Vermarktungsstrategie Thailand will Museum über Höhlenrettung eröffnen

Bisher besuchten nur Einheimische die Höhle, nach der spektakulären Rettung einer Fußballmannschaft ist sie weltweit bekannt. Thailands Provinz Chiang Mai will dies für Tourismusmarketing nutzen.

Rettungsmaßnahmen in der Tham Luang-Khun Nam Nang Non
AFP Photo/ Royal Thai Navy

Rettungsmaßnahmen in der Tham Luang-Khun Nam Nang Non


Thailand will den Ort der spektakulären Höhlenrettung zur Touristenattraktion machen. Die Kommandozentrale der Rettungsteams an der Höhle werde "ein weiteres Highlight in Thailand werden", sagte Provinzgouverneur und Einsatzleiter Narongsak Osottanakorn. "Touristen werden zu Besuch kommen."

Es solle ein Museum eingerichtet werden, das die Kleidung und die Ausrüstung der Retter zeige. In der Höhle hatten eine Jugendfußballmannschaft und ihr Trainer 18 Tage festgesessen. Schon vor der erfolgreichen Rettung hatten die Behörden über eine Vermarktung nachgedacht: Die Höhle sei durch die Rettungsaktion für in- und ausländische Besucher interessant geworden, sagte die Chefin der Tourismusbehörde von Chiang Rai.

Mit einer Ausdehnung von etwa zehn Kilometern zählt die Höhle an der Grenze zu Myanmar zu einer der längsten des Landes. Wegen ihrer schwer zugänglichen Lage ist sie jedoch wenig erforscht und wird bisher vor allem von Einheimischen aufgesucht.

Das Museum dürfte den Heldenkult befördern, der sich in Thailand um die Retter entwickelt. Die "Bangkok Post" veröffentlichte am Donnerstag Porträts der Rettungshelfer unter der Überschrift: "Ihr seid Helden." Die Zeitung "The Nation" schrieb von einem "Triumph der weltweiten Kooperation".

Lage der Höhle

Ein US-Filmproduzent hat bereits Interesse an der Verfilmung der Rettungsaktion bekundet. Solch ein Film könne Millionen Menschen weltweit inspirieren, sagte Michael Scott, Geschäftsführer der US-amerikanischen Produktionsfirma Pure Flix Entertainment, auf Twitter. "Die Tapferkeit und das Heldentum, das ich erlebt habe, ist unglaublich inspirierend, also ja, das wird ein Film für uns sein", bestätigte Scott dem "Hollywood Reporter". Scott selbst lebt zeitweise in Thailand und war während der Rettungsarbeiten nach eigenen Angaben vor Ort.

Am Donnerstag waren noch rund 50 Helfer an der Tham-Luang-Höhle im Einsatz, wie ein Sprecher der Nationalparkverwaltung sagte. Sie bereiteten den Abtransport der Wasserpumpen und anderer Gerätschaften vor. Diese Arbeiten sollten noch bis mindestens Sonntag andauern. Die Höhle durften die Teams wegen abermals gestiegener Wasserpegel am Donnerstag nicht betreten.

Die Kinder und ihr Trainer befanden sich unterdessen weiter auf der Quarantänestation eines Krankenhauses. Die zwölf Fußballer im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Trainer waren am 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle von rasch steigenden Wassermassen überrascht worden. Neun Tage später wurden sie gefunden, mit Lebensmitteln versorgt, medizinisch betreut und schließlich einer nach dem anderen ins Freie gebracht.

abl/dpa



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