Tornados in den USA Stadtplan für Katastrophen-Touristen empört Einwohner

Gaffer willkommen! Die US-Kleinstadt Joplin lag nach einem Tornado in Trümmern, nun kommen die Touristen und fotografieren die Ruinen. Die Wegbeschreibung dazu stammt von der Stadtverwaltung. Die Bevölkerung protestiert.

Tödlicher Tornado: 161 Menschen starben im Mai vergangenen Jahres in Joplin
REUTERS

Tödlicher Tornado: 161 Menschen starben im Mai vergangenen Jahres in Joplin


Hamburg - Im vergangenen Mai wütete ein Tornado durch Joplin. Eine Schneise der Zerstörung zog sich durch die Kleinstadt im US-Bundesstaat Missouri. 161 Menschen starben, Tausende wurden obdachlos. Jetzt braut sich wieder ein Unwetter über dem Ort zusammen - ein Sturm der Entrüstung.

Für schlechte Stimmung in der Kleinstadt sorgt das dortige Fremdenverkehrsamt. Die Behörde bietet seit kurzer Zeit eine Landkarte an, die Touristen zu den vom Tornado am heftigsten zerstörten Stellen führt und mit zahlreichen Fotos der Katastrophe bebildert ist. Die Karte liegt unter anderen in den Hotels der Stadt aus.

Die Bevölkerung von Joplin ist entsetzt. Zahlreiche Bürger wettern unter anderem auf Facebook gegen die Karte und werfen den Verantwortlichen vor, mit Desaster-Tourismus Kasse machen zu wollen. Die Diskussion wurde noch angeheizt, als ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass es auch Überlegungen für eine Smartphone-App sowie Bustouren an die Unglücksstätten gebe.

Die Stadt wehrt sich gegen die Kritik. Patrick Tuttle, der Chef des Fremdenverkehrsamtes, sagte gegenüber der Nachrichtenseite msnbc.com, die Karte habe einen pädagogischen Charakter und diene außerdem dazu, den sichersten Weg zu den zerstörten Gebieten aufzuzeigen.

dkr

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