Istanbul Türkei baut dritte Brücke über den Bosporus

Neues Megaprojekt in Istanbul: Eine dritte Brücke über den Bosporus soll Europa mit Asien verbinden. Die Kosten für das Bauwerk belaufen sich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Umweltschützer protestieren gegen das Vorhaben.

Istanbul: Zwei Brücken führen bislang in der türkischen Metropole über den Bosporus
AP

Istanbul: Zwei Brücken führen bislang in der türkischen Metropole über den Bosporus


Istanbul - Für den Bau einer dritten Brücke zwischen Europa und Asien hat die türkische Regierung den Startschuss gegeben. Das Bauwerk soll den Bosporus auf 1275 Metern Länge überspannen und Ende 2015 in Betrieb genommen werden. Die Brücke werde nach Yavuz Sultan Selim benannt, zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Staatspräsident Abdullah Gül, der zur Grundsteinlegung sprach. An den Fundamenten der Brücke wird bereits gebaut.

Das Bauwerk soll mit einem neuen Autobahnabschnitt an das bestehende Fernstraßennetz um Istanbul angeschlossen werden und damit die beiden bestehenden Brücken entlasten. Die Kosten werden mit rund 3,5 Milliarden Euro veranschlagt. Den Zuschlag für den Bau hatte ein türkisch-italienisches Konsortium bekommen. Umweltschützer haben gegen den Bau protestiert, weil dafür weitere Wälder und Grünflächen am Rande Istanbuls zerstört werden.

Die neue Hängebrücke soll die Meerenge nahe der Mündung ins Schwarze Meer von Garipce in Europa aus nach Poyrazköy in Asien überspannen. Über den Bosporus führen bisher die Bosporus-Brücke (Bogazici Köprüsü) und die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke, die nach Mehmed dem Eroberer benannt ist. Dessen Enkel Yavuz Sultan Selim I. herrschte von 1512 bis 1520 über das Osmanische Reich und unterwarf praktisch die gesamte arabische Halbinsel.

dkr/dpa

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