Nach Mord an Briten Thailand legt Touristen an die Leine

Nach dem Mord an zwei Touristen will Thailand für mehr Sicherheit sorgen. Reisende sollen bald Armbänder tragen, mit denen sie identifiziert werden können.

Strand von Koh Tao: Thailand will Touristen mit Armbändern schützen
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Strand von Koh Tao: Thailand will Touristen mit Armbändern schützen


Bangkok - Nach dem grausamen Mord an zwei britischen Touristen auf der Insel Koh Tao will das Tourismusministerium in Thailand Besucher künftig besser schützen. Reisende sollen deshalb mit einem individuellen Sicherheitsarmband ausgestattet werden, das eine bessere Erkennung der jeweiligen Person ermöglicht.

Die Tourismusministerin des Landes, Kobkarn Wattanavrangkul, erklärte, die Armbänder sollten helfen, Touristen zu identifizieren, die sich verirrt haben oder in Schwierigkeiten geraten sind. Das Band soll demnach an der Rezeption der Unterkunft ausgehändigt werden. Eine zum Ausweis des Trägers passende Nummer wird darauf ebenso vermerkt wie die Kontaktdaten des Hotels, in dem er übernachtet.

"Der nächste Schritt wäre eine Form der elektronischen Verfolgung, aber das wurde bislang nicht im Detail diskutiert", sagte Kobkarn. Neben einer Beschränkung der Zeiten, an den Feiern auf bestimmten Inseln abgehalten werden dürfen, sowie Restriktionen bei für Strandpartys zulässigen Orten habe man zudem über die Einführung eines "Kumpelsystems" gesprochen, bei dem Besucher an Touristenorten mit einem lokalen Aufpasser zusammengebracht werden.

Pilotprojekt soll in wenigen Wochen auf Koh Tao starten

Die geplante Einführung der Armbänder sei zum Teil schon auf Widerstand gestoßen, sagte die Ministerin. "Die meisten begrüßen die Idee, aber einige Hotels sind besorgt, dass die Touristen die Bänder womöglich nicht tragen wollen."

Zwei Rucksackreisende, eine 23-Jährige und ein 24-Jähriger aus Großbritannien, waren Mitte September im Süden Thailands ermordet worden. Ihre Leichen wurden am 15. September auf der Insel Koh Tao gefunden. Die Täter hat man bislang nicht ausfindig gemacht. Die Polizei sucht noch nach zwei Verdächtigen, deren DNA-Spuren man laut "Guardian" am Körper der getöteten Frau gefunden hat.

Die Behörden wollen das Armband-Pilotprojekt in wenigen Wochen auf Koh Tao starten. Die Idee mit den Armbändern habe die Touristenpolizei gehabt, sagte ein Sprecher des Tourismusministeriums. "Es war eine Reaktion auf die Morde."

Mehr Überwachungskameras, bessere Straßenbeleuchtung

In der vergangenen Woche hatte der stellvertretende Ministerpräsident Prawit Wongsuwan bereits die Installation von mehr Systemen zur Videoüberwachung überall im Land gefordert sowie eine bessere Straßenbeleuchtung in Bangkok und anderen Touristenorten, damit die Kameras bessere Bilder aufnehmen können.

Das getötete britische Paar war in der Nähe eines am Strand gelegenen Bungalows gefunden worden. Eine Videoüberwachung gab es dort nicht.

Das deutsche Auswärtige Amt gibt in seinem Reisehinweis an, dass die Kriminalität in Thailand zunimmt, darunter Vergewaltigungen und Diebstähle, auch mit Todesfolge. Insbesondere Tourismushochburgen wie Phuket, Koh Samui und Pattaya werden erwähnt. Oft arbeiten dort Banden mit korrupten Polizisten zusammen. Vorsichtig sollten Urlauber auch beim Tuk-Tuk-Fahren, auf Fähren und Ausflugsbooten sein.

emt/dpa/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
heldheiko 30.09.2014
1. Kriminalität gibts überall. ..
...aber in Thailand würde ich sogar am strand übernachten.
thomas.b 30.09.2014
2.
Also das mit den Armbändern finde ich unpraktisch. Viel besser wäre doch ein Chip, den man implantiert und nicht entfernen kann. Der würde dann auch ganz wundervolle weitere Möglichkeiten neben der Lokalisierung schaffen, um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten. Man stelle sich Chips vor, die Stromimpulse aussenden, wenn sich zum Beispiel Kinder zu weit von ihren Eltern entfernen (oder umgekehrt). Eine wunderbare Welt mit 110% Sicherheit erwartet uns.
Phienchen 30.09.2014
3.
Zitat von thomas.bAlso das mit den Armbändern finde ich unpraktisch. Viel besser wäre doch ein Chip, den man implantiert und nicht entfernen kann. Der würde dann auch ganz wundervolle weitere Möglichkeiten neben der Lokalisierung schaffen, um noch mehr Sicherheit zu gewährleisten. Man stelle sich Chips vor, die Stromimpulse aussenden, wenn sich zum Beispiel Kinder zu weit von ihren Eltern entfernen (oder umgekehrt). Eine wunderbare Welt mit 110% Sicherheit erwartet uns.
Warum so zurückhaltend? Das mittel der Wahl sind verhaltensmodifizierende Implantate direkt im Gehirn. Man will das Hotel eigentlich gar nicht mehr verlassen und hat trotzdem riesen Spaß ;-)
Hupert 30.09.2014
4. Glauben sie mir...
Zitat von heldheiko...aber in Thailand würde ich sogar am strand übernachten.
...das würden sie nicht. Schon weil die Moskitos si fressen würden ;-) Auf Koh Tao schon gleich garnicht weil da ab einer bestimmten Uhrzeit nur noch Besoffene über sie stolpern würden. Thailand ist für Briten und Skandinavier das neue Ibiza oder Mallorca... Angst vor Gewaltkriminalität oder um meine körperliche Unversehrtheit hatte ich auf Koh Tao zu keiner Zeit wirklich, aber ich würde mir das trotzdem nicht nochmal antun. Zum Tauchen gibts auch deutlich schönere Ziele oder Spots in Thailand.
micromiller 30.09.2014
5. Thailand ist eines der sicherten Laender der Welt!
Osteuropäische Kriminelle sind das groessere Problem.
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