Neustadt - Nach tagelanger öffentlicher Debatte hat die Reederei Deilmann auf die geplante Ausflaggung der "MS Deutschland" verzichtet. Das Unternehmen trage damit der "emotionalen Stimmung" Rechnung und habe "angesichts des großen Interesses" entschieden, das Schiff weiterhin unter deutscher Flagge fahren zu lassen, teilte Deilmann am Montag im schleswig-holsteinischen Neustadt schriftlich mit. Damit ist die Idee vom Tisch, künftig mit maltesischer Flagge unterwegs zu sein.
Der Streit um die Ausflaggung des einzigen deutschen Kreuzfahrtschiffs unter deutscher Flagge war in den vergangenen Tagen neu aufgeflammt, nachdem sich der Kapitän der "MS Deutschland" erneut öffentlich zur Wort gemeldet hatte. Auch die Gewerkschaft Ver.di und der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft, der FDP-Politiker Hans-Joachim Otto, hatten die Reederei scharf kritisiert. Das Schiff liegt derzeit als offizielles Gästeschiff des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) bei den Olympischen Spielen in London, was die Aufmerksamkeit noch erhöht hatte.
Reeder flaggen Schiffe üblicherweise aus Kostengründen aus. Dadurch wird es möglich, Besatzungen ohne die im Inland geltenden Tarifbestimmungen oder Sozialabgaben anzuheuern. Das Thema sorgt schon seit Jahrzehnten für Streit.
Fast jeder Deutsche kennt den Luxusdampfer "MS Deutschland", da er seit 1999 als Kulisse für die ZDF-Schnulzenserie "Das Traumschiff" fungiert. 500 Passagiere haben auf dem 175 Meter langen und 23 Meter breiten Schiff Platz.
sto/AFP
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