Kampf um Touristen Türkei zahlt Ferienfliegern Zuschuss

Mit 6000 Euro pro Flug will die Türkei Airlines unterstützen, die Touristen ins Land bringen. Das Land fürchtet nach dem Anschlag in Istanbul, dass Besucher wegbleiben.

Küste in Alanya: Unterstützung für Flüge in Urlaubsregionen
Corbis

Küste in Alanya: Unterstützung für Flüge in Urlaubsregionen


Nach dem Anschlag von Istanbul kämpft die Türkei mit Subventionen gegen den drohenden Einbruch des wichtigen Wirtschaftszweigs Tourismus. Ferienflieger erhielten 6000 Dollar Treibstoff-Zuschuss pro Flug, sagte der türkische Tourismus-Minister Mahir Ünal der Nachrichtenagentur Reuters in Frankfurt am Main. Dies gelte für Verbindungen nach Antalya und Alanya in der Südtürkei, Bodrum und Dalaman im Südwesten sowie Izmir an der Ägäis.

Das Land hofft wohl darauf, dass die Kostenersparnis zumindest teilweise an Passagiere weitergegeben wird, was die Preise senken würde. Für Flüge nach Istanbul oder in andere türkische Städte gibt es kein staatliches Geld.

Die Subventionen würden vorerst nur für Flüge im April und Mai gezahlt, sagte Ünal. Über eine Verlängerung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Zudem werde sein Ministerium zusammen auch mit den ausländischen Touristik-Veranstaltern die Werbung für die Türkei als Urlaubsziel verstärken. Die Kosten dafür teilen sich der Staat und die Unternehmen je zur Hälfte.

Medienberichten zufolge hatte die Türkei 2015 ähnliche Zuschüsse für russische Ferienflieger gezahlt. Damit sollten Massen-Stornierungen in Folge des dramatischen Kursverfalls des russischen Rubel verhindert werden. Mit einem Anteil von gut 15 Prozent stellt Deutschland die größte Zahl der Türkei-Touristen, gefolgt von Russland mit etwa zehn Prozent.

Auf die Frage nach der Sicherheitslage sagte der Minister, sein Land habe die Vorkehrungen in den Tourismus-Gebieten verdreifacht. Die Maßnahmen seien so gewählt, dass Urlauber möglichst wenig gestört würden. "Die Tourismus-Regionen sind sicher", betonte Ünal. "Istanbul ist eine der sichersten Städte der Welt." Anschläge wie derjenige in der vergangenen Woche könnten überall passieren. Bei einer Bombenexplosion in der Altstadt der Metropole am Bosporus waren zehn Deutsche ums Leben gekommen.

sto/Reuters



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