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Studie: Deutschland ist beliebtestes Reiseland bei Gesundheitstouristen

Augen-OP, Wellness, Physiotherapie: Menschen aus aller Welt kommen nach Deutschland, um körperliche Beschwerden zu lindern und gleichzeitig Urlaub zu machen. Aus einer Umfrage ging hervor, wie rasant die Zahl der Gesundheitstouristen steigt - besonders bei den Russen.

Berlin - Internationale Reiseanbieter setzen beim gesundheitsorientierten Reisen auf Deutschland: Die Bundesrepublik ist Zielmarkt Nummer eins, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Online-Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) hervorging. In Deutschland hat sich die Zahl rein gesundheitlich motivierter Reisen von 2009 zu 2010 demnach mehr als verdoppelt. Allein aus Europa kamen 341.000 Gäste. 2009 waren es noch 157.000.

Auf Platz zwei landete Österreich, gefolgt von Ungarn. Nach Ansicht der rund 300 von der DZT befragten internationalen Branchenexperten wird die Bedeutung dieser Art von Reisen weiter steigen.

Der Grund für das große Interesse sei das "hervorragende Image" Deutschlands als eine der führenden Nationen bei den Gesundheitsstandards, sagte die DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer. Urlauber bewerteten das Kur- und Wellnessangebot während ihres Aufenthalts durchschnittlich mit der Note 1,6. "88 Prozent der Gesundheitsreisenden würden ihre Urlaubsdestination weiterempfehlen", sagte Hedorfer unter Berufung auf den Qualitätsmonitor Deutschland Tourismus.

Ein besonders großes Interesse an Medizin- und Gesundheitsreisen mit dem Ziel Deutschland gebe es in Russland. Die Zahl der russischen Gäste stieg Hedorfer zufolge in den ersten zehn Monaten 2011 um mehr als ein Fünftel. Deshalb will die DZT ihre Marketingaktivitäten in dem Land weiter verstärken. Am zweithäufigsten zieht es Patienten aus den arabischen Golfstaaten nach Deutschland.

Insgesamt sei der Gesundheits- und Medizintourismus in Deutschland allerdings derzeit "noch ein Nischensegment mit großem Wachstumspotenzial", betonte Hedorfer. Das wird auch deutlich an der Zahl der ausländischen Patienten in deutschen Kliniken: Sie liegt bei 0,4 Prozent. "Es bleibt noch viel zu tun", sagte Hedorfer.

jus/dapd

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