Lufthansa-Piloten Streik ohne Ende

Was erst wie ein Warnstreik aussah, weitet sich zu einem mit aller Härte geführten Arbeitskampf aus: Die Piloten der Lufthansa haben ihren Streik wieder verlängert - jetzt mit offenem Ende.

Stopp für Flugzeuge: Lufthansa-Nicht-Flieger in München
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Stopp für Flugzeuge: Lufthansa-Nicht-Flieger in München


Am dritten Tag ihres Streiks erhöhen die Piloten den Druck auf die Lufthansa. Ein Ende des Arbeitskampfes sei nicht absehbar, erklärte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, am Freitag in Frankfurt: "Es gibt kein vorher festgelegtes Enddatum für den Streik."

Das hatte man Mitte der Woche noch nicht absehen können. Begonnen hatte die aktuelle Streikrunde mit einem zunächst für einen Tag angesetzten Pilotenausstand am Mittwoch, der sich an einen eintägigen Streik der Eurowings-Kabinenbesatzungen angeschlossen hatte und in Folge Tag für Tag verlängert worden war.

Dass die aktuelle Ansage ein Ende des Streiks nun offen lässt, ist eine neue Qualität und setzt die Lufthansa unter erhöhten Druck. Reisende müssen auch in den nächsten Tagen mit Flugausfällen und erheblichen Störungen des Flugplans rechnen.

Erklärtes Streikziel sei es, von der Lufthansa ein verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten, heißt es seitens der Gewerkschaft. Sobald dies vorliege, könne der am Mittwoch begonnene Arbeitskampf beendet werden. Dies sei Konsens unter den Gewerkschaftsmitgliedern. "Die Kollegen erwarten, dass wir die Lufthansa nicht mit Samthandschuhen anfassen."

Jörg Handwerg, Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC)
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Jörg Handwerg, Sprecher der Vereinigung Cockpit (VC)

Am Freitag fallen wegen des Streiks erneut 830 Lufthansa-Flüge aus. Betroffen seien alle innerdeutschen und Europaflüge mit zusammen mehr als 100.000 Reisenden, teilte die Lufthansa mit. Die Langstreckenflüge würden hingegen "nahezu planmäßig" starten. Vereinzelt könnten aber noch Verbindungen wegen des vorherigen Streiktages ausfallen. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden nicht bestreikt.

Am Samstag in die Ferne? Kann man vergessen

Auch am Samstag wollen die Piloten streiken. Es seien alle Langstreckenverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen, hatte die Gewerkschaft am Donnerstagabend mitgeteilt. Lufthansa wollte bis zum Mittag erneut einen Sonderflugplan aufstellen. An den drei bisherigen Streiktagen waren mehr als 315.000 Passagiere von 2618 Flugausfällen betroffen.

Die Lufthansa forderte die Piloten zu einer Schlichtung auf. Schon jetzt zahle die Airline ihren Piloten mehr als bei anderen Fluggesellschaften üblich. Das Management sei für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wolle den Konzern zukunftsfähig aufstellen, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister am Donnerstag.

Am Donnerstag demonstrierten Mitarbeiter der Lufthansa Technik in Hamburg gegen die Sparpolitik der Unternehmensleitung
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Am Donnerstag demonstrierten Mitarbeiter der Lufthansa Technik in Hamburg gegen die Sparpolitik der Unternehmensleitung

Gewerkschaft: Demo am Mittwoch möglich

Im bis April 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Die Gewerkschaft scheint entschlossen, diesen nun seit Jahren schwelenden Tarifkonflikt jetzt auszufechten. VC-Sprecher Handwerg bestätigte, dass die VC für kommenden Mittwoch (30. November) eine Demonstration am Frankfurter Flughafen angemeldet hat. Das sei vorsorglich geschehen. Es gebe den Wunsch der Mitglieder, Einigkeit zu demonstrieren, wenn das zu diesem Zeitpunkt noch notwendig sein sollte. Ob bis zum Mittwoch gestreikt werde, stehe nicht fest, sondern hänge vom weiteren Verhalten der Lufthansa ab.

dpa/pat



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