Lange Wartezeiten für Reisende Bahnschienen zwischen Hamburg und Sylt sind beschädigt

Ausgerechnet bei diesem Sommerwetter: Wegen beschädigter Schienen kommt es auf der Bahnstrecke Hamburg - Westerland zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen.

Bahnstrecke über den Hindenburgdamm
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Bahnstrecke über den Hindenburgdamm


Reisende von und nach Sylt brauchen ausgerechnet an diesem sommerlichen Wochenende viel Geduld. Wegen abgesackter Schienen kommt es auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Westerland zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen, wie die Bahn am Samstag mitteilte.

Laut der Internetseite der Deutschen Bahn fallen am Samstag neun Regionalexpresszüge aus, am Sonntag zehn. Normalerweise verkehren rund 30 Züge pro Tag in jede Richtung - und jede Stunde ein Autozug. Auch diese sind von den Problemen betroffen, wie eine Sprecherin des privaten Anbieters RCD sagte. Wegen des Ferienendes in Nordrhein-Westfalen sei der Andrang an diesem Wochenende besonders groß. "Das ist verkehrstechnisch ein GAU."

In Westerland mussten Reisende am Samstagvormittag bis zu vier Stunden Wartezeit in Kauf nehmen. In Niebüll habe es dagegen keine größeren Wartezeiten gegeben, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Schienen müssen ausgewechselt werden

Zwischen Bredstedt und Morsum auf Sylt seien die Züge an mehreren Stellen gezwungen, das Tempo auf maximal 20 Stundenkilometer zu drosseln. Bei Messungen sei festgestellt worden, dass mehrere Schienenteile ausgewechselt werden müssten.

Zur Ursache der Beschädigungen konnte der Sprecher keine Angaben machen. Die Behinderungen sollen über das Wochenende hinaus andauern. Sylt ist sonst nur per Flugzeug oder per Fähre vom dänischen Rømø aus zu erreichen.

Die Fähre war am Samstag komplett ausgebucht, wie eine Sprecherin sagte. Angesichts der Lage werde sie am Wochenende ohne Pause zwischen Sylt und Rømø pendeln. "Wir sind vorbereitet und fahren im Zweifel auch bis Mitternacht." Die Fähre kann bis zu 90 Autos mitnehmen, etwa halb so viele wie ein Sylt-Shuttle der Bahn.

Vertragsstrafe für die Deutsche Bahn

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte bereits am Freitag mit Verärgerung auf die neuen Probleme bei der Bahn reagiert. Sein Sprecher erinnerte daran, dass die Bahn seit Monaten nicht die vertraglich festgelegte Leistung liefere. Der Minister erwäge daher, "wenn es sich nicht bessern sollte, gegebenenfalls die Vertragsstrafe, die im Moment 350.000 Euro monatlich beträgt, auch zu erhöhen".

Nach Angaben von Buchholz haben Pendler bereits 2300 Anträge auf Sonderentschädigung gestellt. Dies entspreche einer Summe von rund 102.000 Euro. Bis zum 10. Juni können Menschen, die regelmäßig auf der Teilstrecke zwischen Itzehoe und Westerland unterwegs sind, online eine Entschädigung beantragen. Monatskarteninhaber erhalten in der zweiten Klasse 50 Euro und in der ersten Klasse 75 Euro.

Das Geld stammt aus dem Sondermalus genannten Zahlungsabzug, den das Verkehrsministerium im Februar gegenüber der DB Regio verhängt hatte. Es hatte 250.000 Euro einbehalten. Das Geld soll nach Angaben des Ministers an diejenigen ausgezahlt werden, die unter den Problemen auf der Strecke am meisten gelitten haben und leiden.

vet/dpa



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