Ich haben einen Flug bei der Lufthansa gebucht, die hauptsächlich vom Streik in Frankfurt betroffen war. Welchen Service bietet die Airline?
Passagiere können sich auf der Homepage der Lufthansa Informationen einholen: Dort führt eine Liste die gestrichenen Flüge auf, mit der Flug- oder Buchungsnummer können Fluggäste direkt ihre Verbindung abrufen. Wer seine Mobilnummer bei der Buchung angegeben hat, erhält bei einem stornierten Flug direkt über sein Handy eine Info-SMS.
Die Lufthansa-Kunden können ihre Flüge kostenlos stornieren oder umbuchen. Innerdeutsch reisende Passagiere können auch die Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür kann das eTix-Ticket sowohl am Check-in-Automaten am Flughafen, aber auch online umgewandelt werden. Die Servicenummer ist 01805-805805.
Auch Air-Berlin-Kunden erhalten für ihre Flugticket eine Bahnfahrkarte.
Ich bin Kunde einer anderen Airline - wie informiere ich mich darüber, ob mein Flug ausfällt oder verspätet ist?
Was passiert, wenn mein Flug gestrichen wurde?
Einen wegen Streiks gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug - womöglich erst nach Ende des Streiks.
Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?
Der jeweilige Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Passagiere erhalten Essen und Getränke, meist in Form von Gutscheinen. Außerdem dürfen sie kostenlos zweimal telefonieren, Faxe verschicken oder E-Mails schreiben.
Wenn der Flug sich auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung im Hotel bezahlen. Wie viele Nächte das sind, wird noch vor Gericht verhandelt. Zumindest zwei Übernachtungen sind aber gesichert.
Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen einfordern.
Urlauber sollten nicht aus Verärgerung einfach ein Zugticket buchen. Wer beispielsweise einen Flug von Frankfurt am Main über Paris nach New York gebucht hat, sollte nicht auf eigene Faust mit dem Zug nach Paris fahren, um den Anschlussflug zu erwischen. Denn dann sei es fraglich, ob die Fluggesellschaft das Zugticket erstattet, warnen Reiserechtsexperten. Besser ist es, sich ein Bahnticket am Check-in am Flughafen von der Airline ausstellen zu lassen.
Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?
Diese Frage ist strittig. Laut Reiserechtler Paul Degott ist es zweifelhaft, ob es sich bei dem Streik um höhere Gewalt handelt. Denn anders als bei Fluglotsen seien die Vorfeld-Mitarbeiter beim Flughafenbetreiber angestellt. Dieser müsse für einen reibungslosen Betrieb sorgen. Zudem sei der Streik absehbar gewesen. Dementsprechend bestehe unter Umständen für Passagiere die Möglichkeit, von den Reiseveranstaltern oder Fluggesellschaften Schadenersatz zu erhalten.
Welche Rechte haben Reisende, deren Urlaub sich verkürzt?
Entgehen dem Reisenden durch den Streik Urlaubstage, muss der Veranstalter den Anteil des Reisepreises für diese Tage zurückerstatten, erklärt Degott. Verkürzt sich der Urlaub massiv - kommt der Betreffende also bei einem einwöchigen Urlaub zum Beispiel erst drei Tage später an-, seien außerdem die Chancen auf Schadenersatz gut: Dann gibt es nicht nur das Geld für die Tage zurück, an denen der Urlaub ausgefallen ist, sondern auch eine Entschädigung dafür, dass der Urlaub insgesamt beeinträchtigt war.
Flughafen-Auskunft
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle gibt der Flughafen Frankfurt auf seiner Website bekannt. Bei Rückfragen steht das Fraport Communication Center unter der Nummer 01805 -3724636 zur Verfügung.
Fluglinien-Auskunft
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Airlines auf diesen Websites bekannt. Bei Anrufen aus dem Festnetz an die 01805-Nummern entstehen Kosten von 0,14 Euro/Minute.
Hotlines von Veranstaltern
abl/dpa
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