Streik in Frankfurt: Flughafen-Personal will Arbeitskampf verschärfen

Die Gewerkschaft der Flugsicherung erhöht am zweiten Tag ihres Streiks den Druck auf den Airport-Betreiber Fraport: Für 14 Stunden soll Deutschlands größtes Luftfahrt-Drehkreuz heute blockiert werden, über 280 Flüge wurden bereits gestrichen. Und nächste Woche drohen neue Turbulenzen.

Zweiter Streiktag am Frankfurter Flughafen: 14 Stunden Warten und Hoffen
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DPA

Frankfurt am Main - Am zweiten Tag in Folge drohen Reisenden am Frankfurter Flughafen erhebliche Einschränkungen. Die Mitarbeiter auf dem Vorfeld des Airports haben am Freitag erneut die Arbeit niedergelegt. Diesmal soll der Ausstand noch länger dauern als am Donnerstag. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat einen Ausstand der rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Verkehrsplaner von 8 bis 22 Uhr angekündigt.

Der Arbeitskampf am Donnerstag hatte von 15 Uhr bis 22 Uhr gedauert. In diesem Zeitraum fielen 172 der 526 ursprünglich vorgesehenen Flüge aus. Am Freitag sollen in der streikbedrohten Zeit 1082 Maschinen starten oder landen. 282 Flüge davon sind bereits gestrichen, wie ein Flughafen-Sprecher sagte. Unabhängig vom Streik gilt für den Airport derzeit außerdem ein gerichtlich verhängtes Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr.

Allein die Lufthansa hat 250 ihrer Verbindungen an ihrem Heimatflughafen annulliert. Betroffen sind vor allem die Kurzstrecken-Flüge. Bei Air Berlin fallen am Freitag 6 der geplanten 18 Flüge aus, sagte Sprecherin Alexandra Bakir, das betreffe Verbindungen von und nach Berlin und Wien. Kunden der Berliner Airline können ihr Ticket wie bei der Lufthansa in ein Bahnticket umwandeln. Bei Condor werden alle 29 Abflüge und Ankünfte stattfinden, die Airline rechnet an ihrem Hauptdrehkreuz allerdings mit Verzögerungen.

Die GdF will den Arbeitskampf in der nächsten Woche noch verschärfen, wenn der Betreiber Fraport nicht einlenkt. "Wir werden nicht zurückstecken", erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitagmorgen. Man werde bei einem Stillstand der Gespräche "definitiv" wieder streiken und erneut 24 Stunden vorher warnen.

Am Wochenende werde es voraussichtlich keinen Ausstand geben, so dass alle Beteiligten nachdenken könnten, sagte Siebers. Fraport-Sprecher Jürgen Harrer forderte die GdF hingegen erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

"Wir fühlen uns erpresst"

Das Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, hat aber eine zentrale Rolle bei der Abwicklung des Betriebs auf dem Flughafen, weshalb ihr Arbeitskampf Starts und Landungen stark behindert. Der Airport-Betreiber Fraport Chart zeigen und die Fluggesellschaft Lufthansa hatten den Streik kritisiert. "Wir fühlen uns erpresst", hieß es bei der Fraport. Auch andere Gewerkschaften und Verbände verurteilten das Vorgehen der GdF als unsolidarisch und egoistisch.

Fraport will auch am Freitag trotz des angekündigten weiteren Streiks mehr als die Hälfte der planmäßigen Starts und Landungen abwickeln. "Die Lernkurve unseres Zusatzpersonals zeigt nach oben", sagte Fraport-Vorstand Peter Schmitz mit Blick auf neu geschultes Personal. Hintergrund des Streiks ist ein Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaft und Fraport.

Die Positionen in dem Tarifstreit zwischen GdF und Fraport sind verhärtet. Die Arbeit der Vorfeld-Kontrolleure ist mit der Eröffnung der vierten Landebahn in Frankfurt der GdF zufolge wesentlich anspruchsvoller geworden. Die Lohnentwicklung habe damit aber nicht Schritt gehalten, argumentieren die Arbeitnehmervertreter.

Der Flughafenbetreiber hatte zuletzt einen Schlichterspruch des früheren Hamburger Ersten Bürgermeisters Ole von Beust abgelehnt und eine nachfolgende Frist der Gewerkschaft verstreichen lassen. Man wolle lediglich auf der Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln, erklärte Personalchef Herbert Mai. Die GdF will den Spruch nach eigenen Angaben umsetzen. Mai bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent im Vergleich zum bisherigen Stand.

Der Streik wird wohl noch bis mindestens Samstag Behinderungen im Flugverkehr verursachen. Für Reisende, die sich gegen den Streik rüsten wollen, hat SPIEGEL ONLINE hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Kontaktadressen und Telefonnummern der Fluggesellschaften zusammengestellt.

dkr/Reuters/dpa

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insgesamt 37 Beiträge
GlenRunciter 17.02.2012
Gestern wurde berichetet was diese Vorfeldarbeiter im Jahr verdienen. Im Schnitt 45000 Euro im Jahr. Nicht schlecht für einen Job, für den andere jetzt in ein zwei Tag geschult werden. Den Forderung der Gewerkschaft war eine [...]
Gestern wurde berichetet was diese Vorfeldarbeiter im Jahr verdienen. Im Schnitt 45000 Euro im Jahr. Nicht schlecht für einen Job, für den andere jetzt in ein zwei Tag geschult werden. Den Forderung der Gewerkschaft war eine Lohnerhöhung um 50%. Dann wären wir bei einem Jahresgehalt von ca. 65000 Euro. Ich als Fachhochschulabsolvent verdiene gerade einmal etwas mehr als die Hälfte davon.
waldbaer 17.02.2012
Viel mehr wird es auch nicht werden wenn dein Leben aus Milchmädchenrechnungen besteht.
Zitat von GlenRunciterGestern wurde berichetet was diese Vorfeldarbeiter im Jahr verdienen. Im Schnitt 45000 Euro im Jahr. Nicht schlecht für einen Job, für den andere jetzt in ein zwei Tag geschult werden. Den Forderung der Gewerkschaft war eine Lohnerhöhung um 50%. Dann wären wir bei einem Jahresgehalt von ca. 65000 Euro. Ich als Fachhochschulabsolvent verdiene gerade einmal etwas mehr als die Hälfte davon.
Viel mehr wird es auch nicht werden wenn dein Leben aus Milchmädchenrechnungen besteht.
KäptnBlaubär 17.02.2012
Schade das der schon ergangene Schlichterspuch von der Fraportleitung abgelehnt wurde.Schade auch, das darüber nicht ausfürlicher berichtet wird. Objektivität gibt es nur bei Auslandssender die über die Republick Banane berichten. [...]
Schade das der schon ergangene Schlichterspuch von der Fraportleitung abgelehnt wurde.Schade auch, das darüber nicht ausfürlicher berichtet wird. Objektivität gibt es nur bei Auslandssender die über die Republick Banane berichten. Schade.
verstehnix 17.02.2012
entlassen. Ihre Forderungen stehen in keinem Verhältnis zu ihren Leistungen. Das ist ein besserer Hilfsarbeiter-Job. Der Parkplatzwächter kann mehr, er muss noch kassieren.
entlassen. Ihre Forderungen stehen in keinem Verhältnis zu ihren Leistungen. Das ist ein besserer Hilfsarbeiter-Job. Der Parkplatzwächter kann mehr, er muss noch kassieren.
CGruen 17.02.2012
Am Wochenende wird nicht gestreikt. Klar - da gibt's ja Zuschläge. Gewerkschaften haben schon recht eigene Regeln......
Am Wochenende wird nicht gestreikt. Klar - da gibt's ja Zuschläge. Gewerkschaften haben schon recht eigene Regeln......
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  • Datum: Freitag 17.02.2012 | 08:53 Uhr
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