Fernseh-Traumschiff: "MS Deutschland" behält deutsche Flagge

Die Schiffseigner reagieren auf die heftige Kritik: Das Kreuzfahrtschiff "MS Deutschland" wird weiterhin unter deutscher Flagge fahren, teilte die Reederei mit. Ausschlaggebend soll unter anderem die "emotionale Stimmung" der Debatte gewesen sein.

"MS Deutschland": "Emotionale Stimmung" wegen geplanter Ausflaggung Zur Großansicht
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"MS Deutschland": "Emotionale Stimmung" wegen geplanter Ausflaggung

Neustadt - Nach tagelanger öffentlicher Debatte hat die Reederei Deilmann auf die geplante Ausflaggung der "MS Deutschland" verzichtet. Das Unternehmen trage damit der "emotionalen Stimmung" Rechnung und habe "angesichts des großen Interesses" entschieden, das Schiff weiterhin unter deutscher Flagge fahren zu lassen, teilte Deilmann am Montag im schleswig-holsteinischen Neustadt schriftlich mit. Damit ist die Idee vom Tisch, künftig mit maltesischer Flagge unterwegs zu sein.

Der Streit um die Ausflaggung des einzigen deutschen Kreuzfahrtschiffs unter deutscher Flagge war in den vergangenen Tagen neu aufgeflammt, nachdem sich der Kapitän der "MS Deutschland" erneut öffentlich zur Wort gemeldet hatte. Auch die Gewerkschaft Ver.di und der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, der FDP-Politiker Hans-Joachim Otto, hatten die Reederei scharf kritisiert. Das Schiff liegt derzeit als offizielles Gästeschiff des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) bei den Olympischen Spielen in London, was die Aufmerksamkeit noch erhöht hatte.

Reeder flaggen Schiffe üblicherweise aus Kostengründen aus. Dadurch wird es möglich, Besatzungen ohne die im Inland geltenden Tarifbestimmungen oder Sozialabgaben anzuheuern. Das Thema sorgt schon seit Jahrzehnten für Streit.

Fast jeder Deutsche kennt den Luxusdampfer "MS Deutschland", da er seit 1999 als Kulisse für die ZDF-Schnulzenserie "Das Traumschiff" fungiert. 500 Passagiere haben auf dem 175 Meter langen und 23 Meter breiten Schiff Platz.

sto/AFP

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1. Irgendwie nicht angemessen
mgcgn 30.07.2012
finde ich es, wenn SPON von einer "ZDF-Schnulzenserie" schreibt. Auch wenn man landläufig sagt, dass Geschmäcker verschieden sind.
2. 2. deutsches Schiffsregister
brux 30.07.2012
Es ist ja nicht so, dass man unter deutscher Flagge Ver.di und das gesamte deutsche Sozialgesetzbuch am Hals hat und unter maltesischer Flagge die Sklaverei herrscht. Das internationale deutsche Seeschifffahrtsregister minimiert die Anforderungen doch erheblich: "An Bord muss der Kapitän Deutscher sein, zwei leitende Offiziere und ein Schiffsmechaniker müssen aus Deutschland oder aus einem anderen EU-Staat kommen. Der Rest der Besatzung kann international sein. Diese Seeleute haben in der Regel nur ein befristetes Aufenthaltsrecht, das stets verlängert wird." Mal wieder also nur reine Gier des Reeders ....
3. MS Deutschland
MagnusMS 31.07.2012
30% der arbeitenden Bevölkerung, schuftet zu Dumpinglöhnen und keinen interessiert es. Der Kapitän hat Mut und muss sagen,er macht seiner Position alle Ehre. Ein Mann der sich für seine Manschaft einzusetzt!!!! Hut ab !!!!! Deutschland braucht mehr von solchen Kapitänen, dann würde die Sklaverei in Deutschland endlich aufhöhren.
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