Südeuropa Hunderte Touristen müssen vor Waldbränden fliehen

Schwere Buschbrände in Urlaubsregionen: Auf Sardinien, auf Korsika und an der spanischen Küste mussten zahlreiche Touristen in Sicherheit gebracht werden. In einigen Fällen vermuten die Behörden Brandstiftung als Ursache - mehrere Feuerwehrmänner kamen ums Leben.


Rom/Ajaccio - Mitten in der Haupturlaubszeit greifen die schweren Wald- und Buschbrände auf immer größere Gebiete Südeuropas über. Auf der italienischen Urlaubsinsel Sardinien mussten 120 Touristen mit Schiffen und Hubschraubern von einem Strand in Sicherheit gebracht werden, der von den Flammen eingeschlossen war. In Spanien erlag ein weiterer Feuerwehrmann seinen schweren Brandverletzungen, damit stieg die Zahl der Brandopfer auf neun.

Löscharbeiten bei Marseille: Viele Touristenziele waren von den schweren Bränden betroffen
AFP

Löscharbeiten bei Marseille: Viele Touristenziele waren von den schweren Bränden betroffen

Auf der Mittelmeerinsel Sardinien fraßen sich die Feuer durch insgesamt 10.000 Hektar Land. Die Touristen mussten am Donnerstagabend bei Capo Pecora gerettet werden. Bei Cagliari, der größten Stadt Sardiniens, verbrachten Häftlinge die Nacht am Strand, weil ihr Gefängnis von den Flammen bedroht wurde. Ein 56 Jahre alter Viehzüchter starb an einem Herzinfarkt, als er vor den Bränden fliehen wollte. Zudem kam ein Schäfer ums Leben, der seine Herde vor den Flammen retten wollte. Am Freitag wurde auch aus der norditalienischen Toskana ein Feuer gemeldet.

Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen hat ein Waldbrand bei Almería an der Südküste Spaniens Hunderte Menschen in die Flucht getrieben. Das Feuer brach aus noch ungeklärter Ursache im Cabrera-Gebirge nahe dem beliebten Badeort Mojácar aus, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Rund 1500 Einwohner und Touristen seien in Sicherheit gebracht worden. Sie wurden in einer Sporthalle untergebracht.

Anwohner mutmaßten, Ursache des Feuers könne Brandstiftung gewesen sein, weil es an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen sei. Dutzende Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz. Vergangene Woche hatte ein Brand an der gleichen Stelle rund 5000 Hektar Pinienwald und Buschwerk vernichtet.

Feuer auf Korsika und in der Türkei

Im Süden der französischen Urlauberinsel Korsika kämpfte die Feuerwehr weiter gegen zwei Großbrände. Die Justiz ermittelte wegen Brandstiftung. Die Feuer seien an zwölf verschiedenen Stellen aufgeflammt, sagte Südkorsikas Bezirkstagspräsident Jean-Jacques Panuzzi. "Mindestens sieben oder acht" seien vorsätzlich gelegt worden. Insgesamt wurden 4000 Hektar Wald und Unterholz ein Raub der Flammen, zehn Häuser und 50 Autos wurden zerstört. Fünf Feuerwehrleute zogen sich Verbrennungen und Rauchvergiftungen zu.

Im südwesttürkischen Badeort Bodrum griff am Donnertag ein Feuer von einer Mülldeponie auf die Umgebung über und zerstörte zehn Hektar bewaldetes Gebiet. In Griechenland hielten mehrere kleine Brände die Feuerwehr in Atem. In Algerien gab es bei Temperaturen von bis zu 46 Grad mehr als ein Dutzend Brände.

sto/AFP/dpa



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