Survival-Abenteuer: Was Bahnpassagiere in diesem Sommer mitnehmen sollten

Bahnfahren wird teurer - weil jeder vernünftige Passagier künftig ein ganzes Arsenal an Notfallwerkzeug mitnehmen wird. SPIEGEL ONLINE stellt zehn ultimative Hilfsmittel für eine beschwerdefreie Höllenhitze-Bahnreise vor: von der Gebläse-App bis zum Vorschlaghammer.

Tropische Hitze: Wie man eine Bahnfahrt überlebt Fotos
REUTERS

Saunatuch (10 Euro): Zum Unterlegen. Taugt bei Klo- oder Speisewagen-Ausflügen auch als Schwitzplatzreservierung.

UV-Wasserentkeimer (circa 150 Euro): Sie haben nicht daran gedacht, Wasservorräte mitzunehmen, die auch für einen Sahara-Tagesausflug reichen würden? Dann hilft so ein kleines Gerät aus dem Outdoor-Fachgeschäft - mit dem Entkeimer können Sie sogar das Wasser aus dem Zugklo-Waschbecken trinken.

Handventilator (circa 7 Euro): Ganz großartig für Bahnfahrten sind Modelle mit LED-Textfunktion, bei denen wie durch Magie kurze Botschaften über den rotierenden Blättern erscheinen. Macht fast so viel Spaß wie Twittern, und Sie können damit wunderbar kurze Nachrichten an den Schaffner ("Will hier raus"), Flüche ("Grube raus!") oder Bedürfnisse ("Muss aufs Klo!") kommunizieren - oder einfach nur um "Hilfe!" rufen.

Schwitzende Smartphone-Besitzer können sich selbst im Zug noch die Blower-App (0,99 Euro) herunterladen. Damit verwandelt sich der iPhone-Lautsprecher in ein Gebläse, das immerhin stark genug ist, um eine Kerze auszublasen. Vor dem Hitzschlag wird das zwar niemanden retten, dafür macht es beim Pusten lustige Geräusche.

Ein nettes Wort für den Schaffner (0 Euro): "Ganz toll, wie Sie hier trotz dieser Affenhitze so souverän Ihren Job machen!", ist schon nicht schlecht. Auch ein "Der Herr Grube könnte ruhig mal ein paar luftigere Uniformen rausrücken, was?" zusammen mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen schafft ein angenehmes Gesprächsklima. Solche Herzlichkeit ist der Bahnangestellte an einem Hitzehorror-Tag nicht gewohnt - fragen Sie danach ganz freundlich, ob wohl in der Ersten Klasse (mit funktionierender Klimaanlage) noch was frei ist.

Plastikspinne aus dem Scherzartikel-Shop (2 Euro): Wenn der Waggon wieder einmal völlig überfüllt ist, weil Züge wegen defekter Klimaanlagen ausgefallen sind, empfiehlt es sich, einen der täuschend echt aussehenden Achtbeiner auf der eigenen Schulter zu platzieren. So kommen Ihnen die schwitzenden Mitreisenden garantiert nicht zu nah.

American-Football-Schulterpolster, Helm, Boxhandschuhe (circa 150 Euro): Sobald die Durchsage kommt, dass es wegen der Hitze im Bordbistro freie Getränke gibt, kann der Fahrgast mit der entsprechenden Kampfausstattung besonders wirkungsvoll seinen Wunsch untermauern, einer der ersten an der Theke zu sein. Schließlich hält der Cola- und Wasservorrat ja nicht ewig. Auch beim Einsteigen in überfüllte Züge von Nutzen.

Acht-Kilogramm-Vorschlaghammer (30 Euro): Damit kriegt man sogar ein ICE-Fenster auf. Kann auch anstatt der Boxhandschuhe (siehe oben) auf dem Weg zum Bistro gute Dienste leisten.

Macht eine Gesamtinvestition von etwa 350 Euro - eigentlich ein Schnäppchen, denn so viel zahlen zwei Personen für eine Zugreise von Hamburg nach Köln und zurück ohne BahnCard.

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Forum - Überleben in der Bahn - was sind Ihre Tipps?
insgesamt 170 Beiträge
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1.
Jakob Schwarz 13.07.2010
Zitat von sysopBahnfahren wird teurer - weil jeder vernünftige Passagier künftig ein ganzes Arsenal an Notfallausrüstung mitnehmen wird. Viel Platz für anderes Reisegepäck bleibt dann allerdings nicht mehr. Welches sind Ihre Tipps?
So viel braucht man da eigentlich gar nicht: Zwei PET-Flaschen á 1,5l mit Wasser, etwas Schokolade oder ein paar Energieriegel und eine Rettungsdecke aus Alu oder ein sonnendichtes Baumwolltuch (und Saugnäpfe zum Befestigen am Fenster) sollten einen bis zur nächsten Ausstiegsmöglichkeit bei Bewusstsein halten. Ein kleiner Klapphocker und ein Kissen könnten auch nützlich sein. Handy hat man sowieso dabei. Vielleicht irgendwas zum Amoklaufen ;)
2. Die Bahn meiden!
gbartkowiak 13.07.2010
Zitat von sysopBahnfahren wird teurer - weil jeder vernünftige Passagier künftig ein ganzes Arsenal an Notfallausrüstung mitnehmen wird. Viel Platz für anderes Reisegepäck bleibt dann allerdings nicht mehr. Welches sind Ihre Tipps?
Für kürzere Strecken das Auto nehmen, ist eh billiger bei gruppen von dreien oder vieren, und nach belieben die Klimaanlage anschalten oder auch einmal eine kurze Rast im Schatten machen. Für längere Strecken empfehle ich zu fliegen. Sollte im Flugzeug wirklich 'mal die Klimatisierung verrückt spielen haben die Fluggesellschaften dafür eine Entschädigungspolitik.
3.
Walther Kempinski 13.07.2010
Zitat von Jakob SchwarzSo viel braucht man da eigentlich gar nicht: Zwei PET-Flaschen á 1,5l mit Wasser, etwas Schokolade
Und einen Becher, um die heiße Schokolade auch trinken zu können.
4. Notbremse!
Emmi 13.07.2010
Wenn´s wieder mal so heiß wird, dass Not am Mann ist - einfach mal die Notbremse ziehen. Wozu ist das Ding denn sonst da!? Die Bahn wird sich da bald was einfallen lassen, wenn das Schule macht.
5. Übervollwersorgungssicherheitsnotfallvermeidungsri sikoanalysenverwaltungsrepublik
senflöwe 13.07.2010
Zitat von sysopBahnfahren wird teurer - weil jeder vernünftige Passagier künftig ein ganzes Arsenal an Notfallausrüstung mitnehmen wird. Viel Platz für anderes Reisegepäck bleibt dann allerdings nicht mehr. Welches sind Ihre Tipps?
... Nehmen Sie wie sonst auch eine Bedarf eine Flasche Wasser mit, und hören Sie auf zu jammern! .....
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