Umfrage: Reiselust der Deutschen bleibt ungebrochen

Die beliebtesten Ziele sind Bayern und die Ostsee, fast jeder Zweite plant eine mindestens fünftägige Reise im Jahr 2013: Das sind die Ergebnisse der aktuellen Tourismusanalyse. Für ein Land in Südeuropa offenbart die Umfrage einen bedenklichen Urlauber-Rückgang.

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Corbis

Altstadt von Dinkelsbühl: Bayern bleibt eines der liebsten Reiseziele der Deutschen

In diesem Jahr planen mit 43 Prozent der Befragten fast genauso viele Bundesbürger wie im Vorjahr, mindestens einmal fünf Tage am Stück zu verreisen. Das geht aus der am Mittwoch vorgelegten Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Von ihnen weiß knapp jeder Vierte schon jetzt, dass er in Deutschland ausspannen will. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt etwa genauso viele; letztlich verbrachten 2012 dann aber 37,4 Prozent der Reisenden ihren Urlaub hierzulande. Am beliebtesten waren als Ziele Bayern und die Ostsee.

Ein Zehntel plant demnach sogar zwei oder mehr Trips. 22 Prozent wollen dagegen zu Hause bleiben. Weil jedoch von den Unentschlossenen gewöhnlich wenigstens ein Drittel doch noch verreist, deute vieles darauf hin, dass die diesjährige Reiseintensität das Niveau des Vorjahres noch übertrifft, teilte die Stiftung mit. 2012 war nach ihren Angaben mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54 Prozent) auf Reisen gegangen.

Populärstes Reiseziel im Ausland bleibt der Untersuchung zufolge Spanien: Mehr als jeder zehnte Urlauber reiste im vergangenen Jahr in das Land sowie auf die Balearen oder Kanaren. Mit einem Anteil von 8,7 und 6,9 Prozent folgten Italien und die Türkei mit leichten Zuwächsen auf den weiteren Plätzen. Zu den großen Verlierern gehörte demnach Griechenland: Inmitten der Wirtschaftskrise reisten 2012 nur 1,7 Prozent der deutschen Urlauber nach Hellas, 2009 waren es 3,3 Prozent.

Die Stiftung für Zukunftsfragen ist eine Initiative des Tabakkonzerns British American Tobacco. Für die Analyse wurden im Januar 4000 Deutsche ab 14 Jahren vom GfK-Marktforschungsinstitut befragt.

Mehr Fahrgäste in Bus, Bahn und Flugzeug

Auch Daten zum vergangenen Jahr, die nun veröffentlicht wurden, belegen ein starkes Mobilitätsbedürfnis: 2012 waren in Deutschland mehr Menschen mit Bahn, Bus und Flugzeug unterwegs als im Vorjahr. Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr habe um 0,5 Prozent zugelegt, die Zahl der Flugreisenden um 1,8 Prozent, teilte das Statische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Insgesamt seien die Menschen in Deutschland 2012 rund elf Milliarden Mal mit Bus und Bahn gefahren und 179 Millionen Mal Flugzeug geflogen.

Die Zunahme der Fahrgastzahlen sei laut der Statistik vor allem auf den Nahverkehr mit der Eisenbahn zurückzuführen. Hier seien rund 2,6 Prozent mehr Fahrgäste verzeichnet worden. Bei Straßen- oder U-Bahnen sowie Bussen habe sich die Nutzung nur geringfügig verändert.

Im Fernverkehr mit der Eisenbahn seien 4,5 Prozent mehr Fahrgäste unterwegs gewesen, in Fernbussen 5,1 Prozent mehr, teilten die Statistiker mit. Die Zahl der Fernreisenden auf der Schiene oder im Bus liegt insgesamt aber deutlich niedriger als die Zahl der Fahrgäste im Nahverkehr, weswegen hier Veränderungen deutlich weniger ins Gewicht fallen.

Der Anstieg der Fluggastzahlen sei vor allem auf Auslandsreisen zurückzuführen, teilten die Statistiker mit. Ins Ausland flogen demnach 156 Millionen Reisende oder 2,7 Prozent mehr als 2011. Im Inland sei ein Rückgang um 3,6 Prozent auf 23 Millionen Fluggäste verzeichnet worden.

sto/AFP/dpa

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1. Reise-Spar-Weltmeister oder Reiseweltmeister?
criticalsitizen 07.02.2013
Guck dr Deutsche sich fremfde Länder aus Interesse oder aus Geiz-ist-geil-Lust an, weil es dort billig ist? So kam es einem schon in den 90ern vor, als Florida ab Mai (heiss, schwül, Hotels wetter/saisonbedingt preiswert) billiger war als manches Angebot in Europa, von Deutschen Pauschaltouristen auffällig stark besucht wurde. Was nützt WEltmeister im überall hinreisen und klimafendlich imer weiter, wenn dabei weder die Zielländer (Stichwort "all inclusive") noch die Reisenden (Hotelstädte ohne Bezzug zum Lande) nachhaltig profitieren?
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