Wetter Sturmtief "Fabienne" beeinträchtigt Flug- und Bahnverkehr

Unwetter wüten über Teilen Deutschlands. Einige Bahnstrecken im Süden sind gesperrt, am Frankfurter Flughafen wurden zwei Dutzend Flüge gestrichen. Reisende sollen sich über ihre Verbindungen informieren.

Schwer beschädigtes Haus in Nieder-Olm in Rheinland-Pfalz
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Schwer beschädigtes Haus in Nieder-Olm in Rheinland-Pfalz


Der erste schwerere Sturm im kalendarischen Herbst hat am Sonntag den Luft- und Zugverkehr in Deutschland beeinträchtigt. Vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main hieß es am Abend: Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen komme es zu Verzögerungen im Betriebsablauf und vereinzelten Flugausfällen.

Etwa zwei Dutzend Flüge waren vor allem zwischen 16 und 18 Uhr annulliert worden, wie die Webseite zeigte. Fluggäste wurden noch am Abend gebeten, ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen und sich möglichst früh am Check-In-Schalter einzufinden. Informationen über ihre Flüge erhalten Reisende demnach auf den Internetseiten ihrer Fluggesellschaft oder auf der Webseite des Frankfurter Flughafens sowie in der "FRA Airport App".

Auch der Bahnverkehr in Süddeutschland war durch das Sturmtief "Fabienne" gestört worden - und damit die Reisepläne von Tausenden Menschen in Deutschland beeinträchtigt. Ein Bahnsprecher in Berlin sagte am Abend, es gebe im Süden der Republik zahlreiche Bäume im Gleis oder in Oberleitungen. Unwetterschäden schränkten den Verkehr am Sonntagabend erheblich ein: So war beispielsweise die Verbindung zwischen Erfurt und Nürnberg - auf der DB-Prestigestrecke Berlin-München - betroffen. "Die ICE-Züge werden zurückgehalten und warten das Ende der Sperrung ab."

Auch die Strecken Mainz-Worms-Mannheim sowie Aschaffenburg-Würzburg und Würzburg-Nürnberg waren in beiden Richtungen gesperrt.

Nach einigen Stunden wieder frei waren dagegen laut Bahn die Strecken Frankfurt-Heidelberg sowie Frankfurt-Mannheim.

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Wetter: Stürmisch und Grau

Auf Twitter und auf ihrer Website gab die Bahn regelmäßig aktuelle Verkehrsmeldungen bekannt. So waren beispielsweise die Strecken Frankfurt/Main-Heidelberg sowie Mainz-Worms-Mannheim und Aschaffenburg-Würzburg und Würzburg-Nürnberg in beiden Richtungen gesperrt.

Die Bahn empfahl, bahn.de aufzurufen oder in der App auf das Warndreieck zu achten.

Besonders betroffen von "Fabienne" waren der Süden Hessens sowie Teile Thüringens, von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Auf dem Oktoberfest in München, das am Samstag losgegangen war, rief die Festleitung nach 20 Uhr die Menschen auf dem Gelände bei starkem Wind und beginnendem Regen auf, die Wiesn langsam zu verlassen.

In Stuttgart sagte ein Sprecher des Lagezentrums, es gebe zahlreiche umgekippte Bäume in Baden-Württemberg. Außerdem seien zahlreiche Straßen gesperrt worden. Es habe aber wohl schon heftigere Unwetter als "Fabienne" gegeben, so der Sprecher.

In Karlsruhe zählte die Leitstelle der Polizei bis zum frühen Abend fast 100 Einsätze. In der Regel habe es sich um abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume oder beschädigte Dächer gehandelt. Auf der A8 zwischen Pforzheim West und Karlsbad mussten Autofahrer besonders vorsichtig fahren: Starkregen führte zu Aquaplaning.

In Thüringen war die A4 betroffen. Die Autobahnpolizei zählte am Nachmittag innerhalb von 30 Minuten acht Unfälle zwischen Apolda und Gotha. Grund sei oft zu schnelles Fahren bei starkem Regen gewesen. Dadurch sei es zu Aquaplaning gekommen. In Saalfeld beschädigte ein umgefallener Baum mehrere Autos. Mehrere Landstraßen in Thüringen waren wegen kleinerer Erdrutsche unpassierbar.

In Franken wurden im Landkreis Aschaffenburg zahlreiche Dächer abgedeckt, Bäume stürzten um, wie die Feuerwehr am Sonntagabend mitteilte. Besonders heftig sei es in Großostheim gewesen. Dort wehte der Wind ein Sportflugzeug um - Kraftstoff lief aus. Verletzte gab es dabei nicht, in dem Flugzeug saß niemand. Außerdem wurde das Baggerschiff eines Kieswerkes umgestoßen.

kry/dpa



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