Sturm "Xavier" Bahn rechnet auch am Freitag mit Zugausfällen

Allein in Berlin rückte die Feuerwehr wegen Sturm "Xavier" zu 1490 Einsätzen aus. Tausende Reisende mussten die Nacht an Bahnhöfen ausharren. Auch am Freitagmorgen werden "größtenteils" keine Fernzüge fahren.

Reisende am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe
DPA

Reisende am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe


Nach dem verheerenden Sturm "Xavier" über Deutschland mit mindestens sieben Toten laufen vielerorts die Aufräumarbeiten. Das Tief war am Donnerstagnachmittag und am Abend über Deutschland hinweggezogen und hatte vor allem im Norden und Osten schwere Verwüstungen angerichtet: Bäume wurden entwurzelt, Äste abgerissen, Häuser abgedeckt (hier lesen Sie einen detaillierten Überblick über die Folgen).

Die Feuerwehren mussten Tausende Einsätze fahren. Allein für Berlin wurden in der Zeit zwischen 16 und 24 Uhr insgesamt 1490 Sturm-Notrufe gemeldet. Die Aufräumarbeiten in der Stadt und vor allem auf den Straßen liefen auch in der Nacht auf Hochtouren. Ziel sei es, "die großen Verkehrsstraßen bis zum Berufsverkehr am frühen Morgen" in Ordnung zu bringen, sagte ein Sprecher. "Versprechen kann ich das aber nicht."

In weiten Teilen Deutschlands ist auch der Bahnverkehr wegen "Xavier" weiter lahmgelegt. Im Norden und Nordosten Deutschlands seien die Strecken für den Fernverkehr am Freitagmorgen "größtenteils" noch nicht befahrbar, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Pendler oder Reisende müssen sich auch am Freitag auf Beeinträchtigungen einstellen." Es werde beispielsweise auf den Strecken Hamburg-Berlin oder Berlin-Hannover am Morgen noch keine Züge geben. Der Sprecher rät Reisenden deutschlandweit, sich mithilfe einer App über Ausfälle und Verspätungen am Freitag zu informieren.

Die Bahn überprüfe die ganze Nacht ihre Strecken. Auf manchen Abschnitten sei dies aber ohne Tageslicht nicht oder nur schlecht möglich, sagte der Sprecher. Die Bahn hatte am Donnerstag wegen des Sturms den Zugverkehr in mehreren Regionen eingestellt. Besonders betroffen waren Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Video zu "Xavier": Schwere Schäden und mehrere Tote

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Auch in vielen Gebieten, die nicht so stark von dem Sturm betroffen waren, können Fernzüge demnach nicht fahren. Es gebe einen Rückstau von Bahnen, die zum Beispiel nicht nach Hamburg fahren könnten, sagte der Sprecher. Züge müssten dann in Kassel oder Dortmund warten.

In zahlreichen Städten saßen Reisende daher die ganze Nacht über an Bahnhöfen fest. Etwa 20 Züge, in denen Gestrandete übernachten konnten, wurden Bahn-Angaben zufolge in der Nacht zum Freitag zur Verfügung gestellt. So standen zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, außerdem gab es sogenannte Hotelzüge auch in Berlin am Hauptbahnhof und an den Stationen Spandau und Südkreuz sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover.

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Unwetter: "Xavier" stürmt über Deutschland

Die Züge seien unterschiedlich genutzt worden, sagte ein Sprecher. Während in einem ICE in Dortmund nur 30 Menschen übernachteten, sei ein Zug am Berliner Hauptbahnhof sehr gut gefüllt gewesen.

Immerhin: Im Regionalverkehr etwa in Schleswig-Holstein gebe es "einzelne Lichtblicke", sagte der Bahn-Sprecher. Dort seien Schäden beseitigt und umgestürzte Bäume von den Gleisen entfernt worden, danach hätten manche Strecken schon wieder befahren werden können. Insgesamt hat die Bahn aber noch keinen Überblick über die Schäden bundesweit.

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aar/dpa/AFP

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nowodon 06.10.2017
1. Ja die Bahn.
Ganz Deutschland steht. Keiner traut sich mehr auf die Straße, Flugzeug bleiben am Boden. All das war mindestens am Tag vorher bekannt. Aber die Bahn, wie kann es die Bahn wagen unpünktlich zu fahren oder auch nur wegen ein paar kleinen Sicherheit'sbedenken (in Deutschland 8 Tote, Leitungen runtergerissen).den Bahnverkehr einzustellen. Die Bahn hat sicher ein paar Probleme. Bin als Pendler zwischen Mannheim und Frankfurt oft genug betroffen. Aber Leute Wetter kennt nunmal keinen Fahrplan.
fatherted98 06.10.2017
2. Typisch...
....mir ist klar das Naturgewalten auch von der DB nicht eben mal so in den Griff zu bekommen sind....aber.....das Krisenmanagement der DB ist katastrophal. Die Sturmwarnung war 24 Stunden bekannt...man wußte also das es so oder ähnlich kommen würde...Fazit: Dienst nach Vorschrift statt Vorausplanung...Krisenmanagement: Fehlanzeige. Der Kunde ist lästiger Störfaktor in der Planung der Bahn....und genau so wird er auch behandlet. Schon bei "Normalbetrieb" kommt es wöchentlich zu Ausfällen, Verspätungen, Defekten usw. Von Unfreundlichkeiten gegenüber den Reisenden gar nicht zu sprechen. Meine Kollegen sind fast alle Bahn-Pendler....da vergeht keine Woche (egal welche Jahreszeit) wo es nicht zu massiven Verspätungen, Überfüllungen und Ausfällen kommt. Das bei solchen Naturgewalten Bäume auf die Oberleitung stürzen....welch Überraschung für die DB. Stromausfall im ICE....klar....nur das die Toiletten nicht über Notstrom zu betreiben sind....ein Unding für Menschen die Stunden im Zug gefangen sind. Durchsagen, Infos....Fehlanzeige. Ich fahre nur selten mit der DB ..... ich weiß warum....
torpedo-of-truth 06.10.2017
3.
Zitat von fatherted98....mir ist klar das Naturgewalten auch von der DB nicht eben mal so in den Griff zu bekommen sind....aber.....das Krisenmanagement der DB ist katastrophal. Die Sturmwarnung war 24 Stunden bekannt...man wußte also das es so oder ähnlich kommen würde...Fazit: Dienst nach Vorschrift statt Vorausplanung...Krisenmanagement: Fehlanzeige. Der Kunde ist lästiger Störfaktor in der Planung der Bahn....und genau so wird er auch behandlet. Schon bei "Normalbetrieb" kommt es wöchentlich zu Ausfällen, Verspätungen, Defekten usw. Von Unfreundlichkeiten gegenüber den Reisenden gar nicht zu sprechen. Meine Kollegen sind fast alle Bahn-Pendler....da vergeht keine Woche (egal welche Jahreszeit) wo es nicht zu massiven Verspätungen, Überfüllungen und Ausfällen kommt. Das bei solchen Naturgewalten Bäume auf die Oberleitung stürzen....welch Überraschung für die DB. Stromausfall im ICE....klar....nur das die Toiletten nicht über Notstrom zu betreiben sind....ein Unding für Menschen die Stunden im Zug gefangen sind. Durchsagen, Infos....Fehlanzeige. Ich fahre nur selten mit der DB ..... ich weiß warum....
Typische Geblubber von jemandem der nie mit der Bahn fährt und nur vom Hörensagen Infos hat. Ich fahre täglich mehrmals mit der Bahn (auch weite Strecken) da ich beruflich sehr viel unterwegs bin. Ich hatte in den letzten 6 Jahren nur einmal einen verpassten Anschlusszug und nur 3 mal eine Verspätung größer 10 Minuten. (Ja, ich notiere mir solche sachen) Ich habe bisher noch nie einen unfreundlichen Bahnmitarbeiter erlebt. Bei einem Punkt muss ich allerdings zustimmen, die Durchsagen könnten verbessert werden. Und übrigens, was ist das seit neuestem für eine Unart mit den Punkten zwischen den Wörtern? Haben Sie nicht richtig schreiben gelernt?
Pitter3 06.10.2017
4.
@torpedo Da sind sie aber sicher die ganz große Ausnahme. Vielleicht sollten sie einmal Lotto spielen. In meiner Familie wird viel Bahn gefahren, und da ist die Situation eine ganz andere: Verspätungen über Verspätungen. So ist das Umsteigen auf einen IC unter einer halben Stunde Umsteigezeit zu riskant und führt regelmäßig zu einer Ankunft mit erheblicher Verspätung. Um aber eines klarzustellen: In der derzeitigen Situation habe ich jedes Verständnis für Verspätungen und Zugausfälle, denn die Bahn hat das Extremwetter nicht bestellt.
c.PAF 06.10.2017
5.
Tja, seit die Bahn die Trassen aus Kostengründen nicht mehr bewuchsfrei hält, geht halt selbst bei der Bahn nichts mehr. Zum Glück gibt es das Auto. Da muß man zwar ggf. auch mit Behinderungen rechnen, aber grundsätzlich fährt das auch bei Regen und Wind. Und liegt doch mal ein Baum auf der Strecke, kann man eine andere Strecke wählen...
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