Streikpause Lufthansa will am Montag nach Plan fliegen

Fünf Tage lang sind Flüge der Lufthansa ausgefallen - ab Montag soll der Betrieb wieder normal laufen. Die Piloten wollen ihren Streik unterbrechen.

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt
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Lufthansa-Maschinen in Frankfurt


Die Lufthansa-Piloten haben am Sonntag erstmals seit Mittwoch nicht zum Streik aufgerufen, erklärte die Fluggesellschaft am Sonntag auf Twitter. Trotzdem sind die Folgen des mehrtägigen Ausstands für manche Passagiere noch zu spüren. Zwar könne die Fluggesellschaft einen weitgehend normalen Flugbetrieb bieten, dennoch komme es noch zu Einschränkungen. "Konkret heißt das, dass heute 35 Flüge betroffen sind", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag in Frankfurt.

Acht Flüge seien in München gestrichen, davon fünf Interkontinentalverbindungen, 27 Flüge fallen in Frankfurt aus, 14 davon sind Langstreckenflüge.

Sollte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auch am Montag nicht zum Streik aufrufen, dürfte der Betrieb wieder normal laufen. Die Gewerkschaft kündigt ihren Streik mindestens 24 Stunden im Voraus an.

Die Lufthansa will am Montag zu ihrem Flugplan zurückkehren und sämtliche Verbindungen wie vorgesehen anbieten.

"Keine Bewegung"

Die Piloten haben wegen des Tarifkonflikts seit Mittwoch die Arbeit niedergelegt. An den vier Streiktagen verpassten rund 350.000 Passagiere ihren Flug.

Am Freitagabend hatte Cockpit in dem festgefahrenen Streit einen neuen Vorschlag der Fluggesellschaft abgelehnt. "Es gab keine Bewegung seitens Lufthansa auf uns zu", hatte Cockpit-Vorstand Jörg Handwerg der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. "Wir brauchen ein verhandlungsfähiges Angebot. Ansonsten kann es immer wieder zu Streikmaßnahmen kommen."

Unterdessen forderte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens Cockpit auf, neue Gespräche mit dem Konzern aufzunehmen. "Wir müssen reden", sagte Volkens der "Bild am Sonntag". "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt."

Auskunft für Reisende

Reisende können sich über die Lufthansa-Website informieren, ob ihre Verbindung unter den gestrichenen Flügen ist. In der Onlineauskunft ist ein Sonderflugplan aktiviert. Dieser wird laut der Lufthansa auch befolgt.

Gestrandeten Passagieren wurden Umbuchungen angeboten. Vom Streik betroffene Passagiere finden hier weitere wichtige Hinweise und Telefonnummern.

Ein Ende des bis 2014 zurückreichenden Tarifkonflikts zwischen Europas größtem Luftverkehrskonzern und der Pilotengewerkschaft ist nicht absehbar. Es ist die inzwischen 14. Streikrunde. Die Pilotengewerkschaft VC verteidigt ihre Streiks damit, dass das Lufthansa-Management keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe.

boj/dpa/Reuters

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