Tipps für Urlauber Hochwasser behindert Auto- und Zugverkehr

Der Regen lässt nach, auch in der Schweiz entspannt sich die Hochwasserlage. Doch Urlauber, die in das Nachbarland reisen wollen, sollten sich vorher über eventuelle Behinderungen auf Autobahnen, im Zug- und Schiffverkehr informieren.


Frankfurt/Main - Urlauber in der Schweiz müssen wegen der Regenfälle und des Hochwassers der letzten Tage bei Fahrten mit dem Auto oder der Bahn mit Verzögerungen rechnen. "Es kann auf einigen Straßen und Bahnlinien Probleme geben, wenn die Strecke von den Fluten überschwemmt oder unterspült worden ist", sagt Christina Marzluff von der Schweizer Tourismuszentrale in Frankfurt. Nach starken Regenfällen war in den vergangenen Tagen in mehreren Kantonen Hochwasseralarm ausgelöst worden. Betroffen waren neben dem Berner Oberland und dem Aargau auch die Regionen bei Basel und St. Gallen. In der Nacht hat sich die Lage etwas entspannt.

Ausweichen könnten Urlauber ins Tessin, rät Marzluff - dort sei vom Hochwasser bislang wenig zu spüren. In den betroffenen Regionen müssten Campingurlauber aber damit rechnen, dass manche Plätze sich nicht mehr zum Übernachten eignen. Wegen Überflutungen sei etwa bei Basel bereits ein Campingplatz geräumt worden. Auch könne es passieren, dass Urlauber im Hochwassergebiet plötzlich im Dunkeln in ihrer Ferienwohnung sitzen: So habe die Flut in einigen Orten zeitweise zu Stromausfällen geführt.

Wer mit dem Auto auf Tour ist, müsse eine längere Anfahrt und mögliche Umwege einplanen, sagt Katja Frisch vom ADAC in München. Einzelne Autobahnen seien zeitweise bereits gesperrt worden, weil Hochwasser die Fahrbahn überspülte. Auch bei Ausflügen innerhalb der Schweiz müssten Fahrer vorab die Route prüfen, damit sie nicht unterwegs stecken bleiben. Bei Touren in abgeschiedene Täler sollten sie zudem vorher erfragen, ob die Zufahrt möglicherweise gesperrt ist.

Rheinschifffahrt ist teilweise ausgesetzt

Auch Bahnreisende sollten sich vor Antritt ihrer Fahrt über mögliche Sperrungen informieren. Das gelte zum Beispiel für Fahrgäste, die mit einem Nachtzug über die Schweiz nach Italien fahren wollen, sagt DB-Sprecher Achim Stauß in Berlin. Aber auch Fluggäste, die in der Schweiz auf den Zug umsteigen, könnten betroffen sein. Größere Behinderungen oder Verspätungen seien aber im Fernverkehr aus Deutschland in die Schweiz wegen des Hochwassers nicht zu erwarten.

Mit Sperrungen und geänderten Fahrzeiten müssen Urlauber aufgrund des Hochwassers auch im Schiffsverkehr rechnen. So wurde gestern die Rheinschifffahrt im Raum Basel gesperrt. Der Pegel des Rheins war in der Schweizer Grenzstadt zuvor so hoch gestiegen, dass die Durchfahrt unter der historischen Mittleren Rheinbrücke für Schiffe unmöglich wurde. Auch in Deutschland haben Dauerregen und Hochwasser in der vergangenen Nacht die Schifffahrt zwischen Iffezheim und dem pfälzischen Germersheim lahmgelegt. Der Pegelstand bei Karlsruhe überschritt gestern am späten Abend die Marke von 7,50 Meter und löste damit ein Fahrverbot für den betroffenen Abschnitt aus.

"Urlauber sollten sich in jedem Fall vor einer geplanten Rheinfahrt erkundigen, ob das Schiff planmäßig fahren kann", sagt Rainer Laubig von der Tourismusvertretung Baden-Württembergs in Stuttgart. Betroffen sind bislang der Schiffsverkehr bei Rheinfelden in Südbaden und die Region um Karlsruhe. Bis die Sperrungen wieder aufgehoben werden, könne es bis zu einer Woche dauern, sagt Ute Badde von der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) in Karlsruhe.

abl/gms



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