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Tierquälerei als PR-Aktion: Esel fliegt am Fallschirm über russischen Strand

Die Strandurlauber trauten ihren Augen nicht: Ein fliegender Esel hat am Asowschen Meer in Russland für Aufsehen gesorgt. Das arme Tier am Fallschirm war Teil einer Werbe-Aktion - jetzt ermittelt die Polizei gegen die Verantwortlichen.

Esel am Fallschirm: Auch schlechte Werbung bringt manchmal viel Aufmerksamkeit Zur Großansicht
AFP

Esel am Fallschirm: Auch schlechte Werbung bringt manchmal viel Aufmerksamkeit

Moskau - Ein fliegender Esel hat Badegäste an einem südrussischen Strand überrascht. Das an einem bunten Fallschirm festgebundene Tier segelte vor Panik schreiend vom Himmel hinab und landete am Asowschen Meer, wie Larisa Tuschkowa von der Polizei in der südrussischen Region Krasnodar am Dienstag mitteilte. "Der Esel schrie und Kinder weinten", sagte die Polizeisprecherin. "Aber niemand hatte die Idee, die Polizei zu rufen."

Stattdessen hätten die Menschen ihre Kameras gegriffen, den Vorfall gefilmt und örtliche Zeitungen mit Anrufen bombardiert. Laut einem Bericht der Zeitung "Taman" wurde der Esel bei der Landung mehrere Meter am Wasser entlanggeschleift. Das schwer angeschlagene Tier wurde dann an Land gezogen.

Nach Angaben der Polizeisprecherin musste der Esel für eine PR-Aktion herhalten, mit der Unternehmer für einen privaten Strand werben wollten. Die Polizei nahm Ermittlungen gegen die Verantwortlichen auf. Der Vorfall ereignete sich bereits vergangene Woche im Dorf Golubitskaja.

71 Badetote in 24 Stunden

Doch nicht nur Tiere kommen derzeit in russischen Baderegionen zu Schaden. Die Hitzewelle hat für eine starke Zunahme der Badeunfälle in öffentlichen Gewässern gesorgt. Binnen 24 Stunden kamen nach Angaben des Moskauer Katastrophenschutzministeriums vom Dienstag 71 Menschen beim Baden ums Leben. "Das ist für einen 24-Stunden-Zeitraum ein Rekord", sagte Ministeriumssprecherin Veronika Smolskaja.

Im vergangenen Jahr kamen in Russland dem Ministerium zufolge 2733 Menschen beim Schwimmen ums Leben. Die meisten von ihnen seien betrunken gewesen und außerhalb bewachter Badestellen geschwommen. In diesem Jahr liegt die Zahl der Ertrunkenen schon jetzt bei 2500.

sto/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
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1. Tierquälerei
SBasker 20.07.2010
Bei Tierquälerei hört für mich jeder Spaß auf. Da muss die russische Regierung einschreiten. Nicht nur in Russland, insbesondere auch in Osteuropa gibt es immer noch erschreckende Zustände, um die sich vor allem die EU dringend kümmern muss: Pferde werden im EU-Staat Rumänien bis aufs Blut gequält (http://www.plantor.de/2009/pferde-werden-im-eu-staat-rumaenien-wie-dreck-behandelt/).
2. Bis zu zwei Jahre
Fuinlhach, 20.07.2010
Zitat von SBaskerBei Tierquälerei hört für mich jeder Spaß auf. Da muss die russische Regierung einschreiten. Nicht nur in Russland, insbesondere auch in Osteuropa gibt es immer noch erschreckende Zustände, um die sich vor allem die EU dringend kümmern muss: Pferde werden im EU-Staat Rumänien bis aufs Blut gequält (http://www.plantor.de/2009/pferde-werden-im-eu-staat-rumaenien-wie-dreck-behandelt/).
Wie es bei den RussiaToday Nachrichten http://www.youtube.com/watch?v=hEep5BrexT0&playnext_from=TL&videos=mzaON91A3pc gesagt wird, wird der Fall bereits untersucht und wenn das Gericht Tierquälerei feststellen sollte, gibt es Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
3. ohne Titel
Ute Wohlrab 20.07.2010
Zitat von SBaskerBei Tierquälerei hört für mich jeder Spaß auf. Da muss die russische Regierung einschreiten. Nicht nur in Russland, insbesondere auch in Osteuropa gibt es immer noch erschreckende Zustände, um die sich vor allem die EU dringend kümmern muss: Pferde werden im EU-Staat Rumänien bis aufs Blut gequält (http://www.plantor.de/2009/pferde-werden-im-eu-staat-rumaenien-wie-dreck-behandelt/).
[QUOTE=SBasker;5896036] Nicht nur in Russland, insbesondere auch in Osteuropa gibt es immer noch erschreckende Zustände, um die sich vor allem die EU dringend kümmern muss (...)/QUOTE] Ich sehe in Estland täglich Tierquälerei und Haltung, die einfach nur die Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit der Eigentümer widerspiegelt. Nicht "nur" Nutztiere - ist gerade der Dalmatiner in Mode, legt man eben den vor dem Haus an die Kette... Natürlich müßte da viel geschehen, die EU-Tierschutzgesetze gelten auch hier. Aber die durchführenden Veterinärämter haben weder entsprechende Ausbildung noch überhaupt Lust, sich mit so etwas auseinanderzusetzen. Also bleibt eben alles wie es ist: mit in Reitschulen zusammenbrechenden Pferden, verhungernden Kühen und an minimalen Ketten angebundenen Hunden. Schade nur, daß man inzwischen nicht mehr auf materielle Probleme verweisen kann... aber ich hoffe, daß den Esten selbst bald auffällt, daß eine verwanzte Katze oder ein angeketteter Hund sich nicht gut macht neben dem metallic-lackierten Neuwagen.
4. Nicht nur Osteuropa
Gabri, 20.07.2010
Wenn ich mich nicht irre, ist das hier aus der Schweiz: http://www.hikr.org/gallery/photo25154.html Kann mir nicht vorstellen, dass der das gefällt.
5. Luftikusse
SidiTabet 20.07.2010
@ Gabri: Was soll dieser Beitrag sein? Witzig? Für jeden des Lesens Mächtigen steht dort deutlich, dass die Kuh sich verstiegen hat! Im übrigen zum Thema der miserablen Tierhaltung unserer östlichen Nachbarn: Wenn endlich einmal auf Druck der hiesigen Bevölkerung dieser Punkt bei internationalen Treffen, bzw. Geschäftsverhandlungen zur Sprache käme, würde es anders um die Tiere stehen. Solange aber Tierschutz und Fürsorge für Tiere in der Ecke wehleidiger Muttis gerückt wird und nicht salon-geeignet ist, wird sich nichts ändern. Und eine Änderung kann bei einer derart ignoranten Gesellschaft gegenüber Tier-Unrecht kaum erwartet werden. Es ist ein trauriges Kapitel in unserem und anderen Ländern!!!
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