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16. April 2012, 18:38 Uhr

Streit um Bonusmeilen

Lufthansa geht in Berufung

Die Niederlage vorm Landgericht wird nicht akzeptiert: Die Lufthansa bemüht im Rechtstreit um Änderungen ihres Bonusmeilen-Programms die nächsthöhere Instanz - die Fluggesellschaft hat Berufung eingelegt.

Frankfurt am Main - Im juristischen Streit um den Wert ihrer Bonusmeilen geht die Lufthansa in die nächste gerichtliche Runde. Die Fluggesellschaft erkennt das von einem Vielflieger erstrittene Urteil des Landgerichts Köln gegen die Abwertung seiner Meilen nicht an und hat beim Oberlandesgericht Köln Berufung eingelegt, wie ein Sprecher des Unternehmens am Montag in Frankfurt erklärte.

Es gehe vor allem darum, was künftig unter einer rechtzeitigen Information der Millionen Teilnehmer an dem Bonusprogramm "Miles & More" zu verstehen sei, sagte der Sprecher. Die Lufthansa verteidigte zudem erneut die Änderung der Boni-Bedingungen, die keineswegs nur Verschlechterungen beinhaltet habe. Man benötige Rechtssicherheit.

In der ersten Instanz hatten die Richter geurteilt, dass die Umstellung zu kurzfristig vollzogen worden sei. Das Unternehmen hätte die Änderungen mit einem Vorlauf von vier Monaten ankündigen müssen, statt einen Monat vorher wie im konkreten Einzelfall. Nach der Änderung wurden beispielsweise mit Meilen bezahlte Langstreckenflüge deutlich teurer.

Die Lufthansa verteidigte auch die bilanziellen Rückstellungen für die Meilen-Ansprüche ihrer Kunden. Die Meilen, die bei mehr als 250 Partnern eingelöst werden können, seien dort mit 0,8 Cent pro Meile richtig bewertet, erklärte der Sprecher. Im Kölner Verfahren war hingegen von einem Wert von 2,8 Cent die Rede gewesen, was wegen der Vielzahl der bislang gesammelten und nicht eingelösten Meilen der Lufthansa-Kunden ein Bilanzloch von mehr als 3 Milliarden Euro bedeuten könnte.

Der Kläger im Kölner Verfahren sieht in dem Vorgehen der Lufthansa mittlerweile gewerbsmäßigen Betrug in 21 Millionen Fällen und hat eine entsprechende Strafanzeige gestellt. Die Lufthansa hatte dies als "absurdes PR-Theater" bezeichnet.

dkr/dpa

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