Streit um Bonusmeilen: Lufthansa geht in Berufung

Die Niederlage vorm Landgericht wird nicht akzeptiert: Die Lufthansa bemüht im Rechtstreit um Änderungen ihres Bonusmeilen-Programms die nächsthöhere Instanz - die Fluggesellschaft hat Berufung eingelegt.

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Lufthansa-Airbus: Das Unternehmen verlangt nach Rechtssicherheit

Frankfurt am Main - Im juristischen Streit um den Wert ihrer Bonusmeilen geht die Lufthansa in die nächste gerichtliche Runde. Die Fluggesellschaft erkennt das von einem Vielflieger erstrittene Urteil des Landgerichts Köln gegen die Abwertung seiner Meilen nicht an und hat beim Oberlandesgericht Köln Berufung eingelegt, wie ein Sprecher des Unternehmens am Montag in Frankfurt erklärte.

Es gehe vor allem darum, was künftig unter einer rechtzeitigen Information der Millionen Teilnehmer an dem Bonusprogramm "Miles & More" zu verstehen sei, sagte der Sprecher. Die Lufthansa verteidigte zudem erneut die Änderung der Boni-Bedingungen, die keineswegs nur Verschlechterungen beinhaltet habe. Man benötige Rechtssicherheit.

In der ersten Instanz hatten die Richter geurteilt, dass die Umstellung zu kurzfristig vollzogen worden sei. Das Unternehmen hätte die Änderungen mit einem Vorlauf von vier Monaten ankündigen müssen, statt einen Monat vorher wie im konkreten Einzelfall. Nach der Änderung wurden beispielsweise mit Meilen bezahlte Langstreckenflüge deutlich teurer.

Die Lufthansa verteidigte auch die bilanziellen Rückstellungen für die Meilen-Ansprüche ihrer Kunden. Die Meilen, die bei mehr als 250 Partnern eingelöst werden können, seien dort mit 0,8 Cent pro Meile richtig bewertet, erklärte der Sprecher. Im Kölner Verfahren war hingegen von einem Wert von 2,8 Cent die Rede gewesen, was wegen der Vielzahl der bislang gesammelten und nicht eingelösten Meilen der Lufthansa-Kunden ein Bilanzloch von mehr als 3 Milliarden Euro bedeuten könnte.

Der Kläger im Kölner Verfahren sieht in dem Vorgehen der Lufthansa mittlerweile gewerbsmäßigen Betrug in 21 Millionen Fällen und hat eine entsprechende Strafanzeige gestellt. Die Lufthansa hatte dies als "absurdes PR-Theater" bezeichnet.

dkr/dpa

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1. Keine rückwirkende Meilen-Abwertung
NoDr 16.04.2012
Hoffentlich bestätigt die Berufung die Unrechtmäßigkeit der rückwirkenden Meilenabwertung. LH kann natürlich für die Zukunft die M&M-Bedingungen ändern aber die sehr kurzfristg und zudem verdeckt mitgeteilte rückwirkende erhebliche Abwertung zum Nachteil der besten Kunden zeugt von extrem schlechtem Geschäftsgebahren von LH und widerspricht den Grundlagen zur gängigen AGB-Rechtssprechung. Die schlechte Verfügbarkeit von M&M-Prämienbuchungen verschäft die Situation zusätzlich. Vorlaufzeiten von einem Jahr und mehr sind hier die Praxis. Zudem muß LH dafür Rückstellungen bilden. Diese durch Benachteiligung der M&M-Teilnehmer einseitig auflösen zu wollen, ist mehr als frech. Auch wird zusätzlich durch Teilnahme am LH-M&M-Creditkarten-Programm der Verfall von Meilen in der Werbung negiert. Nicht besser wird dies auch durch den rechtswidrigen Umgang mit Erstattungen bei erheblichen Verspätungen die klar nach EU-Recht geregelt sind. Die vielkritisierte Bahn ist da wesentlich kundenfreundlicher und verteilt unaufgefordert spätestens jedoch auf Nachfrage Gutscheine. Aber es gibt ja zum Glück Alternativen...
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