Taufe der "Celebrity Silhouette" in Hamburg Chillen im Vogelnest

Echter Golfrasen, Whirlpool auf der Terrasse und eine iLounge: Am Donnerstag wird im Hamburger Hafen das amerikanische Kreuzfahrtschiff "Celebrity Silhouette" getauft. Es ist das vierte einer in Deutschland gebauten Baureihe - und bietet seinen bis zu 2900 Passagieren ganz neue Relax-Plätze.

TMN

Hamburg - Die drei Schwesterschiffe fahren schon über die Weltmeere, nun kommt Nummer vier: In Hamburg wird am Donnerstagnachmitag um 17 Uhr die "Celebrity Silhouette" getauft. Der Luxusliner gehört zur Premiumflotte der amerikanischen Reederei Celebrity Cruises, einer Tocher von Royal Caribbean Cruise Line in Florida.

Und es ist das erste Schiff des Unternehmens, das in Hamburg getauft wird. Das Unternehmen wolle damit die Wichtigkeit des deutschen Marktes unterstreichen, sagt Tom Fecke, General Manager von Royal Caribbean Cruises für Deutschland und die Schweiz. Das elegante schneeweiße Schiff soll vor allem im Mittelmeer und in der Karibik eingesetzt werden.

Die "Celebrity Silhouette" ist mit 37 Meter Breite und 315 Metern Länge ein stattliches Schiff. 2886 Passagiere passen an Bord, die überwiegende Zahl der 1443 Kabinen mit cremeweißen Wänden hat einen Balkon. Eine 1233 Mann starke Crew kümmert sich auf den 13 Passagierdecks um die Gäste. Die Taufpatin ist trotz des deutschen Taufortes eine Amerikanerin: Michelle Morgan, Geschäftsführerin und Präsidentin von Signature Travel Network, einer der größten Reisebüro-Vereinigungen in Nordamerika.

Fünfte Schwester sticht 2012 in See

Ein neues Schiff versucht immer mit Besonderheiten zu locken - so auch die "Celebrity Silhouette". Sie ist ein Schiff für Grillfans - mit dem Lawn Club Grill wird es den ersten Freiluft-Grillplatz an Bord eines Kreuzfahrtschiffes geben. Es sind aber noch elf weitere Restaurants an Bord. Außerdem gibt es sogenannte Alcoves an Deck, das sind einem Strandkorb nachempfundene Rückzugsorte für zwei bis vier Gäste. Passagiere auf der Suche nach Ruhe können außerdem einen "Hideaway" erklimmen, der einem Baumhaus nachempfunden ist und wie ein Webervogelnest aussieht.

Wie schon auf dem Schwesterschiff "Celebrity Eclipse" gibt es eine "iLounge" mit dem ersten offiziellen Apple-Store auf See. Und im Restaurant Qsine können Gäste mit dem iPad ihre Weine und Speisen bestellen. Auch gibt es wie auf den Schwesterschiffen einen Lawn Club mit 2000 Quadratmeter Echtrasen auf dem obersten Deck, der beispielsweise zum Boule-Spielen oder einem Picknick mit Blick auf Meer oder Küsten einlädt.

Die "Silhouette" gehört zur sogenannten Solstice-Klasse von Celebrity Cruises, wie auch die Schwesterschiffe "Celebrity Solstice", "Celebrity Equinox" und "Celebrity Eclipse". Alle Schiffe liefen auf der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg vom Stapel. Abgeschlossen wird die Baureihe im nächsten Jahr mit einem fünften Schiff, der "Celebrity Reflection". Nach Angaben der Reederei wurden in die neuen Schiffe 3,7 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 2,6 Milliarden Euro) investiert.

Zum Winter in die Karibik

Nach der Taufe im Hamburger Hafen wird die "Celebrity Silhouette" zu einer Zwei-Nächte-Kreuzfahrt für geladene Gäste starten. Für Schaulustige in Hamburg gibt es eine Lounge, von der aus das Schiff betrachtet werden kann.

Nach der Tauffahrt startet die "Celebrity Silhouette" zu ihrer offiziellen Jungfernfahrt, in sieben Tagen von Hamburg über Barcelona nach Rom/Civitavecchia. Von dort aus fährt sie während der gesamten Sommersaison ins östliche Mittelmeer sowie ins Heilige Land. Im Herbst geht es über den Atlantik Richtung Amerika. Dort stehen Reisen ab/bis Fort Lauderdale und Cape Liberty in New Jersey, also nahe New York, durch die gesamte Karibik auf dem Programm.

Celebrity Cruises richtet sich an anspruchsvolle Kreuzfahrt-Gäste. Die Preise sind dennoch moderat: Eine zwölftägige Fahrt von Rom und zurück mit Stationen in Israel, Mykonos und Capri im September kostet in einer Doppelkabine mit Balkon ab 824 Euro pro Person. Zu den Destinationen zählen Alaska, Bermuda, Kalifornien, Kanada, Neu-England, Europa, die Pazifik-Küste, der Panama-Kanal, Südamerika sowie ganzjährig die Karibik und die Galapagos-Inseln.

Das Unternehmen wurde in der alljährlichen Leserumfrage des Condé Nast Traveler 2009 zur besten Kreuzfahrt-Gesellschaft von Mega-Schiffen gewählt. Zur Flotte von Celebrity Cruises gehören derzeit zehn Schiffe.

Hilke Segbers, dpa



insgesamt 3 Beiträge
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smallbit, 21.07.2011
1. Habe das Ding gesehen
Die Allierten wären froh gewesen in WWII so einen Truppentransporter zu haben. Die Mehrzahl der Passagiere wird wohl von innen das Meer niemals sehen. Ein Alptraum, auf so einem Pott mitfahren zu müssen. Dann doch lieber Las Vegas. Wo sind die kleinen Kreuzfahrer geblieben, wo man an der Reling einmal ums Schiff laufen konnte und die Seeluft direkt spüren konnte.
Whatshalls? 21.07.2011
2. Alsterdampfer sind nicht seetüchtig
Zitat von smallbitDie Allierten wären froh gewesen in WWII so einen Truppentransporter zu haben. Die Mehrzahl der Passagiere wird wohl von innen das Meer niemals sehen. Ein Alptraum, auf so einem Pott mitfahren zu müssen. Dann doch lieber Las Vegas. Wo sind die kleinen Kreuzfahrer geblieben, wo man an der Reling einmal ums Schiff laufen konnte und die Seeluft direkt spüren konnte.
brux 22.07.2011
3. Oh Mann
Das Schiff kann man als deutsches Schiff bezeichnen, weil es in Deutschland gebaut worden ist. Man kann es auch als maltesisches Schiff bezeichnen, weil es die Flagge Maltas hat. Aber es kann wohl kaum ein amerikanisches Schiff sein, nur weil es einer amerikanischen Firma gehört. Eine Rolex am Handgelenk eines Russen wird dadurch ja auch nicht zu einer russischen Uhr.
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