Tempel in Thailand Touristen müssen wegen Nacktfotos Strafe zahlen

Mit nacktem Po vor einem thailändischen Tempel posieren? Geht gar nicht! Was eigentlich ein Gebot des Anstands sein sollte, haben zwei US-Touristen missachtet - und mussten dafür ein Bußgeld zahlen.

Wat Arun
imago/ BE&W

Wat Arun


Joseph und Travis Dasilva hatten Fotos ihrer nackten Hinterteile vor dem Wat Arun in Thailands Hauptstadt Bangkok aufgenommen. Anschließend posteten sie die Bilder auf Instagram, auf ihrem Account "travelling_butts". Als die beiden 38 und 36 Jahre alten US-Amerikaner ausreisen wollten, wurden sie am Flughafen der Stadt festgenommen. Ihre Strafe: 150 Dollar (umgerechnet rund 126 Euro). Das teilte die Ausländerpolizei mit. Ihre Strafe könnte noch deutlich verschärft werden, hieß es.

"Wir haben die Genehmigung des Gerichts beantragt, (die beiden US-Touristen) nach dem Gesetz für Cyberkriminalität für das Hochladen pornografischer Fotos zu belangen", sagte Jarupat Thongkomol von der nahe des Tempels gelegenen Polizeistation. Das Gesetz sieht Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren vor und wird häufig für die Verfolgung von Dissidenten oder Menschen, die das Königshaus beleidigt haben sollen, herangezogen.

Das von einer Militärjunta regierte Thailand geht mit großer Härte gegen respektlose Gesten gegenüber religiösen Symbolen vor. Der Buddhismus ist die vorherrschende Religion des südostasiatischen Landes. Der am Flussufer gelegene buddhistische Tempel, dessen Turm zu den Wahrzeichen Bangkoks gehört, ist auf dem Logo der thailändischen Touristenbehörde abgebildet.

In der Vergangenheit haben auch andere buddhistische Länder in Asien Maßnahmen gegen Touristen ergriffen, die sich unpassend verhalten. In Bagan in Burma zum Beispiel soll das Besteigen der Tempel wieder verboten werden, nachdem ein erstes Verbot aufgehoben wurde. Auslöser waren anfangs Besucher, die auf den Denkmälern getanzt oder übernachtet haben. Immer wieder sorgten auch Urlauber für Empörung, die an heiligen Stätten Nacktfotos von sich gemacht haben - etwa in Angkor Wat in Kambodscha.

kry/AFP



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