem "großen Erfolg" für Israel, das damit ein Teil des europäischen Luftfahrtraums werde.

Der unbeschränkte Streik der Fluggesellschaften El Al, Arkia und Israir begann am Montag um 4 Uhr. Mehrere Flüge waren daher vorverlegt worden. Flüge internationaler Fluggesellschaften sind von dem Streik nicht betroffen.

Der israelische Gewerkschaftsdachverband Histadrut kündigte für Dienstag einen Solidaritätsstreik an. Von 4 Uhr an soll der internationale Flughafen Ben Gurion vier Stunden lang bestreikt werden. Alle Flüge sollen ausfallen. Der Industriellenverband beantragte beim Arbeitsgericht ein Verbot der Streiks.

Die israelische Einwanderungsministerin Sofa Landwer, die gegen das Flugabkommen gestimmt hatte, sagte dem Rundfunk am Montag, sie sei zwar für freien Wettbewerb. Vor der Unterzeichnung des Abkommens mit der EU hätten jedoch die Folgen gründlicher geprüft werden müssen. Sie warnte vor einem wirtschaftlichen Kollaps der israelischen Fluggesellschaft El Al und dem Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen.

Tourismusminister Uzi Landau sagte dagegen, das Open-Skies-Abkommen werde zu einem "Aufschwung in der Tourismusbranche" führen. Dies werde etwa 200.000 Israelis zugutekommen, die in dem Bereich arbeiten. Die neue Vereinbarung löst die bilateralen Flugvereinbarungen zwischen Israel und den einzelnen EU-Ländern ab.

abl/dpa

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